Argwohn auf dem Land

- In einem kleinen Dorf, da, wo früher die deutsch-deutsche Grenze war, steigt Johanna (Bettina Zimmermann) aus dem Bus. Sie war die einzige, die sich auf die Stellenausschreibung für die Kindertagesstätte gemeldet hat. Und sie hat nicht nur den Job bekommen, sondern auch gleich ein altes, halbverfallenes Haus gekauft. Jeder im Dorf kennt es, aber niemand redet gern darüber, dass dort früher ein Mann gewohnt hat, der beim Versuch, in den Westen zu fliehen, erschossen worden sein soll.

Johanna macht die Arbeit mit den Kindern Freude, und sie gewinnt schnell die Sympathien ihrer Kollegin Monika Weber (Julia Richter) und des Dorfpolizisten Thomas Borchert (Johannes Brandrup). Einigen ehemaligen DDR-Grenzsoldaten aber gefällt es gar nicht, dass Johanna sich sehr für die Vergangenheit interessiert. "Es war Mord und ein Dorf schweigt" lautet der Titel eines SAT 1-Thrillers, der ein Stück deutsch-deutscher Geschichte aufgreift.

Nach dem Drehbuch von Timo Berndt drehte Jorgo Papavassiliou - sein RTL-Zweiteiler "Die Sturmflut" wird im Februar zu sehen sein - diesen Film, dessen Hauptfigur ein ganz besonderes Interesse an den Umständen des mysteriösen Todes von Wolfgang Bachmann hat - denn sie ist seine Tochter. "Sie will ihre Vergangenheit aufarbeiten. Sie will keine Rache, aber sie will wissen, wo sie wirklich herkommt und was damals wirklich geschehen ist", erläutert Zimmermann ("Die Luftbrücke") die Motive des Handelns von Johanna. Auf die Spur gebracht haben die junge Frau die Tagebücher ihrer kürzlich verstorbenen Mutter.

Auf dem Dorf zu leben, wo jeder jeden kennt, ist für die Schauspielerin keine neue Erfahrung - auch wenn die Situation in Papavassilious Film eine ganz spezielle ist, der "Fremden" dort mit besonderem Argwohn begegnet wird: "In einem 500-Seelen-Dorf achten die Leute viel stärker aufeinander. Man wird sicher ganz genau beäugt, andererseits gewinnt man auch schneller Freunde - wenn man sich gut eingliedert."

Die DDR kennt die 30-Jährige, die im niedersächsischen Großburgwedel bei Hannover aufwuchs, nur durch Besuche. "Meine Eltern hatten Freunde drüben, dadurch sind wir ständig rübergefahren. Ich fand das als Kind aufregend", erinnert sie sich. "Erst später habe ich begriffen, dass wir zwar zu unseren Freunden fahren, sie uns aber nicht besuchen konnten."

SAT 1, heute, um 20.15 Uhr.

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