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Bob Odenkirk spielt in der Serie "Better call Saul" wieder den Anwalt Saul Goodman.

Für alle Fans von "Breaking Bad"

"Better Call Saul": 5 Gründe, warum Sie einschalten müssen

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München - Saul Goodman, der schmierige Anwalt aus "Breaking Bad" ist zurück: Als Titelheld seiner eigenen Serie "Better Call Saul". Darum müssen Sie das Spin-off unbedingt sehen.

Update vom 16. März: Auf fürchterliche Gestalten wie etwa den Weißen Wanderer dürfen sich "Game of Thrones"-Fans in der neuen 5. Staffel wieder freuen. Die feiert am 18. März in London Weltpremiere - stilecht im Tower. Ab 12. April läuft die Erfolgsserie dann auf Sky.

Update vom 13. März: "Better Call Saul" ist bislang ein durchaus würdiger Nachfolger für "Breaking Bad" - beide Serien sind durchdacht und gut erzählt. Auch die neue 3. Staffel von "House of Cards" folgt diesem Prinzip. Und Kevin Spacey glänzt erneut als Frank Underwood - was er diesmal im Politbetrieb von Washington D.C. treibt, erfahren Sie in unserem Überblick. Doch Vorsicht vor Spoilern!

Gute Nachricht für alle Fans von "Breaking Bad", die unter Entzugserscheinungen leiden: Ab Mittwoch gibt es den Spin-off der Serie, "Better call Saul", in Deutschland zu sehen. Viele Anhänger des erfolgreichen und süchtig machenden Dramas waren nach dem furiosen Finale der 5. Staffel froh. Zwar bedeutete das Ende von "Breaking Bad" einerseits: Kein sehnsüchtiges Warten auf die neue Folge. Andererseits aber: Eben kein sehnsüchtiges Warten auf eine neue Folge!

Trotzdem machte sich bei Fans eine gewisse Leere breit. Deswegen freuten sich die meisten wohl umso mehr, als die Macher von "Breaking Bad" ankündigten: Zumindest für eine Figur aus dem Epos um Macht und Meth hat eine Serien-Zukunft. Und die liegt - rein serientechnisch gesehen - in der Vergangenheit.

Der durchtriebene Anwalt Saul Goodman (gespielt von Bob Odenkirk) hat nun seine eigene Serie. In "Better Call Saul" spielt er die Hauptrolle und allein der Name dürfte Fans von "Breaking Bad" einen wohligen Schauer über den Rücken laufen lassen. Handelt es sich dabei doch um das Firmenmotto des zwielichtigen Rechtsverdrehers, das auch in seinen kultigen Werbespots immer genannt wurde.

"Better Call Saul" kurz nach US-Start schon in Deutschland zu sehen

Am Sonntag ist "Better Call Saul" bereits mit der ersten Folge in den Vereinigten Staaten gestartet - und zwar mit sensationellen Einschaltquoten. 4,4 Millionen Zuschauer schalteten in der Zielgruppe der 18- bis 49-Jährige ein, bei den 25- bis 54-Jährigen wollten 4 Millionen den Anfang der Geschichte von Saul Goodman sehen. Das ist laut ersten Hochrechnungen die beste Quote in der Geschichte des US-Kabelfernsehens für einen Serienstart.

Ab Mittwoch, 11. Februar, wird sie auch in Deutschland verfügbar sein. Und zwar beim Internet-Sender Netflix. Dieser hatte bereits Ende Januar angekündigt, "Better Call Saul" auch in Deutschland auszustrahlen.

Der Ableger wird, wie schon "Breaking Bad", von den Serienmachern um Vince Gilligan gemacht. Und die haben bereits bewiesen, dass sie Geschichten erzählen können. "Breaking Bad" ist von Anfang bis Ende durchkomponiert - so finden sich in früheren Staffeln etwa immer wieder Hinweise auf das phänomenale Finale von Staffel fünf. Und obwohl die Serie bei vielen Zuschauern gewirkt hat wie eine Droge und innerhalb kürzester Zeit absolut süchtig machte, haben es die Verantwortlichen vermieden, wegen des Erfolgs noch eine Staffel draufzusetzen - und dann noch eine und noch eine.

Wenn sie dieses Konzept bei "Better Call Saul" beibehalten, dann wird das Spin-off (zu deutsch: der Ableger, das Nebenprodukt) von "Breaking Bad" funktionieren. 

