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Ein ungleiches Paar: Christine Neubauer als angebliche Profi-Handwerkerin Mona und Ulrich Noethen, der in „Lügen haben linke Hände“ den Fotografen Max spielt.

„Christine Neubauer ist wie die Leute – und anders“

Neubauer nonstop: Mal Minensucherin, mal allgewaltige Nonne beim Papst, in jedem Fall hochdramatisch: Im April ist Hochsaison für Filme mit Christine Neubauer.

Neubauer nonstop: Mal Minensucherin, mal allgewaltige Nonne beim Papst („Gottes mächtige Dienerin“, an Karfreitag und Ostersamstag in der ARD), in jedem Fall hochdramatisch: Im April ist Hochsaison für Filme mit Christine Neubauer.

Zum Abschluss zeigt sich die Schauspielerin am Ostermontag von ihrer komischen Seite: Thomas Nennstiel inszenierte die Komödie „Lügen haben linke Hände“, die im ZDF am 25. April um 20.15 Uhr läuft. In der Geschichte geht es um Mona, die im Auftrag einer Geräte-Firma auf Plakaten als perfekte Heimwerkerin prahlt und daher eine Finca auf Mallorca restaurieren soll. Keine Ausrede hilft Mona, den Auftrag loszuwerden, der ihre beiden linken Hände offenbaren würde.

Und natürlich gelingt es ihr doch – mit ungeahnter Hilfe – die Arbeiten auszuführen. Christine Neubauer darf in der Hauptrolle alle Register praller Komödiantik ziehen. „Man kann sie mit den Augen anfassen“, meint ihre Produzentin Regina Ziegler zum Neubauerschen Erfolgsrezept: „Die Leute mögen sie, weil sie ein bisschen ist wie sie und zugleich ein bisschen anders. Die Menschen wollen immer beides. Sie wollen sich sehen, wie sie sind, und wollen sich so sehen, wie sie sein möchten. Diese Doppelrolle wird durch Christine Neubauer ausgefüllt.“

Aber angesprochen auf die enorme Bildschirmpräsenz der Neubauer wird auch ihre Produzentin nachdenklich: „Für alle gilt das Übermaßverbot. Aber ob es beachtet wird, liegt nicht an mir. Es gibt sicher zu viele Wiederholungen, und meine Möglichkeiten als Produzentin darauf Einfluss zu nehmen, sind begrenzt.“

Das trifft wohl auch auf die Möglichkeit zu, die Schauspielerin konsequent anders zu besetzen und damit ihre Image-Grenzen aufzubrechen: „Eine richtig Böse ist sie nun mal nicht.“ Konsequent anders besetzt ist in diesem Film dagegen Ulrich Noethen als lässiger, die Frauen im Dutzend vernaschender Star-Fotograf, der zunächst noch mit zynisch heruntergezogenen Mundwinkeln das hilflose Treiben der armen Mona beobachtet und gnadenlos im Bild festhält. „Stimmt! So was habe ich noch nie gespielt“, bestätigt Noethen. Umso größeren Spaß haben ihm die komödiantisch übersprudelnden Szenen gemacht.

In Sachen Heimwerkerei traut er sich übrigens etwas mehr zu als Mona im Film: „Doch. So eine Finca, mit genügend Zeit und Geduld, hätte ich vielleicht auch restaurieren können.“

Paul Barz

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