"Das ist eben eine Komödie"

- Die Fernsehmacher haben (drohende) Arbeitslosigkeit als Sujet für Komödien entdeckt. Mit gleich zwei Produktionen zu diesem Thema kämpft in diesem Monat der Privatsender SAT 1 um Zuschauer. Nach "Nur ein kleines bisschen schwanger" am 3. April, als Stefanie Stappenbeck als gefeuerte Verlagsangestellte einen Babybauch vortäuschte, um ihren Job zu retten, sehen nun an diesem Dienstag in Michael Kreihsls Film "Liebe auf Kredit" vier zielstrebige Mitarbeiterinnen einer Cateringfirma zu, wie sie ihr vor der Pleite stehendes Unternehmen gegen die bitterböse Konkurrenz wieder flott bekommen.

In der Wahl ihrer Mittel sind sie nicht zimperlich. Ein Raubüberfall gehört ebenso dazu wie der Diebstahl einer Kundenkartei.

Darf so etwas zum Gegenstand eines Lustspiels werden? "Komödie darf alles", findet Felix Eitner, denn "praktisch jedes Thema lässt sich komisch wie tragisch abhandeln." Der 39-jährige Schauspieler spielt Alexander Raubold, den smarten Gegenspieler der jungen Frauen, der bald schon ahnt, wer die geheimnisvollen Missetäter sind. Mit sicherem Instinkt nimmt er die Fährte auf und spürt bald, dass die Rivalin Britta Kirsch nicht ganz so harmlos ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Warum aber ist der Mann dann so charmant zu ihr und ihrer kleinen Tochter? Eitner fand an seiner Figur, dass sie zunächst "mal so, mal so" gedeutet werden kann, als skrupellose "Ego-Sau" ("Das ist der Kerl bestimmt."), aber eben auch als eine, bei der man versteht, warum das Kind gerade Alexander Raubold ganz gern als neuen Papi hätte.

Britta-Kirsch-Darstellerin Henriette Heinze, mochte wiederum an ihrer Rolle, "dass sich hier nicht eine seufzend an die Schulter der Gesellschaft lehnt, sondern selber die Dinge in die Hand nimmt, selbst etwas tut." Auch mit kriminellen Mitteln? Da lacht sie und nimmt den Standpunkt von Eitner ein: "Das ist eben eine Komödie, ein Stück Unterhaltung und kein Sozialreport." Obwohl sie einräumt, dass man sich diese Thematik bei allem Witz und Unterhaltungswert auch bissiger und böser vorstellen könnte.

Sie selbst kann über Arbeitslosigkeit nicht klagen, will sich eher mehr Ruhe gönnen, schon der - echten - dreijährigen Tochter wegen. Ihr schauspielerisches Dauerengagement bleibt jedoch nach vier Jahren die Kinderserie "Siebenstein", während Partner Felix Eitner weiterhin seiner Kommissarsrolle im Schweriner "Polizeiruf 110" treu bleibt. Mit Partner Uwe Steimle hat er sich nach anfänglichen Schwierigkeiten zusammengerauft, und mehr Farbe soll seine Rolle des Markus Tellheim auch bekommen: "Wir haben gerade den vierten Film abgedreht. Da erfährt man etwas mehr über Tellheims Charakter."

SAT 1, heute, um 20.15 Uhr.

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