Die Berge und das Meer

- Veit Heinichen lebt in Triest. In die italienische Hafenstadt an der Adria hat der Schriftsteller noch einen wichtigen Partner mitgebracht - Proteo Laurenti. Den "Commissario Laurenti" gab es bisher jedoch nur als Romanheld. Jetzt hat ihn die ARD zum Leben erweckt - in der Gestalt des Schauspielers Henry Hübchen ("Alles auf Zucker", "Sonnenallee"). Zwei Folgen sind abgedreht, "Die Toten vom Karst" und "Gib jedem seinen eigenen Tod".

"Triest ist der Prototyp einer europäischen Stadt", sagt Heinichen. "Hier treffen die slawische und romanische Welt aufeinander, die Berge und das Meer, das Mediterrane und der Norden." Ideale Bedingungen aus seiner Sicht, um Kriminalromane zu entwickeln. "In dieser Stadt hat jeder eine Neurose", fügt Produzentin Katharina Trebitsch hinzu. Das habe schon Sigmund Freud gesagt. Trebitsch hat die Filmrechte an Heinichens Romanfigur erworben, ebenso wie zuvor die an Donna Leons "Commissario Brunetti"-Abenteuern.

Auch Laurenti-Darsteller Hübchen kann auf Krimierfahrung zurückblicken. Für die ARD verkörperte er fünf Mal im Schweriner "Polizeiruf 110" den Hauptkommissar Tobias Törner. Jetzt habe er sich für eine neue Frau entschieden, so der 59-Jährige. Aber er hätte wohl nichts gegen zwei feste Beziehungen gehabt. Denn den Törner hätte er weitergespielt: "Bei der ARD aber war man anderer Meinung."

Die neue Frau, für die sich Hübchen entschied, ist im Film Barbara Rudnik, die sich an seiner Seite als luxussüchtig entpuppt und ständig auf der Suche nach einer neuen Wohnung mit Blick aufs Meer ist. Dabei lässt sie ganz die Kosten außer Acht. Das führt schnell zu Spannungen, denn auch italienische Kripobeamte verdienen nicht sehr viel. Hübchens Filmtochter ist Sophia Thomalla, Tochter von Schauspielerin Simone Thomalla. Die 16-Jährige stand für "Commissario Laurenti" zum ersten Mal vor der Kamera. In zwei Jahren will sie ihr Abitur machen.

In der ersten Geschichte, "Die Toten vom Karst", kommen bei einem gezielten Bombenanschlag auf ihr Haus der Feinkosthändler Manlio Gubian und seine schwangere Frau ums Leben. Commissario Laurenti steht vor einem Rätsel. Nichts deutet darauf hin, dass die Eheleute in dunkle Geschäfte verwickelt waren. Als wenig später der alte Fischer Ugo Marasi grausam ermordet aufgefunden wird, scheint es zunächst keinen Zusammenhang zum Fall Gubian zu geben. Dann aber findet Laurenti heraus, dass die beiden Familien sowohl durch eine uralte Feindschaft als auch über ein florierendes gemeinsames Drogengeschäft miteinander verbunden sind.

Dass Triest auch in Wirklichkeit eine gewisse Anziehungskraft ausübt, beweist das Schicksal Florian Panzners, der Laurentis Assistenten Antonio Sgubin spielt. Der 29-jährige Bielefelder hat sich während der Dreharbeiten einen Wohnsitz in der Hafenstadt eingerichtet. Vier Filme will die ARD insgesamt aus der Romanreihe inszenieren lassen. Und Veit Heinichen kündigt an: "Es geht noch weiter."

ARD, Pfingstsonntag, um 20.15 Uhr, "Gib jedem seinen eigenen Tod" am 29. Juni, ebenfalls um 20.15 Uhr.

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