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Der Mann, der Claus Kleber zu Tränen rührte: Busfahrer Sven Latteyer.

Busfahrer Sven Latteyer

Er rührte Claus Kleber zu Tränen - und liket die AfD

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München - Seine bewegende Geste hat ZDF-Moderator Claus Kleber zu Tränen gerührt. Doch Facebook-Posts des Busfahrers Sven Latteyer werfen Fragen nach dessen Gesinnung auf. Dabei ist der Mann aus Erlangen ein Spiegelbild unserer Gesellschaft.

"I have an important message for all people from the whole world in this bus. Welcome." Übersetzt: "Ich habe eine wichtige Nachricht für alle Menschen aus der ganzen Welt in diesem Bus. Willkommen."

Wegen dieser Worte musste Claus Kleber mit den Tränen kämpfen. Der Moderator des "heute-journal" erzählt die Geschichte einer Busfahrt in Erlangen. Als 15 Asylbewerber mit zwei Betreuern einsteigen, um in das nahegelegene Schwimmbad zu fahren, greift der Busfahrer zum Mikrofon. Was folgt ist eine Durchsage, die Claus Kleber zu Tränen rührte und die Busfahrer Sven Latteyer für viele Menschen in Deutschland zum Vorbild machte.

Vorbild mit umstrittenen Facebook-Posts?

Doch Facebook-Posts des Busfahrers aus Erlangen werfen Fragen nach dessen wahrer Gesinnung auf. Sven Latteyer, der Mann, der Flüchtlinge in Deutschland willkommen heißt, ist Fan der Facebook-Seite der AfD. Er teilt Beiträge wie "wenn Du es satt hast Europa zu retten und die Armut in Deutschland wächst". Oder "Wir sind Deutsche! Wir feiern Sankt Martin, Weihnachten, Ostern! Und lassen uns das auch nicht untersagen" der Facebook-Gruppe "Wir alle sind Deutschland", die Asylbewerbern kritisch gegenübersteht.

Kann ein Mann, der solche Beiträge teilt, Asylbewerber in Deutschland aufrichtig willkommen heißen?

Passen asylkritische Facebook-Posts zu asylfreundlicher Durchsage?

Er kann.

Der 42-jährige Busfahrer aus Erlangen steht exemplarisch für viele Menschen in Deutschland und ihre Bedenken, Ängste, Sorgen und Nöte. Sie haben Angst vor dem sozialen Abstieg, machen sich Sorgen über den sozialen Frieden in Deutschland und erwarten von ihrer Bundesregierung Antworten auf drängende Fragen.

Dass er "gefällt mir" bei der AfD geklickt hat, bereut Sven Latteyer in einem Interview mit dem Jugendsender Puls. Doch er sei eben von der Bundesregierung enttäuscht. Er kenne Menschen, die kaum Geld zum Leben haben, deren Rente nicht ausreiche.

Gleichzeitig betont Sven Latteyer, dass er nichts gegen Asylbewerber habe. Denen gehe es doch schlechter als ihm selbst.

So heißt Latteyer Menschen willkommen, die Hilfe suchen, obwohl er gleichzeitig die Gedanken nationaler Facebook-Gruppen offen in sozialen Netzwerken teilt.

Facebook-Post, geteilt von Sven Latteyer. 

Der Busfahrer Sven Latteyer hat jedoch nichts gegen den einzelnen Menschen. Er teilt die Beiträge aus Sorge um die Zukunft. Dies jedoch kann keine Entschuldigung für das Verbreiten von Hetze gegen Flüchtlinge auf Facebook sein.
Das seine Geste dann auf so eine breite, positive Resonanztrifft und eine solche emotionale Reaktion beim ZDF-Journalisten Claus Kleber hervorruft, ist eine schöne Geschichte. Sie zeigt: In unsicheren Zeiten kann sich ausländerfeindliches Gedankengut einfacher verbreiten, gleichzeitig liegt es an der Gesellschaft offen für mehr Menschlichkeit einzustehen. So wie Busfahrer Sven Latteyer.

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