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Bea (32) und Tim (31) aus Nordrhein-Westfalen Foto: Christoph Kassette/Sat.1/dpa

Verkuppelt bei Sat.1

Fremde heirateten im TV: "Brauch' einen Schnaps"

Berlin - TV-Experiment: Bea Bäcker (32) und Tim Kirschbaum (31) haben sich als erstes deutsches Paar für die neue Sat.1-Sendung "Hochzeit auf den ersten Blick" das Jawort gegeben. Sie haben sich noch nie zuvor gesehen.

Gespannte Freude vor der Hochzeit, Familie und Freunde im Saal - doch was wie eine ganz alltägliche Eheschließung wirkt, ist stattdessen Höhepunkt der umstrittenen Sat.1-Sendung „Hochzeit auf den ersten Blick“. Denn die Eheleute Tim Kirschbaum (31) und Beate Bäcker (32) haben sich noch nie zuvor gesehen. Ein Team aus Experten, darunter eine Psychoanalytikerin und ein Theologe, hat die beiden aus einer Flut von Bewerbern zusammengefügt. Tim und Bea - ein Traumpaar der Wissenschaft und dann auch noch vor Fernsehkameras?

„Es geht nicht um Liebe auf den ersten Blick, sondern darum, Liebe zu lernen“, betonen in der Sendung die Spezialisten, die das Paar aus Nordrhein-Westfalen verkuppelt haben. In allen Analysen hätten Tim und Bea „sehr hohe Übereinstimmungswerte“ aufgewiesen. Unter die Lupe genommen wurden die Bereiche Treue, Sexualität, Dominanz, Bindungs- und Einfühlungsvermögen. Eine Paartherapeutin und ein Heilpraktiker, der die Wohnungen der beiden analysierte, komplettieren die „Jury“.

„Ich darf Ihnen gratulieren, wir haben ein Match für Sie gefunden“: Das ist zwei Wochen vor der geplanten Hochzeit die Ansage für das Paar. Die Wissenschaft meint, den Traumpartner in spe für die beiden entdeckt zu haben. „Oh, mein Gott. Ich brauch' einen Schnaps“, zeigt sich Bea überwältigt von der Nachricht.

Die Kameras sind auf Schritt und Tritt dabei, beobachten die Suche nach Brautkleid und Hochzeitsanzug, zeigen ungläubige Verkäufer sowie gespannte Verwandte und Freunde. Beas Mutter gibt sich betont locker. „Früher bei den alten Rittersleuten war es auch nicht anders“, meint Renate Bäcker.

Und dann steht das Paar vor dem Standesbeamten - bereit für ihr „blind wedding“. Fast aufgelöst, aber lächelnd wird Bea von ihrem Vater in den prunkvollen Saal von Schloss Morsbroich in Leverkusen geführt. Mit breitem Strahlen nimmt Tim seine Braut in Empfang. „So 'ne Verrückte müssen die erstmal finden, die mich aushalten kann“, hat der gelernte Automobilkaufmann zuvor noch gemeint. Mit einer Frau zusammengewohnt hat er - „ich bin so wahnsinnig schüchtern“ - noch nie, so erzählt er es jedenfalls Sat.1.

„Wie heißt Du?“, fragt Tim nun seine Zukünftige, als er sie zum ersten Mal trifft - vor dem Standesbeamten. Denn nicht einmal der Name des Auserwählten ist den Kandidaten angeblich verraten worden. Aber das hindert Bea und Tim nicht.

„Ja, ich will“, antworten beide auf die wichtigste aller Fragen. Den Hochzeitskuss drückt der Bräutigam seiner frisch angetrauten Gattin dann aber zunächst nur vorsichtig auf die Backe, für den Kuss auf den Mund traut er sich noch nicht. Die Ehe sei rechtsgültig, das hat Sat.1 schon im Vorfeld stets betont. Das ist vermutlich auch ein Grund, warum die Show nach dänischen Vorbild auf breite Kritik stößt. Die Ehe sei nicht für sozialwissenschaftliche Experimente geeignet, betonen Kirchenvertreter und Politiker.

Bea und Tim scheint das in den ersten Stunden ihrer Ehe nicht zu stören. Beide strahlen übers ganze Gesicht und schauen sich immer wieder an. Und turtelnd geben sich die beiden dann doch Küsschen für Küsschen auf den Mund. Er habe sich „richtig verliebt in die Frau“, meint Tim im Überschwang der Gefühle. „Ich bin total happy, die gebe ich nicht mehr her.“ Aber ob das Glück von Dauer ist, weiß zunächst nur Sat.1. Die Expertenrunde schickt das frisch vermählte Ehepaar auf Hochzeitsreise nach Island. Einige Wochen Zeit bleiben, dann sollen sich Braut und Bräutigam entscheiden, ob sie vorerst zusammenbleiben - oder doch lieber gleich die Scheidung einreichen.

dpa

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