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Lässig mit Sonnenbrille: In der Inszenierung von „My Life As A Terrorist“ spielt „Tagesthemen“-Moderator Tom Buhrow einen Journalisten, der den Terroristen Hans-Joachim Klein (Alexander Simon) befragt. Am 15. und 16. März gastiert die Produktion im Münchner Marstall.

Tom Buhrow: „Angst hatte ich nie“

Man kenn ihn als Mister „Tagesthemen“: Moderator Tom Buhrow spricht im Merkur-Interview über sein Debüt als Schauspieler und Herausforderungen auf der Bühne.

Er ist Mr. Tagesthemen. Doch Tom Buhrow kann auch anders: Am Wiener Theater Garage X hat der 54-jährige Fernsehjournalist sein Schauspieldebüt gegeben. In Ali M. Abdullahs Inszenierung des Stücks „My Life As A Terrorist“ (Mein Leben als Terrorist) spielt der ARD-Mann einen Journalisten, der sich mit dem ehemaligen Terroristen Hans-Joachim Klein (Alexander Simon) unterhält. Am 15. und 16. März ist die Garage X mit dieser Produktion, die auf einem Film von Alexander Oey basiert, zu Gast im Münchner Marstall. Im Gespräch mit unserer Zeitung verrät Buhrow, warum er zumindest zeitweise das Hamburger „Tagesthemen“-Studio mit der Theaterbühne tauscht.

Herr Buhrow, haben Sie Theatererfahrung?

Vor diesem Stück? Nein. Es sei denn, etwaige Krippenspiele in der Schule gehören dazu. Da war ich aber nur der Erzähler.

Zum Josef hat es nicht gereicht?

Den wollte ich spielen. Aber ich konnte mir schon damals gut Texte merken, und der Erzähler hatte am meisten davon. Sie sehen, meine dramatischen Talente konnte ich nicht ausbilden, dafür aber Textsicherheit.

Wie entstand die Idee, nun in einer richtigen Inszenierung Theater zu spielen?

Das ist ein Freundschaftsdienst für Alexander Simon. Er sprach mich beim Elbspaziergang an, ob ich nicht mitwirken wolle. Alexander ist im Ensemble des Thalia Theaters in Hamburg. Damals ahnte ich nicht, dass aus dem Elb- auch ein Isarspaziergang werden würde.

Erleben wir gerade vielleicht den Beginn Ihrer zweiten Karriere?

Nein, nein. Ich weiß, was ich kann, und ich bin kein Schauspieler. Aber es macht viel Spaß, und man lernt so einiges.

Zum Beispiel?

Pausen auszuhalten. Jene Szenen, in denen man nur auf der Bühne rumsitzt und andere sprechen. Das ist sehr hart, schließlich bin ich im Fernsehen nur im Bild, wenn ich agiere. Ich musste lernen, die Unsicherheit des Nichtstuns zu ertragen. Das wurde mir eingebleut.

War das schwer?

Ja, aber das geht auch den Profis so. Und auch für die gilt: Man fühlt sich 80 bis 90 Prozent während der Probenzeit unsicher. Man darf demjenigen, der gerade auf der Bühne spricht, nicht Aufmerksamkeit rauben. Wie sagt unser wunderbare Regisseur Ali Abdullah: „Alles im Theater hat Bedeutung.“ Und der Zuschauer merkt, wenn ich etwa als Journalist in meiner Rolle Notizen mache – was in meinem realen Beruf so wäre, hier aber verboten ist. Weil es ablenkt.

Wenn Sie Ihr Fernseh- mit Ihrem Schauspieldebüt vergleichen – wann waren Sie nervöser?

Angst hatte ich nie. Aber unsicherer war ich auf der Bühne – beim Fernsehen hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was ich wollte, war sehr konzentriert. Und es ist ein Unterschied, ob man 75 pausenlose Minuten auf der Bühne steht oder zehn Minuten auf dem Bildschirm zu sehen ist – mit Pausen.

Wie kam Ihre Bühnenpremiere an?

Die Kollegen von den „Tagesthemen“ haben sogar einen kleinen Bericht über mich gemacht. Ich bin gnädig beurteilt worden. Mal sehen, ob das in München bei den kritischen Journalisten auch der Fall sein wird.

Das Gespräch führte Matthias Bieber.

Vorstellungen

am 15. und 16. März im Münchner Marstall. Karten unter 089/ 21 85 19 40.

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