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Prost Bio! Und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag.

Biolek: Zum 75. Geburtstag eine große Live-Show

Sie verdankt ihm innovative Shows wie „Bios Bahnhof“ und „Mensch Meier“, die langjährige Plauderei „Boulevard Bio“ und nicht zuletzt die Kochshow „Alfredissimo“. Kein Wunder, dass die ARD Alfred Biolek groß feiert – mit der Show „Danke, Bio!“.

Die Show ist am heutigen Donnerstag, am Vorabend seines 75. Geburtstags, um 20.15 Uhr live im Ersten zu sehen. Moderator ist Reinhold Beckmann. Der Jubilar ist anwesend, wird aber neben der Intendantin des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Monika Piel, in der ersten Publikumsreihe Platz nehmen – zunächst, denn während der Show wird er sicher auf die Bühne gebeten werden.

Ein bisschen will der WDR einen Abend lang die Sendung „Bios Bahnhof“ neu aufleben lassen, die zwischen 1978 und 1982 Biolek zum Durchbruch vor der Kamera verhalf. „Wir versuchen nochmals, die Atmosphäre herzustellen, wie sie seinerzeit beim ,Bahnhof‘ war“, sagt der zuständige Redakteur Klaus Michael Heinz, der bereits vor zehn Jahren ein filmisches Porträt Bioleks drehte. „Das Besondere war, dass die Künstler nicht nur live aufgetreten sind, sondern auch über alle Genregrenzen von E- und U-Musik hinweg gemeinsam performt haben.“ Das will man nun wiederholen.

So wird Udo Lindenberg zusammen mit der Sopranistin Dame Gwyneth Jones ein Duett singen. Und auch bei den anderen Gästen sind Kombinationen möglich. Zu ihnen gehören die Musiker Till Brönner, Campino von den Toten Hosen, Max Raabe, Nana Mouskouri und Herbert Grönemeyer, die Entertainer Hape Kerkeling, und Alice und Ellen Kessler, Komikerin Anke Engelke sowie der frühere WDR-Intendant Friedrich Nowottny und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Auch Alfred Bioleks Bruder Joseph ist eingeladen.

Bioleks Mut zum Experiment sei auch heute noch sehr wünschenswert, sagt Redakteur Heinz. Ein Format wie „Bios Bahnhof“, das damals aus einem alten Eisenbahndepot übertragen wurde, sei aber heute kaum denkbar. In Zeiten vieler Programme und nervöser Finger auf der Fernbedienung gebe es „diese Ausdauer, die das Publikum damals bewiesen hat“, nicht mehr. So gesehen sei „Danke, Bio!“ auch die Chance, eine Show zu erleben, die es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte.

Biolek selbst, der von Haus aus Jurist ist, erwies sich in seiner Karriere stets als kreativer Kopf. Einsätzen in bereits existenten Formaten wie der ZDF-„Drehscheibe“ in den Sechzigerjahren folgte die Produktion von Rudi Carrells Show „Am laufenden Band“ und schließlich Neuentwicklungen, die Bio auch selbst moderierte. Dabei erwies sich der Wahl-Kölner als Förderer von Talenten und verhalf unter anderem Anke Engelke zu ersten Auftritten vor großem Publikum. Musiker wie Kate Bush und Sting und die Komikertruppe „Monty Python’s“ machte er in Deutschland populär. Als Produzent war er an Formaten wie „Mitternachtsspitzen“, „Blond am Freitag“ und „Lukas“ beteiligt.

Als Zuschauer ist Biolek dem Medium inzwischen verloren gegangen. Er sehe praktisch gar nicht mehr fern, gestand er vor einigen Tagen in einem Interview, denn nachmittags komme nichts, was ihn interessiere, und abends habe er keine Zeit. Wenn er nicht gerade Gäste hat, sitzt „Bio“ mit Freunden in der Oper, im Theater , im Kino , im Kabarett , und zwar seit einiger Zeit meistens in Berlin . Dem Fernsehen fehlten die Originale, findet er, Männer wie Rudi Carrell: „Heute sehen sie alle gut aus, sind sehr professionell, aber es fehlt die Individualität. Der einzige, der sich heute was traut und immer mal was Neues ausprobiert, ist Stefan Raab. Als Profi weiß ich das zu schätzen, auch wenn ich kein Fan von ihm bin.“

Von Christoph Driessen

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