Caren Miosga: "Ich bin keine Anfängerin mehr"

Hamburg - Nicht nur sie selbst fiebert ihrer Premiere entgegen. Am kommenden Montag um 22.15 Uhr moderiert Caren Miosga als Nachfolgerin von Anne Will erstmals die ARD- "Tagesthemen".

Eine besondere Überleitung zum Wetter hat sich die Neue nicht überlegt. In diesem Punkt hält sie es ganz wie Anne Will, die sie ansonsten aber nicht kopieren möchte. "Ich werde bestimmt nicht eine Augenbraue besonders hochziehen", sagt die 38-Jährige und lacht. Die neue "Anchorwoman" gibt sich entspannt, obwohl sich bei ihrer ersten Sendung viele Blicke auf sie richten werden, ganz egal, welche Nachrichten sie an diesem Tag präsentiert. "Mir ist schon bewusst, dass es hier um das Flaggschiff der ARD-Nachrichtensendungen geht. Aber ich bin ja längst keine Anfängerin mehr vor der Kamera", gibt sich Miosga selbstbewusst.

Die aus Peine (Niedersachsen) stammende Journalistin arbeitet seit 1999 für den Norddeutschen Rundfunk (NDR). Dort präsentierte Miosga das "Kulturjournal" und das Medienmagazin "Zapp". Zuletzt moderierte sie für die ARD die Sendung "Titel Thesen Temperamente". Sie war keine Kandidatin aus der vordersten Reihe, ihr Name fiel in den wochenlangen Spekulationen um die Nachfolge Anne Wills nur am Rande. Doch während die Öffentlichkeit noch rätselte, absolvierte die brünette Moderatorin interne Castings - und überzeugte ihre Chefs. "Ich hatte nach den Tests zwar ein gutes Gefühl, aber überrascht war ich trotzdem - und sehr stolz", erzählt sie, "schließlich bin ich mit den ,Tagesthemen groß geworden".

Hätte sie damals schon von ihrer neuen Aufgabe gewusst, Miosgas Fragen im "Zapp"-Interview mit Anne Will vor einigen Jahren wären vielleicht ganz anders ausgefallen. Doch längst hat sie das nachgeholt und sich mit der von ihr "überaus geschätzten" Vorgängerin ausgetauscht. "Nicht über die Moderation, denn da muss jeder sich selbst treu bleiben. Sobald man ich mich verstellen würde, etwas kopieren, besonders staatstragend oder betont locker vor der Kamera wirken wollte, merkt der Zuschauer das sofort", meint die seit bald 20 Jahren in Hamburg lebende Fernsehfrau, die für ihr Studium der Geschichte und der Slawistik in die Hansestadt gekommen war.

Ihre Russischkenntnisse perfektionierte sie als Reiseleiterin in Moskau, berichtete von dort auch für den Hörfunk. Für die "Tagesthemen", die sie im Wechsel mit Tom Buhrow präsentiert, fühlt sich Miosga gut gewappnet - auch für die Interviews. "Ich habe bei ,Zapp Interviews geführt mit Politikern, Wirtschaftsbossen und Mediengrößen. Ich denke, diese zum Teil schwierigen Gespräche waren eine gute Schule", erklärt Miosga, die seit Anfang vergangenen Jahres Mutter einer Tochter ist. "Spätestens seitdem weiß ich, dass Organisation alles ist", sagt die Frau, die ihr Privatleben aus dem Medienrummel raushalten will. "Es war ohnehin ungewohnt, plötzlich selbst Interviews geben zu müssen", gesteht sie.

Als Journalistin will sie in den Konferenzen "mitdiskutieren und mitgestalten". Gedanken darüber, ob sie später einmal wie ihre Vorgängerinnen Will und Sabine Christiansen eine Talkshow übernehmen möchte, macht sie sich nicht - genauso wenig wie über die Abmoderation.

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