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"Feuerwehrmänner" soll es beim BR künftig nicht mehr geben. Laut der Handreichung "Faire Sprache. Tipps für eine geschlechtergerechte Sprache im Bayerischen Rundfunk" soll künftig von "Einsatzkräften der Feuerwehr" die Rede sein.

Geschlechterkorrekte Sprache

BR verbannt die "Feuerwehrmänner"

München - Ein interner Ratgeber des Bayerischen Rundfunks (BR) fordert eine geschlechtergerechte Sprache im TV, Radio und im Netz. "Feuerwehrmänner" sind künftig tabu. Damit aber nicht genug.

"Fachmänner" sollen künftig nicht mehr in der "Abendschau" oder in den Radionachrichten des BR zu Wort kommen. Statt dessen sollen die Zuschauer und Zuhörer von "Fachleuten" oder "Fachkräften" informiert werden. Pardon: Künftig sind auch die Begriffe "Zuschauer" und "Zuhörer"  tabu. "Guten Abend, liebe Zuschauer" und "Guten Morgen, liebe Zuhörer" sind deswegen bei BR-Moderatoren und Radiosprechern unerwünschte Formulierungen. Fortan soll vom "Publikum" oder "Auditorium" die Rede sein. Und nach einem Großbrand oder einer Überschwemmung soll es doch bitte nicht mehr heißen: "Hunderte Feuerwehrmänner waren vor Ort." Erwünscht ist jetzt: "Hunderte Einsatzkräfte der Feuerwehr waren vor Ort."

Was hinter diesen Sprachregelungen steckt: Die Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks sollen künftig in ihrem Arbeitsalltag eine geschlechterkorrekte Sprache verwenden. Tatsächlich: In einer internen Broschüre des BR, die auch unserer Onlineredaktion vorliegt, heißt es unmissverständlich: "Formulierungen sollten nicht nur klar und prägnant, sondern auch fair sein, damit Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen werden." Wer nicht genannt werde, komme nicht vor. "Mit einer fairen Sprache stehen wir für ein modernes Unternehmen und ein zeitgemäßes Programm." Zu lesen sind diese Anweisungen in einer Broschüre mit dem Titel "Faire Sprache. Tipps für eine geschlechtergerechte Sprache im Bayerischen Rundfunk". Dahinter steht Jürgen Wieland, Kommissarischer Leiter der BR-Verwaltungsdirektion. Und Wieland schreibt in der Broschüre unmissverständlich: "Ich bitte alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in ihrem Arbeitsalltag eine faire Sprache zu verwenden."

Dass diese internen BR-Anweisungen nun an die Öffentlichkeit geraten, geht auf Alexander Kissler zurück, Kulturchef des renommierten politischen Magazins "Cicero". In seiner aktuellen Online-Kolumne "Kisslers Konter" prangert er ein "Gesinnungsdiktat der Wortwächter" und den einer Diktatur entsprechenden "Reinheitswahn" der "Münchner Sprachpolizisten" an. Per Anweisung von oben soll die männliche Endung in allen Sendungen des Bayerischen Rundfunks tabu sein. "Der Feldzug gegen diese wird als 'sprachliche Gleichstellung' verkauft. Es handelt sich um eine Ausmerzung." Kisslers Fazit über die neue Sprachkultur beim BR: "Es stört halt schon sehr, das Mannsbild."

Interessanterweise steht ja ein solches hinter der Broschüre. Fairerweise muss man an dieser Stelle betonen, dass die Sprachregelungen nicht dem Kopf eines Fernseh- oder Radiomannes entsprungen sind. Denn der kommissarische Leiter der Verwaltungsdirektion, Jürgen Wieland, hat gar keinen journalistischen Hintergrund. Laut BR-Homepage wechselte der Wirtschaftswissenschaftler nach einer Station bei der Allianz in München 1994 zum BR in die Abteilung Finanzen. Zu seinen Aufgaben ist auf der BR-Seite zu lesen: "Wieland ist neben seiner Tätigkeit als Leiter des Finanzwesens Mitglied in zahlreichen BR/ARD-Arbeitsgruppen, die sich mit Veränderungsprozessen beschäftigen."

Einen solchen Veränderungsprozess will er mit der geschlechterkorrekten Sprache nun beim Bayerischen Rundfunk umsetzen. Manchmal wirken Wielands Anregungen unfreiwillig komisch. Ein paar Beispiele aus der BR-Handreichung:

Statt: "Teilnehmergebühr" künftig: "Teilnahmegebühr"

Statt: "Keiner weiß genau" künftig: "Niemand weiß genau"

Statt: "Jeder fragt" künftig: "Alle fragen sich"

Statt: "Statt: So mancher" künftig: "Die eine oder der andere"

Statt: "Vertrauensmänner" künftig: "Vertrauenspersonen"

Klingt merkwürdig? Macht aber nichts, befindet BR-Boss Wieland in seiner Handreichung. "Sprache ist flexibel und ändert sich ständig. Was heute noch sperrig oder seltsam klingt, kann morgen schon normal sein." Heißt konkret: Irgendwann wird sich das Publikum bzw. Auditorium ("Zuschauer und Zuhörer" sind ja unerwünscht) schon an solche Formulierungen in der "Abendschau" oder bei "Heute im Stadion" gewöhnen.

Ob die geschlechterkorrekten Formulierungen die Wirklichkeit auch korrekt abbilden, scheint fraglich: Denn in Bayern sind laut Innenministerium von insgesamt 320.000 ehrenamtlichen Feuerwehrleuten weniger als ein Zehntel, nämlich gerade mal 25.000, weiblichen Geschlechts. Der Feuerwehrmann verschwindet - trotz BR-Sprachregelung - eben nicht so einfach.

Was halten Sie von der neuen BR-Sprachregelung? Teilen Sie uns Ihre Meinung über die Kommentarfunktion mit!

fro

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