Blaue Panther für Bayerns Stars - Ehrungen für Dieter Kronzucker und Janina Stopper

München - Als der kleine Tim nicht aufhört herumzuplärren, baut sich seine Mutter vor ihm auf und plärrt zurück: "Hör` endlich auf, mich zu nerven!" Die 18-jährige Anna, die mit ihrem Vierjährigen völlig überfordert ist und dann auch noch in einen Todesfall hineinschlittert: Für ihre Rolle in "Tatort: Kleine Herzen" bekommt Janina Stopper bei der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises 2008 den Nachwuchsförderpreis.

Dies gab gestern Bayerns Medienminister Eberhard Sinner bekannt - im Prinzregententheater, wo am 9. Mai die Fernsehpreis-Gala stattfinden wird. Die "Blauen Panther" werden jährlich für kreative Leistungen im Fernsehen verliehen - heuer zum 20. Mal. Seit 1989, so Sinner, seien 300 Persönlichkeiten damit ausgezeichnet und insgesamt drei Millionen Euro Preisgelder vergeben worden.

Außer dem mit 10 000 Euro dotierten Nachwuchsförderpreis, der von der LfA Förderbank Bayern gestiftet wird, wurde gestern noch ein Preisträger publik: der TV-Journalist Prof. Dr. Dieter Kronzucker. Erst vor einem halben Jahr war er mit dem Münchner Publizistikpreis geehrt worden, jetzt folgt der "weiß-blaue Fernseh-Oscar": Kronzucker erhält den Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten. "Seit mehr als 40 Jahren bringt er uns die Welt ins Haus", so Sinner. Kronzucker gründete das "heute-journal", moderierte unter anderem "Weltspiegel" und erfand bei den Privatsendern das moderne Infotainment.

Und dann verrieten die Verantwortlichen noch, welche Schauspieler sie für Preise in den beiden Hauptkategorien nominiert haben.

In der Kategorie "Fernsehfilme" könnten zwei Darsteller für "Eine folgenschwere Affäre" (ZDF), das verwickelte Drama um einen Kommissar, dessen Geliebte ermordet wird, einen "Panther" abräumen: Silke Bodenbender und Fritz Karl. Bodenbender tritt zudem mit ihrer Rolle im Actiondrama "Inferno" (ProSieben) an. Die Jury attestierte ihr "große Natürlichkeit" im Spiel. Katharina Wackernagel ist ebenfalls für zwei Rollen nominiert: In "Contergan" (ARD) spielte sie eine Mutter, im Krimi "Mein Mörder kommt zurück" (ZDF) eine Studentin - sie "lässt mitleiden", sie spiele den Charakter so, dass er berühre, so die Jury. Und Jördis Triebel überzeugte mit "Eine gute Mutter" (ZDF/Arte).

Bei den Männern konkurrieren - neben Fritz Karl - Edgar Selge mit der Komödie "Angsthasen", in der er sich von einer "rasant humorvollen Seite" zeige, und Kostja Ullmann mit dem Geschichtsdrama "Das Wunder von Berlin" (ZDF): Ullmann spiele mit einer "bewundernswerten Mischung aus Wildheit und Naivität", so die Jury.

In der Kategorie "Serien und Reihen" sind nominiert: Mirja Boes für "Angie" (RTL) und Katja Flint für "Luginsland: Mord in aller Unschuld" (ZDF) - die neugierige Hobbydetektivin, die genau hinschaut, sei "die Rolle ihres Lebens". Alexandra Neldel überzeugte mit ihrem "sensiblen" Spiel in "Unschuldig" (ProSieben): Sie stehe für eine neue Generation von Schauspielern, so der Jury-Vorsitzende Claus Beling. Bei den Männern sind nominiert: Alexander Beyer für "Krieg und Frieden" (ZDF), Axel Milberg für sein "verblüffendes, herzerwärmendes" Spiel in "Doktor Martin" (ZDF) und Devid Striesow für "Bella Block: Reisen nach China" (ZDF).

Damit ist auch klar, welcher Sender sowohl bei Fernsehfilmen als auch bei Serien und Reihen die Nase ganz weit vorn hat: Im Zweiten sind offensichtlich die besten TV-Schauspieler zugange.

Wer wohl gewinnt und sich in die illustre Preisträgerschar von Mario Adorf und Götz George bis zu Günther Jauch und Peter Ustinov einreihen wird, darüber darf bis zum 9. Mai spekuliert werden. Die Gala, bei der Ministerpräsident Günther Beckstein die Preise überreicht, wird ab 19 Uhr vom Bayerischen Fernsehen übertragen. Dieses fährt zum Jubiläum auch seine "Superwaffe" auf: "quer"-Moderator Christoph Süß.

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