Besuch am Drehort: Keine Angst vor großen Tieren

Pertisau - Bruno wird Filmstar. In Tirol drehen BR und ORF derzeit eine Satire über das Schicksal des Braunbären, den vor zwei Jahren am Spitzingsee die tödliche Kugel traf.

Im steilen Gelände rund um ein paar Almhütten ist kaum Platz für die vielen Fahrzeuge, die das Filmteam und ihr Equipment transportieren. Eines dieser Fahrzeuge fällt hier oben, hoch über dem Achensee in Tirol, schon wegen seiner Größe besonders auf. Hier ruhen sich in den Drehpausen die Akteure aus, die diesem Film eine besondere Note geben - fünf Braunbären.

ORF und BR drehen derzeit den Streifen "Der Bär ist los - Die Geschichte von Bruno" und greifen damit das tragische Schicksal des Bären auf, der vor fast zwei Jahren im Grenzgebiet zwischen Österreich und Bayern auftauchte und nach vergeblichen Versuchen, ihn lebend zu fangen, schließlich unweit des Spitzingsees erschossen wurde.

Felix Mitterer schrieb das Drehbuch, Regie führt Xaver Schwarzenberger, in den Hauptrollen sind unter anderen Harald Krassnitzer, Nadeshda Brennicke und Fritz Karl zu sehen. "Es wird viel herumgeballert, aber es gibt ein Happy End", umreißt Autor Mitterer, der nach seinen Worten "noch nie so schnell" ein Drehbuch fertig geschrieben hat, sibyllinisch den Plot. Im Mittelpunkt stehen eine Tierschützerin (Brennicke), ein Zoodirektor (Krassnitzer) und ein Jäger und Abenteurer (Karl), die sich nicht nur um Bruno streiten, sondern auch noch in eine Liebesgeschichte verstrickt sind.

Doch das ist nur die eine Seite der Story, die andere ist die Politposse, über die Mitterer noch heute schmunzelt. Die Äußerungen des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (im Film gespielt von Parodist Franz Kriege), die herbeigerufenen Bärenjäger aus Finnland - all das habe "nach Satire geradezu gerufen".

Für Regisseur Schwarzenberger ist der nun entstehende Film auch eine Kritik am vermeintlich zivilisierten Menschen, der "außer Rand und Band gerät, wenn plötzlich so ein Tier auftaucht". Dass man Bruno nun auch noch ausgestopft im Museum ausstellt, darüber kann der Filmemacher nur den Kopf schütteln.

Umso mehr ist er selbst beim Dreh am Achensee um äußerste Rücksicht auf die tierischen Darsteller bemüht. Aber lange Proben sind mit den Bärenweibchen Trapper und Fabienne, die Bruno im Film verkörpern, sowieso nicht drin. "Sie mögen alles genau einmal machen", berichtet der 62-jährige Regisseur von seinen Erfahrungen.

Ihm und den Schauspielern helfen Leckerli wie Apfelstücke und - als besonderes Schmankerl - Gummibärchen, die Tiere bei Laune zu halten. Ansonsten muss eine Szene auch einmal spontan geändert werden, weil Trapper beispielsweise nicht daran denkt, in einer bestimmten Art und Weise über eine Brücke zu gehen. Angst vor den Bärinnen, von denen jede rund 100 Kilogramm wiegt, hat keiner der Schauspieler. Man müsse eben Respekt vor ihnen haben, sagen sie, und Vertrauen zum Tiertrainer.

Der heißt Henry Spindler und sorgt dafür, dass die Bären, die normalerweise im Zirkus auftreten, nicht überanstrengt werden. Der Trainer klärt auch auf, warum er mit fünf Bären angereist ist, für deren Auslauf vor Drehbeginn und nach Drehschluss gesorgt sei. Die drei anderen seien dabei, damit sich Trapper und Fabienne wie zuhause fühlten. Schließlich lebten sie auch sonst unter einem Dach.

Manchmal geht allerdings nichts ohne ein menschliches Double im Bärenfell. Diesen Part hat der 32-jährige Student Burkhard Ettel übernommen. Er spielt den Bären in Kampfszenen, außerdem dann, wenn beispielsweise mit dem Hintern gewackelt werden soll. Das könnten die echten Bären zwar auch - aber sicher nicht auf Kommando.

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