Bundesliga weiter in der ARD

- Die Fans und die 36 Vereine der 1. und 2. Fußballbundesliga sind die großen Gewinner der neuen Fernsehverträge. Der Ligaverband vergab gestern die so genannten Free- TV-Rechte erneut an die ARD, die den Fußball wie bisher aktuell in der "Sportschau" präsentiert. Ab der kommenden Saison beginnt die Zusammenfassung um 18.30 Uhr (statt um 18.10 Uhr). Die Pay-TV-Rechte erhält die Bietergemeinschaft "Arena", eine Gruppe von drei Kabelnetzbetreibern. Der bisherige Partner Premiere geht leer aus.

Die Deutsche Fußballliga (DFL) kassiert insgesamt in drei Jahren 1,26 Milliarden Euro, das bedeutet eine Steigerung um rund 40 Prozent. Beschlossen wurde die Wiedereinführung eines Freitagsspiels - bei Beibehaltung von zwei Sonntagsspielen. Freuen dürfen sich vor allem Fußballanhänger, die weiter auf eine frühe Zusammenfassung am Samstag bauen können. Die Verlagerung in den späten Abend ist vom Tisch.

"Der Liga wird Geldgier vorgeworfen, aber alle 36 Vereine haben dafür auf Geld verzichtet", sagte Liga-Präsident Werner Hackmann. Statt das höhere Premiere-Angebot anzunehmen, entschied sich die Liga für die Variante mit der Traditionssendung in der ARD, die vor drei Jahren "ran" bei SAT 1 abgelöst hatte. "Wir haben uns sehr an den Bedürfnissen der Fans orientiert", sagte DFL-Sprecher Tom Bender. Neben der "Sportschau" wird auch das "Aktuelle Sportstudio" im ZDF weiter Bilder von der Bundesliga zeigen. Auch das DSF behielt seine Rechte.

"Wir haben uns sehr an den Bedürfnissen der Fans orientiert." DFL-Sprecher Tom Bender

Die Pay-TV-Rechte gingen an die Firma Arena. Der Zusammenschluss von Kabelnetzbetreibern muss nun das Pay-TV-Geschäft aufbauen. "Teil der Vereinbarung ist, dass die Fußballübertragung sowohl über Kabel als auch über Satellit gewährleistet ist und nicht mehr als 20 Euro pro Monat kostet", so DFL-Verhandlungsführer Christian Seifert.

Mit der Einführung eines Erstligaspiels am Freitagabend sei man auch dem Wunsch der Fans nachgekommen, sagte Seifert. Da die Bundesliga als einzige europäische Topliga ein Freitagsspiel anbietet, "wird die internationale Vermarktung aufgewertet", erklärte Seifert: "Wir wollen das Ausland weiter erschließen."

Kernspielzeit bleibt der Samstagnachmittag um 15.30 Uhr mit nunmehr sechs Spielen. Zwei Partien werden am Sonntag um 17 Uhr beginnen, von denen Ausschnitte im Free TV erst nach 22 Uhr im DSF zu sehen sind. Die Anstoßzeit der 2. Liga wird am Freitag auf 18 Uhr vorgezogen, am Sonntag auf 14 Uhr.

Der große Verlierer ist Premiere. Der Bezahlssender, der seit mehr als zehn Jahren Partner der Liga ist und bis zum Saisonende noch alle Spiele live zeigt, hatte mehr Geld geboten, aber nur für das Modell mit einer späten Zusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen.

Als Gewinner dürfen sich neben den Fans vor allem die 36 Proficlubs fühlen. Nach der Krise im Zusammenhang mit der Pleite von Leo Kirch musste sich die DFL zuletzt mit 300 Millionen Euro pro Saison zufrieden geben. Jetzt gibt es mindestens 420 Millionen. "Die Entscheidung bedeutet Planungssicherheit in den nächsten drei Jahren auf hohem Niveau", so DFL-Chef Hackmann.

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