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Der arme Fridolin ist tot: Frauchen Sudwischer (Dorothea Walda) hat den Nachbarn im Verdacht, der Dorfpolizist Max (Aurel Manthei) allerdings sieht das anders... Die erste Episode des neuen Land-Krimis „Mordshunger – Verbrechen und andere Delikatessen“ zeigt das ZDF an diesem Samstag von 21.45 Uhr an.

Tod auf dem Tablett

München - Aurel Manthei über seinen Ermittler Max im neuen ZDF-Land-Krimi „Mordshunger“ und römische Hausmannskost.

Landleben, Kochen und ein paar Morde: In seiner neuen Reihe „Mordshunger – Verbrechen und andere Delikatessen“ verbindet das ZDF regionalen Humor mit skurrilen Typen. Anna Schudt spielt die Dorfwirtin Britta, ihr Bruder Max (Aurel Manthei) ist der Chef der örtlichen Polizei im Bergischen Land mit dem Hang zu Höherem. Die erste Kostprobe liefert das ZDF an diesem Samstag ab 21.45 Uhr. Wir sprachen mit Manthei (39) über seine Rolle, westfälische Spezialitäten und über seine (zwiespältige) Liebe zum Theater. Am 21. September, 20 Uhr, ist der zweifache Familienvater nämlich wieder im Münchner Residenztheater in der Inszenierung von Nikolai Gogols Stück „Der Revisor“ als Bürgermeister zu erleben (Regie: Herbert Fritsch).

Hatten Sie nicht mal die Nase voll von den Ermittlern? Sie haben bei „Stolberg“ den Assistenten von Rudolf Kowalski gespielt und sich erschießen lassen...

Ich wollte nach Zürich ans Schauspielhaus, und da hab’ ich gesagt, dass ich aus der Reihe raus möchte. Also wurde ich gefragt, wie. Ich wollte etwas Dramatisches, wollte in einem Schweinestall abgeknallt werden. Daraus wurde ein Kuhstall. Hat Spaß gemacht.

Und wieso jetzt wieder einen Ermittler?

Es ist ein anderes Format. „Stolberg“ war ein klassischer Derrick-Krimi. Bei „Mordshunger“ geht es um meine ältere Schwester und mich, die auf dem Land aufgewachsen sind. Britta ist außerdem eine hervorragende Köchin.

Wie würden Sie Ihren Max beschreiben?

Max ist der Chef der örtlichen Polizeidirektion, wäre aber viel lieber Ermittler in der Mordkommission in Gummersbach. Er wittert immer und überall einen großen Kriminalfall. Bei ihm geschieht alles aus dem Bauch heraus.

-Max springt mit einer Verdächtigen in die Kiste...

(Lacht.) Ja, die Verdächtige ist mit Max in die Schule gegangen. Sie kommt zurück ins Dorf, und es funkt gleich. Aber da wird nichts draus, weil zwischen Max und seine Schwester kein Blatt passt.

Haben Sie selbst auch Geschwister?

Ja, ich habe zwei ältere Schwestern und einen jüngeren Bruder. Ich kenne mich also mit Schwestern aus – auch wie sie nerven können. (Lacht.)

Sie kommen auch aus dem Bergischen Land, oder? Sind Sie ein Landei oder Stadtmensch?

Ja, ich bin gebürtiger Wuppertaler – und ich bin beides, weil ich beides exzessiv mitgemacht habe. Mittlerweile hacke ich aber gerne im Garten und bastle an meinen Motorrädern. Das Ideal wäre natürlich den Bauernhof mitten in der Stadt zu haben, den will ja jeder. Seit zwei Jahren allerdings wohne ich mit meiner Familie in München Alt-Riem. Ein guter Kompromiss.

Kennen Sie mittlerweile den Unterschied zwischen dem bayerischen und westfälischen Humor?

In den bayerischen Serien wird der Humor überzeichneter dargestellt als das, was wir vorhaben. Bei uns geht es um die skurrile Ebene.

