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Aydo Abay (l.) mit einem Teil der Band, die gar nicht seine ist.

Mit fremder Band im Statement-Shirt

Skurriler Playback-Auftritt beim ZDF-Fernsehgarten: So kam es dazu

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Mainz - Der ZDF-Fernsehgarten sorgt bei Fans für gute Unterhaltung. Aber auch immer mal wieder für ungewollte Lacher. Am Sonntag gab es einen äußerst skurrilen Auftritt.

Der ZDF-Fernsehgarten gilt gemeinhin als eher leichte Kost. Angeleitet von der unverwüstlichen Moderatorin Andrea Kiewel, stehen Publikum und mal mehr, mal minder prominente Gäste im Grünen und lassen sich die Sonne auf den Leib scheinen. Das rhythmische Geklatsche bei den musikalischen Darbietungen gehört zum guten Ton.

Auch für Freunde des Trash-TV angenehm: Die Veranstaltung scheint sich selbst nicht so richtig ernst zu nehmen. Und ist immer mal wieder für freiwillige oder unfreiwillige Lacher gut. Da passte ein Auftritt vom Sonntag gut ins Bild.

Denn Aydo Abay war eingeladen. Der 43-Jährige ist seit vielen Jahren eine Größe der deutschsprachigen Indie-Rock-Szene, hatte seine größten Erfolge zur Jahrtausendwende mit der Band Blackmail. Seit kurzem ist er mit einer neuen Band unterwegs, die sich Abay nennt.

Abay (2.v.r.) nutzte prompt die Chance für ein Foto mit Beatrice Egli.

Am Sonntag nun kam es zum Auftritt beim ZDF-Fernsehgarten. Das schien schon mal stilistisch nicht so ganz zu passen - schließlich performen dort eher Künstler aus der leichteren Schiene, etwa Schlager-Chanteuse Beatrice Egli, die ebenfalls am Sonntag zu Gast war. Und entsprechend geriet der Auftritt von Aydo Abay auch zum Kuriosum. Und zum Statement.

"FCK NZS"-Shirt im Schunkel-TV

Unter seinem Sakko trug Abay ein Shirt mit dem Aufdruck "FCK NZS", sollte kraftausdrückend heißen: "Fuck Nazis". Die klare Botschaft blitzte immer wieder unter dem Jäckchen hervor. Und ist mehr als ungewöhnlich fürs Schunkel-Fernsehen "Das T-Shirt musste sein. Deutschland geht es nicht gut", erklärt Abay unserer Onlineredaktion. So mancher Internet-User feiert Abay dafür: "Top Performance & 1A Garderobe", schreibt etwa Steffen B. auf der Facebook-Seite der Band.

Dass der Auftritt Playback war, was in der Indie-Rock-Szene absolut verpönt ist, verhehlt Abay gar nicht. Das ist eben so beim Fernsehgarten. Insofern konnte er sich auch eine weitere Skurrilität gönnen - und kurzerhand seine Band austauschen. Weil sein Mitmusiker Jonas Pfetzing (ansonsten bei Juli tätig) wegen eines Benefiz-Golfturniers (!) verhindert war, rekrutierte er kurzerhand die etwas betagte Band des Papas seines Bassisten Ole Fries. Und machte via Facebook ebenfalls kein Geheimnis daraus:

Trotz seines augenzwinkernden Facebook-Kommentars "Danke Publikum. Ihr klatscht sehr schön!" wollte er den ZDF-Fernsehgarten keineswegs blamieren, stellt er klar: "Ich wollte niemanden bloßstellen. Ich wollte nur einen anderen Weg gehen als andere und mochte die Herausforderung. Ein bisschen Spaß musste dennoch sein!"

Der schräge Auftritt verbreitet sich allmählich bei Facebook. "Bizarr", kommentiert ein User. "Das ist so bekloppt, dass es glatt als offizielles Video taugt", schreibt ein weiterer. Und René Arbeithuber, selbst Keyboarder bei der Ingolstädter Band Slut, zollt dem Ganzen Respekt: "Die Band ist weltklasse."

"Die stehen wenigstens zu ihrer verlogenen Weltanschauung"

Abays Resümee: "Es war ein sehr aufregender Tag, wir hatten alle Spaß, und die Fernsehgarten-Welt ist bunt. Mir ist aufgefallen, dass dort alle allen alles gönnen; anders als in der hippen Indie-Welt. Die stehen wenigstens zu ihrer verlogenen Weltanschauung und dem Prinzip 'Heile Welt an - böse Welt aus.' Das ist gut. Zumindest ehrlich!"

Den Titel des merkwürdigsten Playback-Auftritts im TV ever hat Abay allerdings verpasst - den hält weiterhin eine "Unten ohne"-Gitarristin.

lin

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