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Jan Böhmermann hat jetzt eine eigene Show.

Jan Böhmermann bekommt neue Talkshow

Köln - Nach dem Ende der Talkshow „Roche & Böhmermann“ ist Moderator und Komiker Jan Böhmermann in Zukunft allein unterwegs. Ab kommenden Donnerstag ist er mit seiner Show „LateLine“ wieder regelmäßig im TV zu sehen.

Er gilt als eine Nachwuchshoffnung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Moderator Jan Böhmermann (32) ist schnell, bissig und schlau. Manch einem ist der Komiker ein bisschen zu überdreht. Anscheinend aber nicht den Programm-Machern von ARD und ZDF, die ihm nach dem Ende der erfolgreichen Anarcho-Talkshow „Roche & Böhmermann“ zwei neue Sendeplätze einräumen: Vom Herbst an wird Böhmermann bei ZDFneo mit einem polit-satirischen Format zu sehen sein. Ab dieser Woche moderiert er jeden zweiten Donnerstag um 23 Uhr die Radioshow „LateLine“, die im Spartenkanal EinsPlus ausgestrahlt wird.

Das Konzept: Zwei Stunden lang spricht Böhmermann, der die Call-in-Show schon seit drei Jahren im Radio moderiert, mit prominenten Gästen, Zuschauern und Hörern live über verschiedene Themen. „Ich weiß um 23 Uhr auch noch nicht, was passiert. Wenn man sich also einen Moderator anschauen will, der völlig der Wildnis ausgeliefert ist, dann sollte man einschalten“, sagt Böhmermann im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Für mich ist das so eine Mischung aus Trainingslager, Bootcamp und psychiatrischer Behandlung durch die Zuschauer. Eigentlich wie Domian nur andersrum: Die Hörer rufen an, um den Moderator zu therapieren.“

Sprich: Hier kann Böhmermann sich austoben - und, wenn das gut läuft, weiter für sich werben und vielleicht sogar von der Nische ins Hauptprogramm aufrücken.

Der 32-Jährige, der seine ersten großen Schritte im Radio gemacht hat, sieht keinen großen Unterschied zwischen Radio und Fernsehen: „Wo ich meine Gags am Ende unterbringe, ist für mich nicht entscheidend.“ Das Radio biete als gute Improvisationsfläche ebenso Vorteile wie das Fernsehen. Mit letzterem könne man meist mehr Leute erreichen.

Böhmermann ist Journalist, Moderator und Komiker. Bekannt wurde der gebürtige Bremer unter anderem durch die „Harald Schmidt Show“ und die RTL-Comedy-Serie „TV Helden“.

Das Ende der vielgelobten Talkshow beschreibt Böhmermann als „wahnsinnig bedauerlich“. „Niemand hat da irgendetwas verbockt. Das war eben eine Konstruktion mit vielen Protagonisten - und das ist, gerade im Fernsehen, oft sehr fragil“, sagt Böhmermann. Die gemeinsame Talkshow mit Autorin Charlotte Roche lief auf ZDFkultur. Der Moderator ergänzt: „Ich bin generell ein Freund von Mund abwischen und nach vorne gucken. Nach dem Ende der Sendung waren plötzlich 50 Leute arbeitslos und da hat man in Produktionsverantwortung andere Sorgen als dauernd sentimental zurückzublicken.“

Zu seiner Zukunft bei den öffentlich-rechtlichen Sendern äußerte sich der Moderator in gewohnt böhmermann'scher Manier: „Ich bin bereit, Markus Lanz vollkommen zu ersetzen. Ich bin übrigens auch bereit, Cindy aus Marzahn für RTL zu ersetzen. Eigentlich ist mir jeder Sendeplatz recht - natürlich unter optimalen Bedingungen: Vertrauen vom Sender, extrem gut bezahlt und größtmögliche Freiheit.“

dpa

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