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Die Vorfreude auf den Spielfilm ist auch bei den schauspielern groß.

Heimatkrimi demnächst in Spielfilmlänge

Besuch bei den „Rosenheim Cops“: Wie eine Klassenfahrt

München - Die Rosenheim-Cops ermitteln neuerdings in Spielfilmlänge und zur Prime Time. Wir haben den Dreharbeiten einen Besuch abgestattet.

Der beschauliche Ort Sankt Johann im Pongau in Österreich steht Kopf. Die Bewohner erkennen ihr eigenes Zuhause fast nicht mehr: Im Morgengrauen werden Namensschilder von renommierten Hotels abmontiert und umbenannt. Über die Wanderwege der Berge schieben sich Lastentransporter, mitten auf der Skipiste stehen Kameras, Mikrofone, Lichtanlagen; Kabel winden sich durch den Schneematsch. Dazwischen lagern Skiausrüstungen mit fiktiven Firmennamen, mit Blüten auf sonst bekannten Sportlogos – denn Werbung ist streng verboten an diesem Filmset.

Mit großem Aufwand und enormer Liebe zum Detail verwandelt das Team der Produktionsfirma Bavaria Film München den Stadtteil Alpendorf in Salzburg in ein winterliches Rosenheim. Die Rosenheim Cops – out of Rosenheim. Und noch dazu in Spielfilmlänge. Es ist der erste 90-Minüter seit dem Start der beliebten Serie, die zurzeit jeden Dienstag am Vorabend rund fünf Millionen Zuschauer (16 Prozent Marktanteil) einschalten. Bei so viel guter Resonanz schickt das ZDF den bayerischen Heimatkrimi nun in die Primetime. Wenigstens für einen Abend. Der genaue Sendetermin steht allerdings noch nicht fest.

Auch wenn die Folge mit dem Arbeitstitel Tödliche Juwelen voraussichtlich erst im kommenden Jahr zu sehen sein wird, ist die Vorfreude bei den Schauspielern groß. „Es ist einfach was Besonderes, ein ganz anderes Gefühl“, sagt Joseph Hannesschläger, der als Korbinian Hofer im Fall eines toten Juweliers ermittelt. Sein Kommissariatskollege Sven Hansen (Igor Jeftic) sagt: „Es ist ein bisschen wie früher bei der Klassenfahrt, nur, dass wir abends an die Bar und nicht ins Bett gehen. Wir kennen uns alle so lange und so gut, es ist auch mal schön, aus dem gewohnten Set rauszukommen.“

Hektik auf der Skipiste

16 Tage dreht das Team mit 45 Crew-Mitgliedern im Alpendorf von Sankt Johann. Alles ist minutiös geplant, damit die Schauspieler nicht länger als nötig nach Österreich reisen müssen. Ein Kraftakt, auch für das Team hinter der Kamera. „Alle Schauspieler mussten komplett neu eingekleidet werden, weil es bei uns in Rosenheim sonst nur Sommer ist. Es gab nicht einmal eine einzige Pudelmütze, kein Paar Handschuhe oder gar Schneestiefel im Kostümfundus“, sagt Produzent Alexander Ollig. Und der Schnee am Hang des Gernkogel schmilzt bei dem Frühlingswetter auch schneller als Regisseur Jörg Schneider es sich wünscht. Hektisch geht es deshalb auf der Skipiste zu.

Hier ermittelt Polizist Michi Mohr (Max Müller) direkt neben dem Schneebob. Die Regieassistenz wedelt hektisch mit den Armen: Die Skifahrer bleiben immer wieder im Hintergrund stehen, winken in die Kamera, schauen, was sich hier tut – dabei sollen sie doch bitte einfach nur vorbeidüsen und nicht in die Kamera grüßen. Ganze zehn Minuten wartet das Team, ehe das ­Knirschen des Schnees den nächsten Skifahrer hinter der Kurve ankündigt. Ein Dreh, der von Sekunden lebt. Und von einer besonderen Atmosphäre: Nicht nur der Schnee bringt neues Flair nach Rosenheim, zum ersten Mal ermitteln auch drei Kommissare gleichzeitig: Hofer, Hansen und Anton Stadler (Dieter Fischer) treffen bei den Ermittlungen aufeinander. Wobei letzterer eigentlich nur in Ruhe seinen Urlaub im Hotel Bergkamm genießen möchte …

Es ist ein Special, gespickt mit Premieren – und mit neuen Bekannten. So bekommt ein langjähriges Phantom der Rosenheim Cops endlich einmal ein ­Gesicht. Hilde, Ehefrau von Kriminalhauptkommissar Stadler, taucht in der bayerischen Heimat auf, um mit ihrem Gatten Urlaub zu machen. Gespielt wird die Hausfrau aus Passau von Schauspielerin Isabel Mergl. „Sie ist schon so, wie ich mir meine Ehefrau vorgestellt habe“, sagt Fischer über seine neue Partnerin. „Sechs Jahre lang haben wir in der Serie nur telefoniert, jetzt treffe ich sie ­endlich mal in echt. Das macht es wirklich spannend.“ Hilde ist ihr sonst so geliebtes Kreuzworträtsel in diesen 90 besonderen Filmminuten aber viel zu wenig: Durch Zufall gerät das Ehepaar Stadler an den Tatort, und Hilde reizt es, selbst zu ermitteln. Fischer über sie: „Sie ist eine kleine Miss Marple. Und furchtbar neugierig.“ Erst mal ist ­Hildes Auftritt nur für das Winter-Special geplant – was Dieter Fischer jetzt schon schade findet: „Es wäre wünschenswert, wenn meine Hilde in Zukunft öfter nach Rosenheim kommt. Es macht Spaß, mit ihr zu ­drehen. Und nicht nur mit ihr zu telefonieren.“

Anne Kathrin Koophamel

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