"Feuerwehrmänner" sollen in Zukunft tabu sein beim BR - stattdessen soll es neutral "Feuerwehrleute" heißen.

Kommentar

BR-Pläne: Sprachliche Entmannung

München - Der BR will seine Sprache neutralisieren. Was dabei herauskommt? Ganz klar: Verbale Grobmotorik. Ein Kommentar.

Jürgen Wieland scheint ein Mann mit vielen Interessen zu sein – und einer, der offenbar nicht ausgelastet ist. Er leitet beim Bayerischen Rundfunk die Verwaltungsdirektion, ist Herr der Zahlen. Reicht ihm wohl nicht. Deshalb spielt er jetzt auch Sprachpolizei. Wieland will das Männliche aus dem BR-Deutsch verbannen – den Frauen zuliebe. Er hat Tipps gesammelt „für eine geschlechtergerechte Sprache im Bayerischen Rundfunk“. Wer die liest, darf annehmen, dass die deutsche Sprache Wieland schon vor geraumer Zeit die Freundschaft gekündigt hat.

Ginge es nach ihm, soll es beim BR künftig nicht mehr „Zuschauer“ und „Zuhörer“ heißen, sondern „Publikum“ und „Auditorium“. Aus dem „Abteilungsleiter“ würde die „Abteilungsleitung“. Das ist, pardon, verbale Grobmotorik. Die geschlechtsneutralen Begriffe sind viel sperriger. Zudem tilgt die sprachliche Entmannung nicht bloß das Geschlecht, sondern den Menschen gleich mit – weil aus Akteuren Sachen werden. Das ist schlechter Stil, jeder Journalistenschüler (und jede Journalistenschülerin) weiß das – Wieland ignoriert es. Aus dem Satz „Der Kameramann soll künftig drei Schritte beachten“ würde – kein Scherz: „Die Kamera soll künftig drei Schritte beachten.“ Das ist sinnfrei, sprachliche Gleichberechtigung hin oder her.

Ach ja , eines ist uns noch unangenehm aufgefallen: Es heißt bei Wieland noch immer „der“ Bayerische Rundfunk, also männlich. Aber das muss ja nicht ewig so bleiben, oder?

Robert Arsenschek

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