"Blondes Gift" und "Grandseigneur": Neues NDR-Talk-Duo

Hamburg - Das neue Talk-Duo Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt scheint schon vor der TV-Premiere gut aufeinander eingespielt. "Bei uns war es Liebe auf den ersten Blick", sagt Schöneberger.

Beide waren füreinander Wunschpartner für die "NDR Talk Show", die sie an diesem Freitag um 22 Uhr im NDR-Fernsehen und zeitgleich im Hessischen Rundfunk und im RBB-Fernsehen erstmals gemeinsam präsentieren. Dann nimmt das ungleiche Paar aus schlagfertiger Blondine und "Talk-Grandseigneur" die Plätze von Julia Westlake und Jörg Pilawa ein. Für Schöneberger ist es die Chance, mit Klischees aufzuräumen: "In diesem Format kann ich so sein, wie ich jetzt auch gerne wahrgenommen werden möchte. Ich bin nicht mehr 25 und krabbele auf allen vieren durchs "Blondes Gift"-Studio."

Mit ihrer ersten eigenen Talkshow "Blondes Gift" hatte es die heute 33-Jährige im Jahr 2001 von lokalen Stadtsendern ins WDR- Programm geschafft, für Aufsehen gesorgt und eine Nominierung für den Grimme-Preis eingeheimst. Frech und schlagfertig alberte sie damals mit ihren Gästen herum und ermittelte deren jeweiligen "Blondfaktor". Nun will die gebürtige Münchnerin, die inzwischen in Hamburg lebt, als Gastgeberin eines Klassikers im norddeutschen Fernsehen ihre anderen Seiten zeigen. "Ich habe keine Lust mehr, die ganze Zeit mit vier Adjektiven betitelt zu werden, von denen keines - für mein Empfinden - auf mich zutrifft. Und ich werde diese jetzt auch nicht mehr nennen", sagt Schöneberger.

Andere Seiten seien nie von ihr gefordert worden, meint die Moderatorin, die nach dem Aus für das ZDF-Format "Die Schöneberger- Show" und dem Ende von "Blondes Gift" keine eigene Sendung mehr hatte. "Außerdem macht man ja selbst eine unglaubliche Entwicklung durch. Man braucht einfach einige Jahre, um sich in dieser Medienlandschaft einordnen zu können", sagt die Entertainerin, die neben ihrer Moderation als Sängerin auf Tournee ist. "Auch ich musste erst einmal sehen, was ich kann und was ich nicht kann." Gast in Talkshows war sie selbst oft - anders als ihr Kollege Meyer- Burckhardt. "Ich bin nie als Gast in eine Talkshow gegangen, obwohl ich in viele eingeladen war", berichtet er.

Dafür saß der erfahrene Medien-Profi bereits über lange Zeit im Moderatorensessel, unter anderem ab 1994 schon einmal bei der "NDR Talk Show". Im Jahr 2001, gerade als Schöneberger durchstartete, verließ er die Sendung und wurde Vorstandsmitglied bei der Axel Springer AG. Der in Hamburg lebende Film- und Fernsehproduzent wurde für "Das Urteil" als erster deutscher Produzent für einen Internationalen Emmy nominiert, der Film wurde 1998 auch mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet. Einen weiteren Grimme-Preis erhielt Meyer-Burckhardt 1990 für die ARD-Sendung "Sowieso - Die Sonntagsshow". Der Routinier, der inzwischen die TV-Produktionsfirma Polyphon leitet und zu den Leitern des Filmstudiengangs an der Hamburg Media School gehört, hatte die "NDR Talk Show" gemeinsam mit Alida Gundlach moderiert. Ein "kongeniales Paar", findet Schöneberger, die das Duo "geliebt" hat und sich einem Vergleich mit Alida "gar nicht aussetzen" will.

Gäste wie Jürgen von der Lippe, Stefanie Hertel und Stefan Mross sitzen in der ersten Runde des Talk-Duos. "Ich hoffe, dass ich kaum zu Wort komme. Das macht es einfacher für mich", witzelt Meyer- Burckhardt über die Redseligkeit seiner Kollegin. Diese stellt klar: "Eine Rollenverteilung werden wir nicht haben. Es wird nicht so sein, dass Hubertus sich automatisch um die zurückgezogene Buchautorin, die schon vier Selbstmordversuche hinter sich hat, kümmert." Für beide steht fest: Selbst würden sie nie etwas über ihr Privatleben erzählen - werden ihre Gäste aber "natürlich" dazu befragen. Meyer-Burckhardt: "Die besten Fragen sind ohnehin die, die Trojanischen-Pferd-Charakter haben: Also erst relativ harmlose Fragen stellen, dann die tückische Frage pfeilschnell und torpedoartig hinterherschießen."

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