Ein Arzt, dem die Patienten lästig sind

München - Neben den nach wie vor beliebten Halbgöttern in Weiß sind im Fernsehen derzeit vor allem die Halbteufel im Arztkittel gefragt, allen voran "Dr. House" aus den USA. Eine deutsche Variante gibt es von heute an (20.15 Uhr) immer mittwochs im ZDF - mit Axel Milberg in der Titelrolle.

Das Original, auf dem "Doktor Martin" (Helling) basiert, stammt allerdings aus Großbritannien. Doch während "Doc Martin" in der südwestenglischen Landschaft Cornwall wirkt, treibt sein deutsches Pendant sein Unwesen in Ostfriesland. "Ihn und keinen anderen" wollte der verantwortliche ZDF-Hauptabteilungsleiter Klaus Bassiner für die Rolle - weil Milberg "so fies und so nett zugleich" sein könne.

So führt er sich auch ein, der Chirurg aus der Großstadt, den es als Hausarzt in die Provinz verschlägt. Schon bei der Hinfahrt starrt er im Zug der Dame gegenüber so innig in die Augen, dass die sich heftig belästigt fühlt. Doch Doktor Martin hat nur die Gabe, mit einem Blick Diagnosen stellen zu können. Hier ist es der Grüne Star, der schleunigst operiert werden muss.

Dieser Arzt ist einerseits ein Wunderheiler, andererseits ein richtiges Ekel. Seine Patienten sind ihm lästig - und denoch kuriert er sie. "Doch", meint Hauptdarsteller Milberg, "ich würde zu diesem Arzt hingehen. Ich will nicht nette Sprüche hören, sondern kompetent erfahren, was eigentlich mit mir los ist."

Für den Sohn einer Ärztin ist es die erste Arztrolle: "Ich hatte mir zuvor nie bewusst gemacht, wie nah ein Arzt an den menschlichen Körper heran muss." Auf die unangenehmen Seiten Martins, der erst mit der Zeit die Zuneigung seiner misstrauischen Patientenschaft gewinnt, lässt er sich mit komödiantischer Wonne ein: "Hauptsache, die Figur ist interessant. Dann kann sie gern auch unsympathisch sein."

So unsympathisch ist der Doktor Martin eigentlich auch gar nicht. Und man erfährt auch irgendwann, warum sich denn der erfolgreiche Chirurg aus Berlin aufs flache Land begeben hat. Die passende Landschaft fand man bei Neuharlingersiel im niedersächsischen Landkreis Wittmund, direkt am Meer, für die Regie wurde der sonst eher auf ernste Stoffe abonnierte Schweizer Markus Imboden ("Ich habe Nein gesagt", "Auf ewig und einen Tag") gewonnen.

Die Bücher halten sich so dicht wie möglich an die britischen Originale, auch wenn der lakonische britische Ton nicht immer leicht zu treffen war, wie Ellen Schwiers beklagt, die Martins Tante spielt: "Gleich mein erster Satz hieß: Bist du ein Mann oder eine Memme? Im Englischen heißt es: Are you man or mouse? Das klingt viel eleganter, und so hätte ich ihn eigentlich lieber gesprochen."

Dennoch hofft man auf einen ähnlichen Erfolg wie den des Originals, das es bisher auf immerhin drei Staffeln und ein Weihnachtsspecial gebracht hat. Wenn die Quote stimmt, wird es auch hier wenigstens eine zweite Staffel geben. Das wird nicht leicht im Kampf mit einer etwaigen Hitzewelle im August. Produzent Tim Gehrke seufzt: "Wir hoffen auf sechs kräftig verregnete Mittwoche."

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