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Viele Freunde und Fans nahmen am Donnerstag Abschied von Kurt Felix.

Abschied von Kurt Felix

"Werden uns an sein Lächeln erinnern"

St. Gallen - Das Haus Gottes war an diesem Tag offen für alle – nicht nur für die Großen der Showbranche. So hatte es sich einer von Ihnen auch gewünscht: Kurt Felix, der am 16. Mai seiner Krebserkrankung erlegen ist.

Er starb mit 71 Jahren in St. Gallen. Dort, in der gotischen St. Laurenzen-Kirche, fand am Donnerstag Nachmittag ein bewegender, öffentlicher Trauergottesdienst statt.

Neben hunderten von Kurt-Felix-Fans kamen auch seine langjährigen Freunde und Wegbegleiter. Oscar-Preisträger Arthur Cohn („Er hat sich immer für andere interessiert und sich selbst zurückgenommen“) reiste ebenso an wie Talk-Meister Harald Schmidt, Sänger Peter Kraus, der ebenfalls in der Schweiz lebt, und Moderator Guido Cantz, der das Erbe von Kurt Felix mit Verstehen Sie Spaß? weiterführt.

Durch den Trauergottesdienst führte Beat Antenen, selbst Schweizer Fernsehprofi und ein langjähriger Freund von Kurt Felix und ­Paola. Die ersten Worte sprach Marc Walder, Boss der Ringier AG, des größten Schweizer Medienunternehmens: „Lieber Kurt, Du hast die Menschen verstanden. Darum warst du so erfolgreich und die Gassen leer, wann immer du am Fernseher zu sehen warst.“

Bewegender Abschied von Kurt Felix! Die Bilder der Trauerfeier

Bewegender Abschied von Kurt Felix! Die Bilder der Trauerfeier

Das Fernsehen – das war das Leben von Kurt Felix. Schon als kleiner Bub saß er mit offenem Mund vor der Flimmerkiste und sagte: „In diesen Kasten will ich auch mal rein.“

Diese Anekdote von Kurt Felix wird auch an diesem Tag wieder erzählt. Sie steht für so vieles, was den großen Macher und Moderator auszeichnete: Zielstrebigkeit, Kreativität und die Fähigkeit, Menschen zu begeistern. Und die Begeisterung war groß, als Felix die Idee mit der versteckten Kamera hatte. Anfang der 1980er-Jahre räumte ihm die ARD dafür den Samstagabend-Sendeplatz ein, bis zu 23 Millionen schalteten ein. Kurt Felix und seine Paola, die er 1980 geheiratet hat, wurden damit zum beliebtesten Moderatorenpaar der Nation. Ihr Erfolgsrezept: Witze machen, aber niemandem damit schaden.

Daran erinnerte auch TV-Legende Frank ­Elstner in seiner Rede: „Wir werden alle sein verschmitztes Lächeln in Erinnerung behalten. Sein ganzes Streben ging danach, die Menschen glücklich zu machen.“

Glücklich war Felix auch im Privaten, mit seiner Paola, die mit dem Hit Blue Bayou weltberühmt wurde: „Wir sind seelenverwandt, glücklich miteinander verheiratet, ohne Zoff in idealster Zweisamkeit“, sagte er einmal.

Doch 2003 kam der Schicksalsschlag. Bei Felix wurde ein tennisballgroßer Tumor in der Brust entdeckt. Nach Operation und einer Chemotherapie schien er geheilt zu sein, doch 2010 kehrte der Krebs zurück. Davon sollte er sich nicht mehr erholen.

MZ

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