Bundesliga-Rechte: Leo Kirch ist wieder im Spiel

München - Spektakuläres Comeback des Medienunternehmers Leo Kirch: Für die Deutsche Fußballliga (DFL) soll er mit seinem Tochterunternehmen Sirius die Rechte für die Übertragung der Bundesligaspiele von 2009 bis 2015 vermarkten. Monatelang hatte der fast blinde 80-Jährige unbemerkt mit seinem Vertrauten Dieter Hahn von seinem alten Büro in der Münchner Kardinal-Faulhaber-Straße aus ein milliardenschweres Geschäft eingefädelt.

Mindestens 3,45 Milliarden Euro an Lizenzgebühren soll Kirch für die DFL einsammeln, insgesamt 850 Millionen mehr, als die Liga zu den gegenwärtigen Konditionen erzielen würde. Kirch und die Fußball-Bundesliga hatten in der Vergangenheit eine Beziehung mit vielen Höhen und Tiefen. In seinen besten Zeiten verschaffte der frühere Medienzar der Liga erstmals Einnahmen von mehreren hundert Millionen Euro pro Saisonvertrag. Die Vereine konnten in teure ausländische Spielerstars investieren.

Doch die Insolvenz der Kirch Media 2002 stürzte auch die Bundesliga in eine tiefe Krise. Statt der fest einkalkulierten 820 Millionen Euro für die der Kirch-Pleite folgenden beiden Spielzeiten musste die Liga damals mit nur 600 Millionen Euro TV-Einnahmen auskommen. Manchen Club brachten die Millionenausfälle damals an den Rand des Ruins. Auch deshalb wollte die DFL beim Aufsehen erregenden Ausschreibungs-Poker 2005 auf Nummer Sicher gehen. Obwohl der damalige Premiere-Chef und einstige Kirch-Ziehsohn Georg Kofler mehr Geld bot, schlug die DFL das Pay-TV-Paket dem neuen, unerfahrenen Anbieter Arena zu.

Doch Arena schaffte es nicht, ausreichend Abonnenten zu gewinnen und musste das Lizenzpaket zum größten Teil faktisch an Premiere weitergeben. Nun kehrt die Liga überraschend zu Kirch zurück. Ende September stieg er als Großaktionär in das früher als EM.TV bekannt gewordene Unternehmen EM.Sport Media ein, das nun möglicherweise auch bei der Bundesliga-Berichterstattung mitspielt.

Die meisten Vorbehalte mussten die DFL-Manager wohl in den eigenen Reihen der Vereine entkräften: Als sich ihre Vertreter aus erster und zweiter Liga gestern trafen, dauerte die Sitzung deutlich länger. Die Angst vor einem erneuten Debakel mit dem Pleitier soll eine drei Milliarden Euro hohe Bankbürgschaft nehmen, mit der Kirch die Mindesteinnahmen bis 2015 garantiert.

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