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Jan Böhmermann bietet jetzt "Cash für Gags".

TV-Satiriker meldet sich zurück

Böhmermann macht Zuschauern ein "unmoralisches Angebot"

New York - Nach dem Wirbel um sein Schmähgedicht geht's weiter mit Jan Böhmermanns "Neo Magazin Royale". Für die Fans des TV-Satirikers lohnt sich nicht nur das Einschalten. Doch das sind nicht die einzigen Neuigkeiten.

Jan Böhmermann hat sich am Wochenende gleich mit mehreren Ankündigungen an seine Fans gewandt. So bringt er in seiner ersten „Neo Magazin Royale“-Sendung nach der vierwöchigen Pause wegen des umstrittenen Erdogan-Schmähgedichts angeblich nur Gags von Zuschauern und bietet dafür 103 Euro. Das sei "mehr Cash, als ein durchschnittlicher C-Promi im Dschungel" bekäme, pries der 35-Jährige sein "unmoralisches Angebot" an.

Mit der Belohnungssumme spielt Böhmermann auf den noch aus dem Kaiserreich stammenden Strafrechtsparagrafen 103 an, der nun bald abgeschafft werden soll, nachdem ihm aber noch ein Verfahren droht. „Berufspolitiker“ bekämen kein Geld. Aber er werde 500 Euro spenden, falls einer mitmache und berücksichtigt werde, zum Beispiel an Reporter ohne Grenzen.

In einem Netzvideo erklärte der ZDF-Satiriker („Sie kennen mich sicherlich aus „Spiegel“-Eilmeldungen oder aus den zahlreichen Hasskommentaren im Internet“), dass bis Dienstag (10.5.) eingesandte Witze, die nicht länger als 300 Zeichen seien, in der Show landen könnten. Ein guter Gag bestehe aus einem Satz, der erklärt, worum der Witz geht (Set-up) und einer Pointe (Punchline). 

Am Donnerstagabend (12.5.) soll die Sendung online gehen und dann bei ZDFneo und später im ZDF-Hauptprogramm zu sehen sein.

„Hallo, hier spricht der neue Mainstream-Böhmi“, begann der 35-Jährige einen Aufruf auf seiner Facebookseite, bei der Abstimmung für den Webvideopreis in der Kategorie „Person of the Year Male“ für ihn abzustimmen. Er wolle jetzt auch gerne Internetstar werden "wie Sami Slimani oder Bibi" - zwei bekannte Lifestyle-Blogger auf YouTube, die dem 35-Jährigen in seiner Sendung regelmäßig als Zielscheibe seines Spottes dienen.

Böhmermann und Schulz:  Spotify-Podcast für alle kostenlos

Schon vor knapp zwei Wochen gab es Berichte, dass Böhmermann gemeinsam mit Olli Schulz künftig mit einem neuen Podcast-Format bei Spotify zu hören sein könnte. Am Samstag folgte die Ankündigung, dieser sei „natürlich für alle Nicht-Abonnenten kostenlos“. Schulz und er hätten Spotify gefragt, ob der Musikdienst mit ihnen zusammenarbeiten wolle - nicht umgekehrt. „Es ist 2016, Leute. Und irgendwie muss es voran gehen. Irgendwie muss ja mal was passieren...“ Zu Inhalten und Details machte er keinen Angaben. "Wann und wie geht es los? Beruhigt Euch, lehnt Euch zurück und beobachtet das Internet", schrieb er nur geheimniskrämernd. 

Böhmermann hatte Ende März ein derbes „Schmähgedicht“ über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vorgetragen, der dann unter anderem Strafantrag wegen Beleidigung stellte. Auch hunderte Privatpersonen hatten Böhmermann angezeigt. Die Türkei wandte sich mit dem förmlichen Wunsch nach Verfolgung nach Paragraf 103 StGB an die Bundesregierung, die in solchen Fällen eine Ermächtigung für die Strafverfolgung erteilen muss, was sie tat. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bewertete das Gedicht als „bewusst verletzend“, was sie später „Fehler“ nannte. Böhmermann selbst kritisierte in einem Interview die Kanzlerin scharf. Sie hätte ihn "filetiert und einem nervenkranken Despoten zum Tee serviert".

dpa

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