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Christian Nitsche

Christian Nitsche

Er wird der neue BR-Chefredakteur

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München - Noch ist Sigmund Gottlieb Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens (BR). Doch Ende März geht er in Ruhestand. Nach Informationen unserer Zeitung steht sein Nachfolger fest.

Es wird eine Heimkehr nach drei Jahren im norddeutschen Exil: Christian Nitsche, derzeit noch Zweiter Chefredakteur von „ARD aktuell“ in Hamburg, soll nach Informationen unserer Zeitung Nachfolger von Sigmund Gottlieb in München werden. Der 65-jährige Nürnberger ist seit 1995 Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens und geht am 31. März in den Ruhestand. 

In der Rundfunkratssitzung am 2. Februar will BR-Intendant Ulrich Wilhelm Nitsche als neuen Chefredakteur des Münchner Senders vorschlagen. Es gilt als sicher, dass die Rundfunkräte der Personalie zustimmen werden. Auch in der Staatsregierung, die über den Rundfunkrat viel Einfluss im Sender hat, hat Nitsche klare Rückendeckung. Er soll zum 1. April sein Amt als „medienübergreifender Chefredakteur“, so die genaue Bezeichnung beim Sender, übernehmen, wie BR-Kreise unserer Zeitung bestätigten. Gottlieb war 22 Jahre in der Spitzenfunktion beim BR tätig. Beim Münchner Sender hat auch sein designierter Nachfolger seine Karriere begonnen. Nitsche, Jahrgang 1971, volontierte beim BR und war danach für Politikund Wirtschaftsmagazine wie „Plusminus“ und „Report München“ tätig. Als Korrespondent war er für den Sender unter anderem im Kosovo sowie im Irak unterwegs und arbeitete außerdem in den ARD-Studios Tel Aviv und Istanbul, für die im Senderverbund traditionell der BR verantwortlich ist.

Im Jahr 2003 wechselte Nitsche als Fernsehkorrespondent ins ARD-Hauptstadtstudio Berlin; acht Jahre später kehrte er als BRPressesprecher nach München zurück. 2014 wechselte er als Zweiter Chefredakteur nach Kai Gniffke zu „ARD aktuell“ nach Hamburg. „ARD aktuell“ ist die Gemeinschaftsredaktion des Senderverbunds und für die aktuellen Fernsehformate „Tagesschau“, „Tagesthemen“ und „Nachtmagazin“ ebenso verantwortlich wie für den Nachrichtenkanal tagesschau24 und das Internetangebot www.tagesschau.de. Die Redaktion ist beim NDR angesiedelt. Nitsche folgte dort auf Thomas Hinrichs, der 2014 seinerseits nach München zog, um beim BR die damals neu geschaffene Stelle als Informationsdirektor anzutreten.

Noch nicht abzuschätzen ist, ob die Position des BR-Chefredakteurs mit Nitsche die Wucht behalten wird, die Gottlieb ihr in den vergangenen zwei Jahrzehnten verliehen hat. Dies auch vor dem Hintergrund, dass sich der Sender derzeit in der größten Umstrukturierungs- und Sparphase seiner Geschichte befindet. Klar ist dagegen, dass der neue Chef den von Intendant Ulrich Wilhelm geforderten und geförderten Kurs der trimedialen Verzahnung der Redaktionen Fernsehen, Hörfunk und Online uneingeschränkt unterstützt und selbst voranbringen wird. Dies hat er bereits zu seiner Zeit als BR-Pressesprecher getan. 

Mit Sigmund Gottlieb endet eine Ära beim Bayerischen Fernsehen, dessen Gesicht er seit vielen Jahren ist. Millionen ARD-Zuschauer kennen ihn zudem als Moderator von „Brennpunkt“-Sendungen – oder aus den „Tagesthemen“, für die er mehr als 300 Mal kommentiert hat. Gottlieb wurde aber auch immer wieder kritisiert. Zuletzt etwa für ein Interview mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach dem Putschversuch im Juli des vergangenen Jahres. Im BR moderiert Gottlieb im Wechsel mit Ursula Heller zudem die Politik-Talkshow „Münchner Runde“ – ob sein Nachfolger ihn in dieser Funktion ebenfalls beerben wird, ist noch offen.

Mike Schier/Stefanie Thyssen/Michael Schleicher

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