Peinliche Panne: Bei der Fußball-EM im vergangenen Jahr vertauschte ein ARD-Grafiker die Farben der deutschen Flagge

Flaggen-Panne: Jetzt auch beim ZDF

Mainz - Der Mainzer Sender zeigte im „heute journal“ statt der Flagge der Republik Zypern die des türkischen Nordteils der Insel - und zählt damit die Türkei schon halb zur Europäischen Union.

Die Flagge Zyperns.

Türkische Zyprer – sofern sie das ZDF schauen und am vergangenen Donnerstag ganz genau hingesehen haben – dürften gestaunt haben, das ihre Teilrepublik der Europäischen Union angehört. Das jedenfalls legte eine Computergrafik nahe, mit der der Mainzer Sender im „heute journal“ um 21.45 Uhr einen Filmbericht über die Wahl des EU-Kommissionspräsidenten illustrierte. Unter den 27 dort abgebildeten Flaggen der EU-Mitgliedsstaaten war auch die des zur Türkei gehörenden Nordteils der Mittelmeerinsel (roter Halbmond und roter Stern auf weißem Grund). Korrekt wäre die Flagge der Republik Zypern gewesen (Inselumriss in Gold auf weißem Grund, siehe Fotos).

Die Flagge Nordzyperns.

Das ZDF räumte am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung die Panne ein. Nach einem Computerausfall am Nachmittag habe die Grafik erst kurz vor der Sendung unter großem Zeitdruck erstellt werden müssen, so Anne Reidt, stellvertretende Redaktionsleiterin des „heute journals“. Bei der Entscheidung zwischen den beiden zyprischen Flaggen sei in der Eile die falsche ausgewählt worden, die Grafik nicht wie üblich nochmals von der Redaktion abgenommen worden. „Das ist ein Fehler, den wir natürlich bedauern“ so Reidt. Eine politische Aussage – etwa im Hinblick auf einen EU-Beitritt der Türkei – impliziere die Abbildung der Flagge Nordzyperns daher keinesfalls. Überdies sei sie so klein gewesen, dass man sie mit bloßem Auge kaum habe erkennen können, sondern nur, „wenn man mit der Lupe vor dem Fernseher sitzt“.

Im vergangenen Jahr war die ARD gleich zweimal durch weitaus offensichtlichere Patzer mit Flaggen in die Schlagzeilen geraten. Im Zusammenhang mit einem Vorbericht zum Europameisterschaftsspiel Deutschland gegen die Türkei hatte die Grafikabteilung der „Tagesthemen“ aus der „schwarz-rot-goldenen“ eine „rot-schwarz-goldene“ Fahne gemacht, was der stellvertretende Chefredakteur von „ARD aktuell“, Thomas Hinrichs, als „inakzeptabel“ bezeichnet hatte.

Gleichwohl hatte sich der Senderverbund nur knapp zwei Wochen später einen weiteren Fauxpas geleistet, ebenfalls in den „Tagesthemen“. In einem Beitrag über die Eröffnung der neuen Botschaft der USA in Berlin waren die „Stars and Stripes“ mit einem weißen Streifen zu viel abgebildet worden. Die Redaktion hatte daraufhin „personelle Konsequenzen“ gezogen.

Von Rudolf Ogiermann

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