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Im 5000-Seelen-Ort Bergen im Chiemgau treffen die Kulturen auf­einander.
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Mo Berlitz setzt sich für Flüchtlinge ein und integriert Ghafar (li.) und Fishatsyon in die Familie
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Joggen statt Nichtstun: Fishatsyon erläuft sich seine neue Heimat.
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Der Eritreer Fishatsyon nimmt im bayerischen Ort ­Bergen Kontakt zur heimischen Tierwelt auf.

Völkerverständigung auf bayerische Art

ARD-Doku begleitet Flüchtlinge im Chiemgau

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München - Der Eritreer Fishats­y ist auf seiner Flucht in Bergen, einer 5000-Seelen-Gemeinde am Fuße des Hochfelln, gelandet. "Gott sei Dank!", wie er in der ARD-Dokumentation "Das Golddorf" immer wieder betont.

Seine Odyssee führte ihn durch zig Länder, eingepfercht in Containern, tyrannisiert von sadistischen Schleusern. Wenn der Eritreer Fishats­yon von seiner Flucht erzählt, sammeln sich Tränen in seinen Augen. Er sitzt auf einer kleinen Bank auf dem Dorfplatz von Bergen, einer 5000-Seelen-Gemeinde am Fuße des Hochfelln. Hier ist er mit anderen Asyl­bewerbern gelandet. „Gott sei Dank!“, wie er in der ARD-Dokumentation Das Golddorf immer wieder betont.

Das beschauliche Dorf im Chiemgau ist die perfekte Heimatfilmkulisse. Doch die Hamburger Filmemacherin Carolin Genreith zeigt nicht nur das Idyll zwischen Preisplatteln und Fronleichnamsprozession, sondern auch die bisweilen skurrile Annäherung, die es zwischen der traditionsbewussten Bevölkerung und den Asylbewerbern gibt. Oberbayern trifft Schwarzafrika – Untertitel braucht’s für beide. Doch auch wenn nicht alles rundläuft in Bergen und der eine oder andere Stammtischbruder beim Bier seine Vorurteile pflegt – das Miteinander ist nicht von Feindseligkeit vergiftet. „Die Hälfte des Dorfes ist misstrauisch, aber die andere Hälfte fragt: Wo steht das Klavier? Lasst uns anpacken und den Menschen helfen“, fasst Monika Berlitz die Situation zusammen. Sie hilft den Flüchtlingen im Umgang mit den Behörden, telefoniert für den afghanischen Filmemacher Ghafar mit dem Außenministerium in der Hoffnung, seine in Kabul verfolgte Familie nach Deutschland holen zu können.

Mo, wie sie schlicht in Bergen genannt wird, zeigt den Neuankömmlingen aber auch die Tradition, die im Chiemgau eine große Rolle spielt. „Hier ist alles so sauber“, schwärmt Fishatsyon. „Die Menschen hier achten auf ihre schöne Landschaft, die gute Luft. Sie werfen ihren Müll in Eimer und haben überall Bänke und Toiletten.“ Eine Ordnung, die den Afrikaner beeindruckt. Und auch wenn er seine Familie und die Heimat schmerzlich vermisst, für den Frieden, den er hier gefunden hat, ist Fishatsyon zutiefst dankbar. „Gott sei Dank!“, sagt er, „kann ich hier ohne Angst sein.“

„Das Golddorf“,

Dienstag, 23 Uhr, ARD

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