Der Blick nach Osten

München - Die Justizsenatorin geriet unter Beschuss, im Gefängnis mussten die Zellengitter ausgetauscht werden. Das ARD-Politmagazin "Kontraste" hatte über Drogenschmuggel rund um die JVA Berlin-Plötzensee berichtet. Nächtelang lagen Kamerateams auf der Lauer, um zu filmen, wie die Schmuggelpäckchen über die Mauern flogen.

"Das war sehr, sehr aufregend", erinnert sich Redaktionsleiter Reinhard Borgmann. Der im vergangenen Jahr ausgestrahlte Beitrag ist ein Beispiel für den kritischen Journalismus, auf den das Format Wert legt.

Vor vierzig Jahren, am 18. Januar 1968, ging "Kontraste" erstmals auf Sendung, damals noch beim Sender Freies Berlin (SFB). Heute läuft es beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und rangiert unter den ARD-Politmagazinen quotenmäßig auf Platz drei.

"Es war ein politisches Magazin ganz eigener Prägung", erinnert sich Borgmann an die frühen Jahre. Der Blick richtete sich traditionell nach Osten. "Kontraste" drehte in China und berichtete über die Bewegung "Solidarnosc" in Polen. In den Achtzigern liefen erschütternde Bilder über die Umweltverschmutzung in der DDR, die dort heimlich aufgenommen wurden. Auch beim Fall der Mauer waren "Kontraste"-Teams hautnah dabei.

Prägender Moderator war lange Jahre Jürgen Engert, als Repräsentant des politischen Fernsehjournalismus sozusagen der Klaus Bednarz des damaligen SFB. Unparteiisch zu sein und ergebnisoffen zu recherchieren, ist den Journalisten nach wie vor wichtig, auch wenn dies heute unter erschwerten Bedingungen geschieht. Wie die anderen ARD-Politmagazine musste "Kontraste", das alle drei Wochen donnerstags läuft, die Kürzung von 45 auf 30 Minuten hinnehmen. Glücklich sind die Macher damit nicht.

In der Jubiläumsausgabe heute um 21.45 Uhr widmet sich ein Beitrag Kindern, die ihre schwerkranken Eltern pflegen. Missstände aufdecken will das Magazin auch künftig. Wie die Redaktion an die entscheidenden Tipps kommt, zum Beispiel zum Drogenschmuggel in Plötzensee, bleibt streng gehütetes Geheimnis. "Unsere Informanten nennen wir nicht", sagt Redaktionsleiter Borgmann.

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