"Better Call Saul": 5 Gründe, warum die Serie Breaking-Bad-Fans begeistern wird

  • Walter White (Bryan Cranston) und Jesse Pinkman (Aaron Paul) sind in "Better Call Saul" nicht dabei - jedenfalls nicht in der ersten Staffel. Auch wenn "Breaking Bad"-Fans sie unbedingt wieder sehen wollen: Das Spin-off muss zunächst ohne sie auskommen und sich allein etablieren. Und wer weiß, vielleicht haben dann auch Walt und Jesse in einer späteren Staffel die Chance, noch einmal aufzutauchen...
  • Deswegen spielt "Better Call Saul" zeitlich vor "Breaking Bad", genau genommen ein paar Jahre bevor Walter White überhaupt an Crystal Meth denkt - ein hervorragender Kniff. Denn so können die Serienmacher immer wieder auf die Kult-Serie verweisen, Anspielungen machen, vielleicht auch alte Charaktere auftreten lassen. Dass Vince Gilligan es auch hervorragend versteht, sein Publikum zu überraschen, hat er immer wieder gezeigt - "Breaking Bad" hat die Serienwelt nicht nur einmal auf den Kopf gestellt.
  • Saul Goodman ist deswegen die perfekte Figur: Er ist ein schmieriger, verschrobener, aber auch irgendwie liebenswerter Anwalt, der bei den großen Buben mitspielen will - eine vielschichtige Rolle. Wie seine Geschichte zu Ende geht, wissen die Serienfans - jetzt kann Schauspieler Bob Odenkirk in "Better Call Saul" zeigen, wie er dort gelandet ist.
  • Die Serienmacher wollen "Better Call Saul" zwar nicht mit "Breaking Bad" vergleichen, aber ganz drum rum kommen sie auch nicht: Sie lassen ihren Spin-off weiterhin in Albuquerque, New Mexico, spielen, wo die Szenerie nicht selten eine Wüste und die Kameraperspektiven ungewöhnlich sind. Fans dürfen sich also so oder so auf eine Fortsetzung der höchst süchtig-machenden Serie "Breaking Bad" freuen.
  • Auftragskiller Mike Ehrmantraut (Jonathan Banks) ist dabei. Allerdings ist er am Anfang von "Better Call Saul" noch kein Auftragskiller, sondern Parkplatzwächter. Wie also diese beiden Männer am Ende im Drogenmilieu landen und Walter White treffen, das ist die Grundidee des Spin-offs - und das will jeder Serienfan wissen.

"Better Call Saul": Das sagen die Kritiker zur neuen Serie

Die Kritiken nach Ausstrahlung der ersten Folgen von "Better Call Saul" fielen durchwegs begeistert aus: "Die ersten Folgen, die ich gesehen haben, sind sogar besser als 'Breaking Bad'", schreibt voller Begeisterung Stephen Marche vom Männer-Lifestyle-Magazin "Esquire". "Sie sind schlauer gemacht . Sie sind stärker. Ich habe noch nie ein Prequel gesehen, das so geschickt angelegt ist." Die Figur des Saul Goodman stehe in einer Reihe mit anderen TV-Charakteren, die männliche Tugenden in einem verfallenden Amerika aufrechterhielten, das solche Werte immer weniger würdige: Tony Soprano aus den "Sopranos", Don Draper aus "Mad Men" und Walter White aus "Breaking Bad". Wie diese Serienfiguren sei auch der Charakter des Saul Goodman in "Better Call Saul" als typischer Antiheld angelegt. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern dokumentiere Saul Goodman aber noch überzeugender den Niedergang des amerikanischen Männlichkeitsideals. 

Erik Kain vom renommierten Wirtschaftsmagazin "Forbes" meint zur Premiere von "Better Call Saul": "Ein großartiger Start." Er habe vor dem Serienstart ein großes Unbehagen verspürt, ob dieses Spin-Off wirklich den enormen Erwartungen entspreche. Er habe sich zuvor gedacht: "Ein Spin-off zu einer beliebten TV-Serie zu drehen, war ja schon immer eine große Herausforderung. Aber ein Spin-off zu einer der besten TV-Serien, die es je gab? Das ist einfach nur verrückt." Allerdings stehe hinter "Better Call Saul" wieder der "Breaking Bad"-Erfinder Vince Gilligan. Und der habe mit dem Spin-off wieder einen Volltreffer hingelegt. Enthusiastisch schreibt Erik Kain nach der Premiere von "Better Call Saul": "Im selben Maß, wie ich vor dem Start nevös war bin ich jetzt begeistert." Ihm gefällt besonders, wie sehr es Hauptdarsteller Bob Odenkirk gelingt, die Rolle des Saul nach "Breaking Bad" weiterzuentwickeln. "Während die Figur des Saul Goodman in 'Breaking Bad' noch ein ziemlich eindimensionaler Gauner war, haben wir es hier mit einem sehr viel komplexeren Charakter zu tun. Und Odenkirk bewältigt die schauspielerische Herausforderung."

"Better Call Saul" - ab Februar im Internet

Um bei Netflix in den Genuss von "Better Call Saul" zu kommen, braucht der Serienfan einen Account - und ab Mittwoch, 11. Februar, sind die "Better Call Saul"-Folgen dort abrufbar.  

pak

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