Das Attentat auf "JFK": Die Legende von der "magischen Kugel"

Mainz - Fast 44 Jahre nach den tödlichen Schüssen auf den damaligen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy gilt der Mordfall nach Ansicht vieler Skeptiker immer noch als ungelöst.

In der Dokumentation "Der Kennedy-Mord" (ZDF, 20.15 Uhr) rekonstruieren Jörg Müllner und Jean-Christophe Caron das Geschehen.

Das Attentat schockiert die Welt. John F. Kennedy, der charismatische Präsident, wird am 22. November 1963 in Dallas erschossen. Offiziell von einem einzigen Täter, mittels einer "magischen Kugel", die eine schier unmögliche Flugbahn nimmt. Zweifel an dieser Version nähren so manche Verschwörungstheorie. Jetzt, so das ZDF, lägen neue Beweise dafür vor, dass es einen zweiten Schützen gab. Und Auftraggeber für den Mord am Präsidenten.

Für die Dokumentation wurde der Amateurfilm von Abraham Zapruder erstmals vollständig rekonstruiert. Er hatte als Einziger den tödlichen Schuss gefilmt. Mittels Computeranimation, so Müllner und Caron, lasse sich beweisen, dass der zum alleinigen Täter erklärte Lee Harvey Oswald (er wurde zwei Tage später selbst erschossen) die Limousine des Präsidenten noch gar nicht im Visier haben konnte, als der erste Schuss fiel. Nur mit der abenteuerlichen Version von einer "magischen Kugel" hätten die Ermittler behaupten können, es habe nur einen Schützen gegeben.

Um diese These zu stützen, seien sogar die Röntgenbilder und Verletzungen des Präsidenten manipuliert worden, um Einschüsse von vorne zu vertuschen. Die Zweifel an der offiziellen Version vom Einzeltäter entfacht Regisseur Oliver Stone noch einmal neu mit seinem Spielfilm "JFK - Tatort Dallas" (1991). Der Kongress sieht sich daraufhin gezwungen, bis dahin geheime Akten zu veröffentlichen.

Der Blick in die Akten belegt laut ZDF , dass schlampig ermittelt wurde - und dass der Geheimdienst CIA den Verdacht auf den kubanischen Präsidenten Fidel Castro lenken wollte. Kubanische Exilanten verbreiteten kurz nach dem Attentat, Castro selbst habe den Mordauftrag erteilt. Die Autoren präsentieren Beweise dafür, dass die CIA diesen "Zeugen" dafür zehntausende Dollars zahlte.

Die CIA verweigert bis heute die Freigabe weiterer Akten. Doch auch so lasse sich belegen, dass Oswald in den Wochen vor dem Attentat mehrfach ins Visier der CIA-Agenten geriet, ohne dass die Bedrohung erkannt worden sei.

Den ZDF-Recherchen zufolge kommt die amerikanische Mafia als Urheberin des Mordes in Frage. Sie habe sich von den Kennedys hintergangen gefühlt. Schon Vater Joseph habe demnach Geschäfte mit den Paten gemacht. Auch zum Wahlsieg JFKs hätten die Mafiosi beigetragen - durch Spenden und Stimmen. Doch die Hoffnung, dass "ihr" Präsident nun gegen Castro vorgeht, der auf Kuba die Geschäfte der Mafia behindert, habe sich nicht erfüllt. Im Gegenteil, Kennedys Bruder Robert habe als Justizminister die organisierte Kriminalität mit aller Härte verfolgt. Als Belege für die Urheberschaft der Mafia dienen Pläne, Kennedy am 18. November in Tampa (Florida) zu ermorden. Das FBI habe das Attentat in letzter Sekunde vereiteln können.

"Der Kennedy-Mord" im ZDF

Dienstag, 18. September 2007, 20.15 Uhr

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