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ARD: Geschichte, Programm, Marktanteil – alle Infos zum öffentlich-rechtlichen TV-Sender

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Berlin ARD Hauptstadtstudio, Logo und Schriftzug an der Fassade
ARD in Berlin © Rüdiger Wölk / IMAGO

Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, kurz ARD, ging aus sechs Landesrundfunkanstalten hervor. Heute gehören zahlreiche Rundfunkanstalten, Informations- und Wissenschaftskanäle sowie die Mediathek zum Angebot des Fernsehsenders.

München – Die ARD gehört mit dem ZDF und dem Deutschlandradio zu den insgesamt drei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands. Der Fernsehsender strahlt neben einem bundesweiten auch regionale Programme aus.

ARD: Die Geschichte des Fernsehsenders

Für jedes deutsche Bundesland ein Sender: Dieses Konzept steckt hinter der Struktur des Fernsehsenders ARD. Es geht zurück auf die 1920er-Jahre. Zu dieser Zeit bildeten sich in Preußen, Sachsen, Bayern und Württemberg regionale Rundfunkanstalten. Sie organisierten sich in der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft – quasi der Vorläufer der heutigen ARD.

Nachdem die föderale Struktur während der NS-Zeit weitgehend aufgelöst wurde, bildete sie sich 1950 neu: Am 9. Juni wurde die ARD mit sechs regionalen Sendern gegründet:

Der Westberliner Sender RIAS Berlin gehörte als beratendes Organ ebenfalls zum Verbund der ersten Stunde.

In den Anfangsjahren war das Programm auf die regionalen Rundfunkanstalten begrenzt. Zu den Gründungsmitgliedern kamen im Verlauf der 50er-Jahre weitere hinzu. Im November 1953 startete der SFB (Sender Freies Berlin) sein Programm, zum 1. Januar 1957 nahm der Saarländische Rundfunk seinen Betrieb auf. Der Nordwestdeutsche Rundfunk teilte sich bereits 1954 in den Norddeutschen und Westdeutschen Rundfunk (WDR) auf.

ARD: Entwicklung nach den 1950er-Jahren

Die nunmehr neun Fernsehsender betrieben ab Ende der 50er-Jahre als Deutsches Fernsehen ein landesweites Angebot. Zum Programm der ersten Stunden gehört die „Tagesschau“. Sie wurde ab 1952 vom damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) ausgestrahlt.

Ab 1961 strahlte die ARD ein zweites Fernsehprogramm aus. Die ARD 2 ging im Sendegebiet des Hessischen Rundfunks am 1. Mai auf Sendung. Grundsätzlich sendete auch ARD 2 bundesweit, allerdings erteilte man den einzelnen Regionalanstalten die Erlaubnis, bei Bedarf von der bundesweiten auf die regionale Ausstrahlung zu wechseln.

Die Sendefrequenzen von ARD 2 fielen am 31. März an das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF). Dessen Gründung war zugleich das Aus für ARD 2.

ARD und ZDF sendeten ab 1966 ein gemeinsames Vormittagsprogramm, das sich in seinen Grundzügen bis heute erhalten hat: Das Morgenmagazin wird heute im Wechsel von beiden Fernsehsendern ausgestrahlt.

Nachdem 1962 die neu gegründeten Sender Deutschlandwelle (DW) und Deutschlandfunk dem Senderverbund beitraten, gab es erst nach der Wiedervereinigung abermals Neuzugänge. Im Jahr 1992 kamen der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) sowie der Ostdeutsche Rundfunk Brandenburg (ORB) hinzu. Der ORB fusionierte 1998 mit dem SFB zum Rundfunk Berlin-Brandenburg, kurz RBB. Im selben Jahr schloss sich auch der SDR mit dem SWF zum Südwestrundfunk (SWR) zusammen.

ARD: Die Organisation

Die ARD wird zum überwiegenden Teil aus den Rundfunkgebühren finanziert. Zu den weiteren Einnahmequellen zählt Werbung, für deren Ausstrahlung es bestimmte Regeln gibt. So darf diese nur werktags zwischen 14 und 20 Uhr gesendet werden. Die tägliche Dauer darf 20 Minuten nicht überschreiten. An Sonn- und Feiertagen gilt Werbeverbot.

Seinen Hauptsitz unterhält der Fernsehsender beim Bayerischen Rundfunk in München. Die Ausstrahlung des Programms und unter anderem die Festschreibung der Organisation erfolgt auf der Rechtsgrundlage des ARD-Staatsvertrags sowie des ARD-Fernsehvertrags der Landesrundfunkanstalten. Seit 1. Mai 2021 bekleidet Christine Strobl den Posten der Programmdirektorin. Sie folgte Volker Herres, der das Amt von 2008 bis 2021 innehatte. Des Weiteren beobachtet ein Programmbeirat, bestehend aus Vertretern der einzelnen regionalen Rundfunkgesellschaften, das deutschlandweite Programm im Ersten.

ARD: Weitere Sender im Überblick

Neben den regionalen Fernsehsendern gehören die folgenden Spartensender zur ARD-Familie:

Darüber hinaus ist die ARD gemeinsam mit dem ZDF am Kindersender KIKA sowie den auf Kultur und Gesellschaft spezialisierten Kanälen arte und 3sat beteiligt. Auch der Nachrichtensender phoenix ist ein Gemeinschaftsprojekt beider öffentlich-rechtlicher Fernsehsender.

