Und er lebt doch noch: Der ehemalige Verbrecherjäger Andreas Wolff (Jürgen Heinrich) wird am Dienstag, 20.15 Uhr, zum Gejagten. Zunächst ist die Wiederbelebung ein Pilotfilm, bei guter Quote geht es in die Verlängerung. sat. 1

Auferstanden für die Quote

München - Ex-Fernsehkommissar Jürgen Heinrich spricht im Interview mit dem Münchner Merkur über seine neue und damit alte Rolle in „Wolff - Kampf im Revier“.

Jürgen Heinrich stand zwischen 1992 und 2006 insgesamt 173 Mal in 13 Staffeln als Hauptkommissar Wolff vor der Kamera. Nun ist seine Auszeit vorbei, denn Sat.1 haucht dem Serienklassiker wieder Leben ein. 2006 schloss Heinrich, von Kugeln schwer getroffen, die Augen. Ab Dienstag, 20.15 Uhr, blinzelt er wieder in die Kamera und sagt über seine Serie und seine eigene Zukunft darin: „Ich gehe nicht. Ich bin nicht dafür da, um nur benutzt zu werden.“

Kommissar Wolff ist doch seit mehr als fünf Jahren tot! Und nun die Wiederauferstehung - wie passt das zusammen?

Man hat oft die Befürchtung, dass jemand nicht mehr lebt, nur weil man lange nichts von ihm gehört hat. Totgeglaubte erfreuen sich oft bester Gesundheit. Bei Wolff ist das etwas anders. Er leidet noch an den Folgen der schweren Verletzung von damals.

Nun bekleidet ein anderer die Kommissar-Rolle - ist damit nicht Wolffs erneutes Ende vorbestimmt?

Ich gehe nur, wenn der Zuschauer das so entscheidet. Ich habe mich nicht zur Verfügung gestellt, um wieder zu verschwinden. Aber da mache ich mir gar keine Sorgen. Andreas Wolff ist zwar nicht mehr als Hauptkommissar tätig. Aber allein die Tatsache, dass es Wolff wieder bei Sat.1 gibt, stimmt mich optimistisch. Die Quote ist auch für den Neuen lebensnotwendig. Und es könnte ja sein, dass Kommissar Marck eines Tages beim Einsatz stirbt.

Aber der Neue könnte dem Alten das Terrain doch abspenstig machen - dann müsste die Serie „Marcks Revier“ heißen.

Eine Stadt wird nicht auch gleich umbenannt, wenn der Bürgermeister wechselt. Wichtig ist bei uns: Wir sind Chronisten der Berliner Zeitgeschichte geworden. In der ersten Staffel ist noch deutlich zu sehen, wie marode der Ostteil der Stadt und wie nötig der Zusammenbruch des Sozialismus war.

Was würde Ihr ehemaliger, 2005 verstorbener Weggefährte Klaus Pönitz sagen, wenn er erführe, Wolff geht wieder auf Verbrecherjagd?

Er würde sich mit uns freuen. Ich hatte mit dem damaligen Geschäftsführer, Fred Kogel, deswegen ein Gespräch. Es wurde lang und immer länger. Kogel guckte nicht auf die Uhr, aber am Ende stand fest: Die Quoten in der jüngeren Zielgruppe stimmten nicht. Klaus Pönitz musste gehen.

Das Gespräch führte Carsten Rave.

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