"Beam mich rauf, Scotty"

- Nach heutigen digitalen Standards sind die "Spezialeffekte" des Originals amateurhaft. Das berühmte Raumschiff Enterprise sieht aus wie eine Frisbee-Scheibe mit Griff, die fremden Sonnensysteme, die zu erforschen Captain James T. Kirk und seine Mannschaft auszogen, sind auf Pappe aufgemalt. Und über die hautengen, Raumanzüge von Kirk, Spock und "Scotty" lässt sich modisch sowieso streiten. Trotzdem wurde die Serie, die vor 40 Jahren, im September des Jahres 1966, zum ersten Mal auf dem amerikanischen Sender NBC lief, zum Kult.

Der Sender selbst drang mit "Star Trek" in "Galaxien vor, die nie ein Mensch gesehen hat", wie es in dem berühmten Vorspann heißt - gesprochen von William Shatner alias Kirk. Bis Produzent und Drehbuchautor Gene Roddenberry mit der Idee kam, gab es nämlich noch keine Science Fiction-Produktion im Fernsehen. Nur wenige Jahre, bevor der erste Mensch den Mond betrat, mitten im Kalten Krieg, trafen die Fantasien über das Leben auf anderen Planeten allerdings den Zeitgeist. "Beam mich rauf, Scotty" kam da als Ausdruck der Flucht aus der Realität gerade recht. NBC nahm die Serie allerdings nicht allzu ernst und zeigte sie im Kinderprogramm.

Furore machten nicht nur die intergalaktischen Reisen der Enterprise-Mannschaft, sondern auch ein Filmkuss. Als der weiße Käpt'n Kirk der Afroamerikanerin Lieutenant Uhura (Nichelle Nicols) einen Kuss auf den Mund drückte - wenn auch laut Drehbuch durch eine fremde Macht gezwungen - sorgte das im Amerika der Rassentrennung 1968 für einen Skandal. Einige Südstaaten weigerten sich jahrelang, die Folge auszustrahlen.

Nach zwei Staffeln sollte die Serie abgesetzt werden. NBC hatte jedoch nicht mit der breiten Fangemeinde gerechnet, die heute "Trekkies" genannt werden. Nach massiven Protesten gab es noch eine dritte Staffel. Im Jahr 1969 war dann - nach 78 Folgen - zunächst Schluss mit dem Original. Es inspirierte jedoch noch mehrere Folgeserien (unter anderem "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert") mit insgesamt 726 Episoden, zehn Kinofilme, hunderte Romane und Computerspiele. In Deutschland lief Raumschiff Enterprise mit insgesamt 39 Folgen erstmals im Jahr 1972.

Jedes Jahr kommen die wahren "Trekkies" zu überregionalen Treffen zusammen, veranstalten "Star Trek"-Nächte, laufen in Kostümen herum und unterhalten sich in der Fantasiesprache Klingonisch. Eine Begeisterung, die sogar William "Käpt'n Kirk" Shatner unverständlich bleibt. "Ist wohl alles eine Frage der richtigen Drogen", sagte der heute 75-jährige gebürtige Kanadier einmal im Interview. Für Puristen stahlt CBS ab dem 16. September die originalen 79 Episoden aus - allerdings nach neuestem Standard digital aufgemöbelt.

In Deutschland zelebriert der Privatsender Kabel 1 den 40. Geburtstag der Kultserie. Ab dem 23. September gibt es eine neunteilige "Star Trek"-Spielfilmreihe, zugleich beschäftigen sich viele Beiträge in Kabel 1-Informationssendungen mit Themen rund um Science Fiction. Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten ist der 3. Oktober, an dem der Sender - nach den Wünschen der Zuschauer - die zehn beliebtesten "Star Trek"-Folgen ausstrahlt.

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