Könnte man die Serie also nicht versetzen – beispielsweise aufs Berliner Land?

Wir sprechen jetzt nicht explizit den für das Bergische Land typischen Dialekt. Aber es gibt Schiefer und Fachwerk, wir haben in Wermelskirchen und Rausmühle am alten Jakobsweg gedreht. „Mordshunger“ ist optisch manchmal wie eine Landliebe-Werbung, weil es um das Essen geht.

Werden regionale Spezialitäten aufgetischt?

Die Schwester kocht querbeet. In einer Folge gibt es römische Speisen, weil dort gerade eine Ausgrabung stattfindet. Sieht grauslig aus und schmeckt auch so. Aber sie kocht auch Rouladen, Kartoffelstampf, Klöße...

Also haben Sie bei den Dreharbeiten ordentlich zugeschlagen.

Nein, das ist alles von der Requisite vorbereitet.

Ach so, Plastikknödel...

(Lacht.) Das nicht, aber die Gerichte stehen vorbereitet Stunden in der Küche bis die Szene dran ist. Dann werden sie nur noch in der Mikro aufgeheizt für den Dampf.

Auf was stehen Sie privat? Auf Römisches?

(Lacht.) Auf Hausmannskost. Ich schnippel auch gern selbst, das beruhigt. Aber ich koche frei Schnauze...

Das kann ja ordentlich in die Hose gehen.

Ich mache immer dieselben fünf Gerichte, die gehen.

Also würden Sie eine Woche Selbstverköstigung überstehen...

(Lacht.) Genau, länger wär’s schwierig.

A propos Länge: Warum wurden denn erst vier Folgen abgedreht?

Das ZDF wartet ab. Wenn der „Land-Krimi mit Schmunzelgarantie“ den Leuten gefällt, machen wir weiter. Die Quote entscheidet auch bei den Öffentlich-Rechtlichen.

Weil Sie diese Beschreibung erwähnen: Wie grenzen Sie sich von den anderen „Schmunzel-Krimis“ ab? Es kam der Vorwurf auf, sie werden immer ähnlicher.

Es kam auch die Frage auf, warum das ZDF erst jetzt auf diesen Zug aufspringt. Das weiß ich nicht. Da bin ich der falsche Ansprechpartner.

Sie sind auch im Ensemble des Residenztheaters. Wie unterschiedlich ist denn die Arbeit am Theater im Vergleich zu der für das Fernsehen?

Beim Theater kann man drei Wochen mit dem Ensemble in die falsche Richtung laufen, und muss dann neu denken, neu anfangen. Beim Fernsehen muss alles so gut und vor allem so schnell wie möglich gedreht werden. Ein Arbeitstag ist teuer. Bei „Mordshunger“ haben wir zwischen drei und fünf Minuten gedreht – bei Letzterem weiß man schon vorher: Das wird anstrengend.

Man sagt, es sei ein Abstieg, wenn ein Theaterschauspieler zum Fernsehen geht...

Ich habe das Glück, dass ich immer beides machen und kombinieren konnte. Aber Abstieg würde ich das nicht nennen. Das ist gehässig, hämisch und neidisch. Das Theater ist immer eine Herausforderung...

...und das andere eine sichere Einnahmequelle...

Wir sind fahrendes Volk. Als Schauspieler begibt man sich bewusst in die Unsicherheit, um Neues zu entwickeln. Stag-nation ist der Tod für den Künstler.

-Was ist denn das Innovative an „Mordshunger“?

Dass die Hauptfiguren aus der Mitte der Leute kommen, zwischen denen sie ermitteln. Und dass das Essen eine Rolle spielt. Nicht dieser Schickimicki-Kram, sondern großer Teller, großer Haufen. Und solche Kleinigkeiten wie „Draußen nur Kännchen“. Das steht sogar beim Hof der Geschwister draußen auf einem Schild. Das verbinde ich zum Beispiel sofort mit westfälischen Ausflugslokalen.

Das Gespräch führte Angelika Mayr

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