Arena und Premiere übertragen Bundesliga gemeinsam

- München - Vier Wochen vor dem Start der Fußball-Bundesliga hat sich der neue Bezahlsender arena überraschend mit dem Konkurrenten Premiere auf eine gemeinsame Verbreitung der Live-Spiele geeinigt. Damit können künftig fast alle Kabel- und SatellitenHaushalte in Deutschland die Spiele empfangen. "Wir halten unser Versprechen, den Sender arena und die Fußball-Bundesliga allen Fans über Kabel und Satellit zur Verfügung zu stellen", sagt Dejan Jocic, Geschäftsführer von arena, am Donnerstag in München.

Arena hatte in einem spektakulären Wettbieten dem Platzhirsch Premiere die Bundesliga-Liverechte weggeschnappt. Allerdings geriet der Sender in den vergangenen Wochen zunehmend unter Druck, da er sich nicht mit dem größten Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) auf eine Durchleitung seines Programms einigen konnte. Vielen Kabelkunden wäre der Zugang zum Bundesliga-Programm von arena versperrt geblieben. Nun wird aber Premiere das arena-Angebot für seine Kunden ausstrahlen. Einzel-Abos kosten - wie bei direkter Buchung über arena in anderen Regionen - zunächst 14,90 Euro. Die Aktie von Premiere reagierte am Donnerstag mit einem Kurssprung um zeitweise mehr als 22 Prozent auf 10,10 Euro auf die Ankündigung.

Durch den Deal mit Premiere stellt arena nun eine nahezu flächendeckende Versorgung über Kabel sicher. Die Verbreitung über Satellit wickelt arena mit einer eigenen Plattform ab. Etwa 52 Prozent der 35,5 Millionen TV-Haushalte in Deutschland sehen über Kabel fern, 39 Prozent über Satellit, der Rest zum Beispiel noch über terrestrische Antenne.

Premiere werde künftig arena im Netz der KDG vermarkten und damit technisch rund 9,6 Millionen Kabel-TV-Haushalte auf diesem Weg erreichen, teilte Premiere mit. Es handele sich aber um eine reine Durchleitung des arena-Programms. Premiere habe keinen Einfluss auf die Programmgestaltung. Der Vorteil für die Premiere-Kunden sei, dass ihren vorhandenen Premiere-Decoder weiterhin benutzen können. "Für viele Premiere Abonnenten ändert sich in der kommenden Saison damit praktisch nichts", sagte Premiere-Chef Georg Kofler. Er hofft, dass der Sender nun weniger Abonnenten verliert als ursprünglich befürchtet.

 KDG begrüßte die Einigung. "Unsere Kunden können die Spiele der Bundesliga sehen, ohne dass wir ein finanzielles Risiko eingehen", sagte ein Sprecher. Deutschlands größter Kabelkonzern hatte seit Januar mit arena ergebnislos über die Nutzung der Rechte verhandelt. Die Deutsche Telekom betonte, dass sich an ihrer Kooperation mit Premiere nichts ändere. Die beiden Unternehmen wollen in der neuen Saison die Bundesliga-Spiele live im Internet zeigen.

Gleichzeitig gab Premiere bekannt, in den kommenden drei Jahren erstmals auch UEFA-Cup-Spiele zu zeigen. So will der Sender ab der kommenden Saison Spiele vom Viertelfinale bis zum Finale ausstrahlen. Insgesamt überträgt Premiere pro Spielzeit 13 Partien, davon mindestens 8 exklusiv. Finanzielle Details wurden nicht genannt.

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