Blicke hinter die Fassaden

München - Wie Franz Xaver Gernstl auf seiner "Deutschlandreise" (BR) ganz normale Menschen zum Reden bringt.

"Bist Du der Gernstl? Dich schickt der liebe Gott!" Inkognito zu reisen - das gelingt dem Münchner Filmemacher Franz Xaver Gernstl nicht mehr überall. Zu bekannt (und beliebt) ist er inzwischen, zumindest in Bayern. Von heute an (20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen) geht Gernstl auf große Deutschlandreise, mehr als dreieinhalbtausend Kilometer immer entlang der Außengrenzen, "Waterkant" inbegriffen. Von der Insel Sylt im hohen Norden gegen den Uhrzeigersinn nach Westen, Süden, Osten und wieder zurück in den Norden.

Die oben beschriebene Szene ereignet sich in Folge acht (von insgesamt 15), die den Untertitel "Vom Bodensee ins Inntal" trägt und den in Rosenheim aufgewachsenen Journalisten zur Halbzeit seiner Tour in seine Heimat führt. Und an dieser Folge zeigt sich exemplarisch das Talent Gernstls, ganz normale Menschen zum Reden zu bringen über ihr Leben und ihre Arbeit. Hilfskranführer Rudi Möbus beispielsweise, den es aus Thüringen nach Lindau verschlagen hat und der selig lächelnd sagt: "Ich bin ein glücklicher Mensch. Ich hab' das Paradies schon hier auf Erden gehabt."

Nur Kameramann Hans Peter Fischer und Stefan Ravasz, der für den Ton zuständig ist, begleiten Gernstl, wenn's im roten Kleinbus von Ort zu Ort geht und das Trio hinter die Fassaden von Häusern und Menschen blickt, ohne dass das auch nur einen Moment lang voyeuristisch wirkt. So macht man die Bekanntschaft des Sargmalers Alfred Opialka aus Kempten, der sichtlich bewegt davon erzählt, wie er einmal nach den Wünschen einer bereits todkranken jungen Frau deren Sarg gestaltete.

"Ich mag Vorurteile", behauptet der reisende Reporter, der sich in Wahrheit freut auf die "Momente, in denen man enttäuscht wird, in denen Vorurteile sich als falsch erweisen." Die Zuschauer können in den nächsten Wochen viele solcher Momente erleben.

Ausstrahlungstermine

von heute an donnerstags um 20.15 Uhr sowie samstags um 20.15 Uhr und um 21 Uhr.

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