Bambi am Rhein: Cruise als Star der Preisgala in Düsseldorf

Düsseldorf - Der traditionsreichste deutsche Medienpreis, der Bambi, ist am Donnerstagabend in Düsseldorf vor der Rekordzahl von 1300 prominenten Gästen verliehen worden. Star des Abends war Hollywoodikone Tom Cruise (45). Er erhielt den Preis in der Kategorie "Mut", weil er den Hitler-Attentäter Stauffenberg spielt.

Es sei "ein Privileg, den größten deutschen Widerstandskämpfer zu spielen", sagte Cruise. Die Ehrung stieß auch auf Kritik: "Einen Film zu drehen, dafür 50 Millionen Dollar zu bekommen - ich finde, da gibt es Mutigeres", sagte Schauspieler Heiner Lauterbach (54).

Sophia Loren (73) wurde für ihr Lebenswerk geehrt. "Ich glaube, das ist jetzt der Neunte. Langsam wird es eine sehr große Herde", sagte die Filmdiva über ihre Bambi-Sammlung. Die goldenen Kitze gingen außerdem an Armin Mueller-Stahl (76), Katja Riemann (44), Matthias Schweighöfer (26), den Komiker Hape Kerkeling (42), Königin Rania von Jordanien (37) und den Boxer Henry Maske (43).

Einen Überraschungs-Bambi erhielt Schauspieler Johannes Heesters wenige Tage vor seinem 104. Geburtstag. "Dass ich heute Abend hier bin, ist für mich ein Rätsel geworden", sagte Heesters vor dem illustren Publikum.

Königin Rania von Jordanien wurde für ihr Engagement für die Gleichberechtigung der Frau und gegen Kindesmissbrauch mit einem Ehren-Bambi ausgezeichnet. Die Laudatio auf sie hielt der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher. "Sie ist mit ihrem humanitären Engagement zur Brückenbauerin für den gesamten arabischen Raum geworden", sagte der Politiker.

Vor Beginn der 59. Bambi-Verleihung hieß es auf dem roten Teppich Schaulaufen im Dauerregen. Dabei kam es zu einem kleinen Eklat: Schauspielerin Gudrun Landgrebe (57) trat auf das Abendkleid von Sabine Christiansen (50) und riss es dadurch ein. "Jetzt ist es durch", bemerkte die Talkshow-Moderatorin und setzte dann säuerlich hinzu: "Dankeschön!"

Einen Reinfall erlebte die Stadt Düsseldorf, die die Prominenz mit dem "größten roten Teppich der Welt" begrüßen wollte. Für mehr als 100 000 Euro sollte ein Lichtkünstler mit 70 der angeblich stärksten Scheinwerfer der Welt den Rhein auf sechs Kilometern in rotes Licht tauchen. Dafür war sogar der Schiffsverkehr unterbrochen worden. Doch die Scheinwerfer schafften es wie bereits bei der Generalprobe nicht, den erhofften Effekt zu erzielen - es blieb dunkel.

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