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Markus Stoll mit seiner Serien-Partnerin Lisa Bitter

Comedian Markus Stoll startet mit München-Serie „Der Beischläfer“ auf Amazon durch

Harrys neuer Hit

  • Stefanie Thyssen
    vonStefanie Thyssen
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So viel München war lange nicht mehr auf dem Bildschirm! Die Serie „Der Beischläfer“, die aktuell beim Streamingdienst Amazon Prime läuft, ist der Überraschungserfolg des Jahres. Wir sprachen mit Hauptdarsteller Markus Stoll alias Harry G über den Hit.

Fast 90 Prozent der Bewertungen bei Amazon sind die Höchstmarke von fünf Sternen – und das völlig zu Recht. Die Geschichten kommen so charmant daher, dass Erinnerungen an Klassiker wie „Irgendwie und Sowieso“ oder die großen Serien Helmut Dietls wach werden. 

Worum es geht

Markus Stoll spielt den umtriebigen Autoschrauber Charlie Menzinger, der gegen seinen Willen zum Schöffen berufen wird. Als „Stimme des Volkes“ muss er fortan für Recht und Ordnung sorgen, obwohl er seit dem Unfalltod seiner Frau Marie selbst gar nicht mehr an Gerechtigkeit glaubt. Im Gerichtssaal trifft Menzinger auf die strenge Richterin Dr. Julia Kellermann (Lisa Bitter), mit der er sich fortan berufliche und private Kämpfe liefert.

Wer die Idee hatte

„Mein Management und ich hatten immer schon die Idee, ein eigenes ,Bewegtbild-projekt‘ zu machen, ob Film oder Serie“, sagt Markus Stoll im Gespräch mit unserer Zeitung. „Am Anfang konnten wir uns gar nicht vorstellen, dass aus unserer laxen Idee so etwas Großes und Tolles wird.“ Jetzt sei er „wahnsinnig froh und erleichtert“, dass es so gut funktioniere. Als Autor der sechs Folgen ist übrigens Murmel Clausen mit an Bord, der für den „Tatort“ aus Weimar schon sehr schöne Drehbücher geschrieben hat.

Die Vorbilder

Allein der Name der Titelfigur – Charlie Menzinger – klingt nach einer Mischung aus Günther Maria Halmers „Tscharlie“ aus Helmut Dietls „Münchner Geschichten“ und dem legendären „Monaco Franze“ Franz Münchinger alias Helmut Fischer. Überhaupt hat man den Eindruck, dass die großen bayerischen Serien Pate für den „Beischläfer“ gestanden haben. „Wir wollten auf keinen Fall kopieren und Vergleiche ziehen zu diesen großartigen Serien“, sagt Stoll. „Die einzigen Parallelen: Wir reden Bairisch, und es passiert in München.“ Aber natürlich hätten sie sich inspirieren lassen. „Uns war es aber dennoch sehr wichtig, das München von heute abzubilden.“ Und das gelingt der Serie tatsächlich sehr gut. Ob bekannte Straßen wie die Maximilianstraße oder kleine Ecken in den Stadtvierteln – München spielt die heimliche Hauptrolle, ebenso die Musik, die von der oberbayerischen Band Dreiviertelblut stammt.

Wer mitspielt

Neben Markus Stoll alias Charlie Menzinger ist Lisa Bitter als Richterin eine echte Entdeckung. Bekannt ist sie als Partnerin von Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) im „Tatort“ aus Ludwigshafen. Hier ist sie um Längen besser als im Krimi. „Lisa und ich waren uns gänzlich unbekannt, ich kannte sie nicht, sie kannte mich nicht“, erinnert sich Markus Stoll. „Dann haben wir ein Casting gemacht, mehrere Schauspielerinnen kamen vorbei, aber als Lisa und ich zwei Sätze gewechselt hatten, war die Entscheidung für sie klar. Da stimmt einfach die Chemie.“

Warum Amazon Prime?

„Zu Beginn war vollkommen offen, wer das Projekt nimmt“, erzählt Markus Stoll. „Wir haben es mehreren angeboten, und dann habe ich die Erfahrung gemacht, dass Amazon einfach unglaublich schnell und unkompliziert ist, wenn es um Entscheidungen und Umsetzung angeht.“ Dieses Tempo hätten die öffentlich-rechtlichen Sender nicht. „Amazon ist agil, dynamisch und flexibel“, so Stoll.

Einziger Makel

Der Titel. „Beischläfer“ (so nennen Juristen angeblich die immer müden Schöffen, also Beisitzer, bei Gericht) klingt nach Klamauk. Aber sei’s drum. Gibt es denn eigentlich eine zweite Staffel? „Es fühlt sich alles so gut an – das Produkt an sich, aber auch, wie die Serie angenommen und von der Kritik besprochen wird“, sagt Stoll. „Da wäre es ja eigentlich nur logisch, wenn es weitergeht.“

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