Bayerischer Fernsehpreis: Tränen, Hitze und Stromausfall

- München - Rosemarie Fendel war ganz ergriffen: Als Max von Thun ihr am Freitagabend in München den Bayerischen Fernsehpreis als beste Schauspielerin überreichte, standen der 80-Jährigen Tränen in den Augen. Im Stehen spendete das Publikum der großen Dame des deutschen Films seinen Beifall.

Die Jury hatte Fendel die mit 8000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre empfindsame Darstellung einer betrogenen Frau in dem ARD-Fernsehfilm "Das zweite Leben" zuerkannt. Ihr Schauspielkollege Friedrich von Thun (64) dagegen jubelte, als er den "Blauen Panther" für seine Rolle in dem ARD-Film "Helen, Fred und Ted" entgegennahm. "Ich war hier schon Laudator und jetzt bin ich Triumphator", dankte er der Bayerischen Staatsregierung, die an diesem Abend 15 Auszeichnungen vergeben hatte, die zusammen mit 127 000 Euro dotiert waren.

Zu den strahlenden Gewinnern gehörten auch Saskia Vester (47) und Christian Ulmen (31), die als beste Darsteller in der Kategorie Serie und Reihe ausgezeichnet wurden. Für Vester kam der Preis für ihre Rolle als engagierte ZDF-Kommissarin völlig überraschend. Übers ganze Gesicht strahlend umarmte sie im Überschwang der Gefühle die vor ihr sitzende Andrea Sawatzki, die mit Michaela May für dieselbe Auszeichnung nominiert gewesen war. "Es ist auch der erste Preis, den ich kriege", jubelte Vester in ihrer Dankesrede. Als Rosalie Thomass sich für den Nachwuchsförderpreis bedankte, flossen dagegen Tränen - allerdings nur bei ihrer stolzen Mutter. Die Tochter freute sich über das Preisgeld: "Ich kann 10 000 Euro super gebrauchen, ich habe tolle Pläne damit."

Höhepunkt des Abends war der undotierte Ehrenpreis, den Moderator Frank Elstner aus den Händen von Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) bekam. "Wer so viele Glanzlichter zünden konnte wie Sie, der darf sich nicht wundern, wenn der blaue Panther die Witterung aufnimmt", sagte Stoiber. "Herzlichen Glückwunsch und vor allem auch herzlichen Dank dafür, was sie den Menschen in den letzten Jahrzehnten an Unterhaltung in manchmal auch trüben Stunden gegeben haben." Auch Joachim Fuchsberger zollte seinem guten Freund Respekt: Er sei einer der ganz wenigen, der mit "Wetten dass...?" eine der größten Shows der Welt erfunden habe. "Wir anderen haben ja nur geklaut und adaptiert", bekannte der 80-jährige Show-Master.

Elstner nahm den Preis mit Humor: Er sei immer der Jüngste gewesen, der jüngste Chefsprecher, der jüngste Samstagabend-Moderator. "Dann kriegt man so einen Preis und dann stellt man fest, das mit dem Jüngsten ist jetzt aber schon lange vorbei. Dann gehörst du jetzt zu den alten Hasen", scherzte der 65-Jährige.

Auch ohne das freudige Herzklopfen nach einem Gewinn war es ein heißer Abend: Den Ehrengästen im vollbesetzten Prinzregententheater stand trotz luftiger Abendgarderobe der Schweiß auf der Stirn. Viele fächelten sich mit Programmheften Kühlung zu. Dann legte auch noch kurz nach Beginn der Preisverleihung ein Stromausfall die Zeremonie für fast eine halbe Stunde lahm. Die Münchner "Tatort"-Kommissare Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec und Michael Fitz überbrückten die Wartezeit jedoch mit einer eigenwilligen Version des Hans-Albers-Klassikers "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins".

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