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Matthias Kammermeier aus Tandern setzte das Chaos in der Eifel richtig in Szene.

RTL-Zweilteiler „Der Vulkan“:

„Das größte Set meiner Filmgeschichte“

Mit dem Zweiteiler „Der Vulkan“ kommt am Sonntag die teuerste RTL-Produktion aller Zeiten ins Fernsehen. Merkur-online.de sprach mit Matthias Kammermeier, der die Katastrophe in Szene gesetzt hat.

Neun Millionen Euro ließ sich der Sender den Zweiteiler kosten. Im Interview mit merkur-online.de sprach der 51-Jährige Szenenbildner über Yvonne Catterfeld, seine Liebe zum Chaos, der Gratwanderung zwischen Anspruch und Budget, aber auch über die Schattenseiten des Filmgeschäfts.

Der Vulkan - die Stars aus dem Zweiteiler

TV-Event: Vulkan-Ausbruch in der Eifel

Herr Kammermeier, Hand aufs Herz, kann man bei dem Film „Vulkan“ von ihrem spannendsten Projekt sprechen?

Kammermeier: Das spannendste würde ich nicht sagen. Es ist ein Projekt, bei dem mich das Gesamtergebnis sehr befriedigt. Von der Inszenierung und der Regie ist der Film für ein Fernsehprojekt relativ gut gelungen.

Sprechen wir über die Szenenbilder. Reizt Sie das Chaos? Haben Sie eine Vorliebe, etwas kaputt zu machen?

Im RTL-Zweiteiler „Vulkan“ begräbt eine riesige Lavawelle eine Kleinstadt unter sich.

Kammermeier: Nein, eigentlich überhaupt nicht. Aber es ist natürlich ein Reiz, das unmöglich Scheinende zu realisieren. Dieser Film war eines der wenigen Projekte, bei denen ich mir Gedanken gemacht habe, ob ich es machen soll. Für die Fülle an Szenenbildern war das vorgegebene Budget einfach zu gering. Dazu noch die Effekte: Lavawellen, ein explodierender Vulkan, Ascheregen, Tag und Nacht, tote Tiere, blubbernde Seen, Phosphorpfützen im Wald, Geysire, die hochkommen. Zudem hatte ich noch die Hauptaufgabe, eine komplette, funktionierende Kleinstadt in Schutt und Asche zu legen. Dafür haben wir das größte Set meiner bisherigen Filmgeschichte aufgebaut.

Tonnen von Asche begraben die Frankfurter Innenstadt

Wie geht man an die Herausforderung heran, 70 verschiedene Schauplätze bei geringem Budget richtig in Szene zu setzen?

Kammermeier: Das ist ein sehr schmaler Pfad. Die Motivmöglichkeit bindet uns an verschiedene Länder, in denen wir drehen können. Nur ein Beispiel: Auf Grund der Fördergelder musste ich einen Film, der eigentlich im Zentrum der Vulkaneiffel spielt – und das ist nunmal in Rheinland-Pfalz, in Nordrhein- Westfalen drehen. Zudem wollte uns die Hessenförderung nicht, wir hatten aber eine Szene im Drehbuch, in der Tonnen von Asche die evakuierte Frankfurter Innenstadt unter sich begraben. Da kam dann tatsächlich die Anfrage, ob wir das nicht irgendwo in Köln drehen könnten. Ein Bankenzentrum in Köln, das geht einfach nicht.

Beschreiben Sie doch einmal bitte ihre Arbeit als Szenenbildner.

Ein Konvoi in einer Endzeitlandschaft: RTL kaufte das Grundstück und rodete den Wald.

Kammermeier: Im Film gibt es zum Beispiel eine Explosieingeonsszene, bei der ein Konvoi weggefegt wird, der dann in einer Endzeitlandschaft liegt, wo zuvor noch Wald war. Diese Szene haben wir komplett erstellt. Wir haben das Grundstück von einem Förster gekauft und den Wald tatsächlich gerodet. Die Kulisse herzustellen war unglaublich schwierig. Bei einem Windbruch brechen die Bäume ja in der Mitte. Im Anschluss haben wir auch noch den ganzen Wald mit Steinmehl eingestaubt, solche Szenen hatten wir in einer Tour.

„Ich laufe der Vorstellung nach“

Wie bereitet man sich auf solch eine Szene vor?

Kammermeier: Letztlich setze ich das um, was ich mir beim ersten Lesen im Kopf vorstelle. Die erste Idee halte ich mit einer kurzen Skizze fest. Dieser Vorstellung laufe ich dann nach, auf der Suche, wo ich meine Szene am besten erstellen, drehen oder finden kann. Bei der besagten Szene habe ich zum Beispiel keinen passenden Windbruch gefunden. Also musste ich das Motiv mit relativ begrenzten Mitteln erstellen. Dass das nicht einfach ist, kann man sich denken: Der Windbruch musste mit einem 60 Tonnen Kran befahrbar sein.

Lesen Sie hier den zweiten Teil des Interviews

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