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Blick zurück auf die Anfänge in der Bundeshauptstadt: Ekin Deligöz, Ilse Aigner und Christoph Moosbauer (v. l.)

Video zum BR-Politmagazin „Kontrovers“

Damals und heute: Wie Politiker „groß“ werden

München - Im Rahmen des BR-Politmagazins „Kontrovers“ ziehen drei Bundestagsabgeordnete Bilanz nach 15 Jahren in Berlin. Mit dabei: Ilse Aigner, Ekin Deligöz und Christoph Moosbauer.

Das Gesicht – mädchenhaft. Die Frisur – fast wie heute. Ilse Aigner steht vor einer Wand und hämmert einen Nagel in die Wand. Dann hängt sie den Wimpel der Gemeinde Rottach-Egern aus ihrem oberbayerischen Heimatwahlkreis auf. Ilse Aigner, gelber Rolli, kurzes Röckerl, entschlossener Blick, ist eingezogen. Und zwar nicht irgendwo. Sondern in den Bundestag, in ihr Abgeordnetenbüro.

15 Jahre ist das her. Der Bayerische Rundfunk (BR) begleitete die CSU-Frau, außerdem die energische Grüne Ekin Deligöz aus Neu-Ulm und den vielversprechenden SPD-Politiker Christoph Moosbauer aus München am Anfang ihrer Abgeordnetenkarriere mit der Kamera – und zeigt heute Abend ab 21 Uhr im Rahmen des Politmagazins „Kontrovers“, was aus ihren Träumen wurde – oder auch nicht.

Sehen Sie hier den BR-Beitrag bei YouTube

Der 20-minütige Beitrag unter dem Titel „Wie Politiker ,groß‘ werden“ ist ein bisschen so, wie wenn der Papa bei der Familienfeier die alten Videokassetten rausholt. Die Drei, die sich das Material von damals zusammen anschauen, lachen, mal schlägt einer die Hand vor den Mund – es ist wohl komisch, sich selbst zu sehen. Ilse Aigner auf Rollerbladern, auf flotter Fahrt durch die Bundeshauptstadt. Ekin Deligöz mit kurzen Haaren bei ihrer ersten Rede vor dem Parlament. Christoph Moosbauer, wie er als hagerer junger Mann in seinem neuen Büro steht und ein Plakat der „Sesamstraße“ aufhängt. Die Drei erzählen von ihren Zielen – 15 Jahre später ziehen sie Bilanz.

Moosbauer, heute 44 Jahre, liebte es, Teil des Politikbetriebs zu sein, mitzumischen. Dann sägte ihn die Bayern-SPD ab, obwohl er der CSU ein Direktmandat abgejagt hatte: „Das war ein Desaster“, sagt er heute. Er arbeitet jetzt als Wirtschaftsberater, manchmal fühlt er einen „Phantomschmerz“, wenn er am Reichstag vorbeigeht.

Ekin Deligöz, jetzt 42 und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, will in eine Regierungsmannschaft und berät junge Parteikollegen – damit sie nicht dieselben Fehler machen wie sie damals. Ilse Aigner, heute 48, ist seit fünf Jahren Bundeslandwirtschaftsministerin, sie will im Herbst zurück in die Landespolitik, wieder mehr Zeit in der Heimat verbringen und richtig Karriere machen. Was sie noch nicht weiß, das gibt sie zu: Ob ihr der Berliner Betrieb nicht fehlen wird. Wie das wohl in 15 Jahren ist?

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