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Nach einer Vergewaltigung traumatisiert: Anna Maria Sturm in der Münchner Episode „Nie wieder frei sein“ aus der ARD-Reihe „Tatort“.

Der Bayerische Rundfunk stellte in München seine wichtigsten Produktionen für Fernsehen und Kino vor

Bayerischer Rundfunk: Stolz und Pessimismus

„Abwrackprämie“ – ein Wort, das nicht so recht passen will zu diesem Vormittag, an dem der Bayerische Rundfunk im „Neuen Forum“ auf der Münchner Museumsinsel seine Film-Highlights fürs laufende Jahr präsentiert.

Gerhard Fuchs, Fernsehdirektor des Münchner Senders, benutzt den schillernden Begriff trotzdem, setzt ihn in Kontrast zur Arbeit der kreativen Köpfe bei Film und Fernsehen, denen man auch in Zeiten der Wirtschaftskrise die finanzielle Unterstützung nicht verweigern dürfe, um nicht eine Verödung des Programms zu riskieren.

Beschwörende Sätze, denen Fuchs sogleich hoffnungsvolle Töne hinzufügt. Es gebe „erste kleine Erfolge“, so habe der Filmfernsehfonds (FFF) im vergangenen Jahr 650 000 Euro mehr zur Ermöglichung von Filmprojekten zur Verfügung stellen können. Dennoch warb der oberste Filmzampano des BR um „Verständnis für notwendige Kompromisse“.

Biest: Mathilde Bundschuh (l.) und Veronica Ferres in „Rosannas Tochter“.

Kreativität nicht nur bei neuen Stoffen, sondern auch bei der Finanzierung der filmischen Umsetzung ist auch für BR-Fernsehfilmchefin Bettina Reitz das Gebot der Stunde. Sender und Produzenten müssten enger zusammenarbeiten, Projekte zur Not auch einmal verschoben werden. So seien Fernsehfilme für den „Filmmittwoch im Ersten“ eigentlich nur noch in Koproduktion mehrerer Landesrundfunkanstalten möglich. Auch in Reitz’ Rede umrahmt der Stolz auf das Erreichte den Pessimismus. Man habe „außergewöhnlich gute Arbeit“ geleistet, so die BR-Fernsehfilmchefin. Dies müsse betont werden in Zeiten, in denen nach dem Fall Doris Heinze beim NDR die „Redaktionen unter Generalverdacht“ stünden. So könne man sich auch 2010 auf „viele wunderbare Produktionen freuen“.

Einen großen Raum in der Jahresproduktion nimmt traditionell das Genre Krimi ein. Zwei Münchner „Tatorte“ stehen auf dem Programm der ARD. In „Unsterblich schön“ geht es um den Traum von der ewigen Jugend, in „Nie wieder frei sein“ mit Anna Maria Sturm um einen mutmaßlichen Vergewaltiger, der wider Erwarten freigesprochen wird. „Zapfenstreich“, der letzte „Polizeiruf 110“ mit Stefanie Stappenbeck, spielt erneut im Milieu der Bundeswehr. Mit „Sau Nummer vier“, einem Fall aus Niederbayern spielt, setzt der BR seine Reihe mit Krimis, die in den Regionen des Freistaats angesiedelt sind, fort. Johanna Bittenbinder gibt ihr Debüt als Kriminalerin.

Beim Bund: Stefanie Stappenbeck (r.) in „Polizeiruf 110“.

Und noch eine Polizistin spielt eine Rolle in einem Fernsehfilm – allerdings mit eher sozialkritischem Aspekt. In „In aller Stille“ verkörpert Nina Kunzendorf eine Beamtin, die mit einem Fall von Kindesmisshandlung konfrontiert wird. Ein Beziehungsdrama ist die Produktion „Rosannas Tochter“ mit Veronica Ferres und Martin Feifel. Ein kinderloses Ehepaar nimmt die Tochter einer tödlich verunglückten Freundin bei sich auf. Schon bald beginnt die 14-Jährige einen Keil zwischen ihre Zieheltern zu treiben.

Dass West und Ost trotz allem doch ganz gut harmonieren, erzählt die Komödie „Keiner geht verloren“ um eine ungewöhnliche Familienzusammenführung. In den Hauptrollen sind Sylvester Groth, Carmen Maja Antoni und Eva Mattes zu sehen. Ein Kammerspiel um verdrängte Gefühle ist der Fernsehfilm „Alles Liebe“. Hannelore Elsner spielt eine Mutter, deren Kinder ihr zum 65. Geburtstag eine ganz besondere Freude machen wollen.

Die Reihe „Alpendrama“ ergänzt der Münchner Sender um den Film „Die Route“ mit Maximilian Brückner und Stephan Luca, in dem es um bergsteigerischen Ehrgeiz geht, der in die Katastrophe führt. Auch Freunde des Kostümfilms kommen auf ihre Kosten. Die ARD zeigt im Herbst als Zweiteiler das Epos „Henri 4“, eine BR-Koproduktion, die zunächst im Frühjahr im Kino zu sehen sein wird. In dem Epos um die Religionskriege in Frankreich spielen unter anderen Hannelore Hoger, Joachim Król und Ulrich Noethen mit. Fürs Kino produziert hat der Münchner Sender den Streifen „Bergblut“, in dessen Mittelpunkt die Ehe zwischen einem Tiroler und einer Bayerin in der Zeit des Volksaufstandes um Andreas Hofer steht. Die Hauptrollen spielen Inga Birkenfeld und Wolfgang Menardi.

Fortgesetzt werden die BR-Serien „Franzi“ mit Jule Ronstedt und „Der Kaiser von Schexing“ mit Dieter Fischer.

Von Rudolf Ogiermann

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