ARD: Marktanteile und Einschaltquoten

Im Jahr 2021 lag die ARD im Ranking auf dem zweiten Platz nach dem ZDF. Der Fernsehsender erzielte einen Marktanteil von 12,1 Prozent. Das ZDF lag bei 14,7 Prozent. Die Zahlen betreffen das Gesamtpublikum. In der werberelevanten Zielgruppe von 14 bis 49 Jahre betrug der Marktanteil 8,1 Prozent. Das ZDF erzielte in jener Gruppe 7,6 Prozent.

Am 13. Juli 2014 verbuchte die ARD einen Rekord der Zuschauerzahlen in Deutschland: Das Finale der Fußballweltmeisterschaft (Deutschland gegen Argentinien) sahen 34,65 Millionen Menschen. In der Zielgruppe 14 bis 49 entsprach das einem Marktanteil von 86,3 Prozent. Ähnlich hohe Zuschauerzahlen konnte die ARD bereits Anfang der 1960er-Jahre verbuchen. Mit dem TV-Krimi „Das Halstuch“, einer WDR-Produktion, verbuchte man an den sechs Ausstrahlungsterminen Einschaltquoten von bis zu 89 Prozent.

ARD: Empfangsmöglichkeiten

Das Gemeinschaftsprogramm Das Erste lässt sich heute über folgende Kanäle empfangen:

Darüber hinaus bietet der Fernsehsender einen Livestream an, der sich über die Mediathek abrufen lässt.

Die ARD sendet ein sogenanntes Vollprogramm, bestehend aus einem Mix verschiedener Sendungstypen und Genres. Dazu gehören Nachrichtenformate wie die „Tagesschau“ und „Tagesthemen“, Serien, Spiel- und TV-Filme aus eigener und externer Produktion, Talkshows, Ratgeber, Boulevard- und Politikformate.

ARD: Das Programm im Ersten

An Werktagen beginnt das Programm üblicherweise mit einer morgendlichen Informationssendung („ARD Morgenmagazin“). Es folgen die „Tagesschau“, Ratgebersendungen wie „Live nach Neun“ sowie Wiederholungen von Quizshows oder anderen Formaten vom Vortag.

In der Mittagszeit sendet die ARD neben einer neuen Ausgabe der „Tagesschau“ die Ratgebersendung „ARD-Buffet“, gefolgt vom „Mittagsmagazin“. Der frühe bis späte Nachmittag steht im Zeichen von Serien und Soap-Operas, unterbrochen durch weitere Ausgaben der „Tagesschau“. Am Vorabend ist das Boulevardmagazin „Brisant“ eine feste Institution. Vor der Hauptausgabe der „Tagesschau“ um 20 Uhr werden Quizformate ausgestrahlt, darunter „Wer weiss denn sowas“ oder das „Quizduell“.

Ab 20.15 Uhr werden in der Regel Spielfilme, Krimis oder Serien gezeigt. Bei besonderen Ereignissen oder Nachrichtenlagen starten diese zugunsten eines ARD-Extras mit 15-minütiger Verspätung. Im Anschluss an das Hauptabendprogramm informieren die „Tagesthemen“ ausführlicher über den Tag, gefolgt von politischen Diskussionsrunden, Comedy- und Satireformaten, Spielfilmen oder Krimis.

ARD: Die ARD-Mediathek

Die ARD-Mediathek lässt sich direkt über die Website, eine App oder über einen Smart-TV abrufen. Sie bietet den Zugriff auf zahlreiche Sendungen aus dem ARD-Programm sowie aus allen angeschlossenen regionalen Rundfunkanstalten, Sparten- und Nachrichtensendern. Erstmals vorgestellt wurde das Onlineportal im Rahmen der Internationalen Funkausstellung (IFA) 2008. Livegeschaltet wurde das Angebot im Mai 2008. Der Bereich ARD Retro, der sich als historisches Archiv versteht und Klassiker der Fernsehgeschichte on demand anbietet, kam im Oktober 2020 hinzu. Zu Beginn standen rund 9.000 Videos zum Abruf bereit. Es ist geplant, den Bestand auf circa 40.000 Beiträge zu erweitern.

Die Zuschauer können über die ARD-Mediathek auf alle Sendungen der vergangenen sieben Tage zugreifen. Dazu kommt die Direktauswahl auf ein umfangreiches Angebot an Eigen- und Fremdproduktionen zahlreicher Genres über die Navigation. Die folgenden Rubriken sind in der Mediathek zu finden:

Darüber hinaus erlaubt die Mediathek den Zugriff auf den Livestream des eigenen Programms inklusive aller regionalen und Spartensender. Nicht mehr in der Mediathek verfügbare Videos sind seit Frühjahr 2021 im Angebot ARD plus abrufbar. Dies ist kein Bestandteil der öffentlich zugänglichen Mediathek. Erreichbar ist ARD plus über verschiedene (kostenpflichtige) Streamingdienste wie Amazon Prime, Apple TV und Magenta TV.

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