"Das ist kein Familienausflug" - Ann-Kathrin Kramer und Harald Krassnitzer im Interview

München - Die beiden Freunde Ferdinand (Harald Krassnitzer) und Roland (Christoph M. Ohrt) wohnen Tür an Tür. Ferdinand ist Schriftsteller und hoch verschuldet. aber glücklich liiert mit der chaotischen Renate (Ann-Katrin Kramer), während Lehrer Roland im Geld schwimmt, aber seit dem Scheitern seiner Ehe an einem Trauma leidet.

Roland würde seinem Freund finanziell helfen, doch das lässt Ferdinand nicht zu. Eines Tages winkt der große Lottogewinn - doch nur für Roland, denn Ferdinand hatte kurz zuvor im Streit die langjährige Tippgemeinschaft gekündigt. Heute um 20.15 Uhr zeigt das ZDF Mark Schlichters Komödie "Freundschaften und andere Neurosen". Wir sprachen mit Harald Krassnitzer und Ann-Kathrin Kramer, die auch privat ein Paar sind.

Das Schauspielerpaar über gemeinsame Projekte, Geld und Glück

Herr Krassnitzer, im Film ist Ihre Figur zu stolz, vom besten Freund Geld anzunehmen. Hat bei Ihnen eine Freundschaft schon einmal gelitten, weil einer in finanzieller Not war?

Krassnitzer: Ich war noch nie in der Situation, dass ich mir von einem Freund Geld leihen musste. Eher anders herum. Ich bin jederzeit bereit, einem sehr guten Freund Geld zu geben. Doch sollte man bei einer solchen Aktion immer damit rechnen, dass man es nicht zurückbekommt.

Hat Geld in Ihrer beider Beziehung jemals eine Rolle gespielt?

Krassnitzer: Wir führen eine Liebes- und Lebensbeziehung. Unsere Fusion hat nichts mit einem Wirtschaftsimperium zu tun. (Lacht.) Die Finanzen haben bei uns nie eine Rolle gespielt.

Kramer: Das Gesamtmodell unserer Beziehung wäre aber bestimmt anders, wenn nur einer von uns Geld verdienen würde.

Krassnitzer: Vermutlich hätte eher ich ein Problem, wenn nur Ann-Kathrin über Einkünfte verfügt. Männer sind eher darauf getrimmt, erfolgreich zu sein. Es dauert noch ein paar Generationen, bis das aus den Genen raus ist.

Würden Sie Ihren Beruf weiter ausüben, so wie Ferdinand im Film, auch wenn das finanziell eine Katastrophe wäre?

Krassnitzer: Einen Beruf wählt man aus einer Leidenschaft heraus. Würde ich als Schauspieler nicht genug verdienen, dann würde ich mir was einfallen lassen. Ferdinand ist aber ein Typ, der auch ohne Geld überleben könnte.

Sie haben seit langem wieder gemeinsam einen Film gemacht. Stimmt es, dass sie bei den Dreharbeiten in getrennten Zimmern wohnen?

Kramer: Ja, denn so können wir uns nach einem Arbeitstag zurückziehen. Und dennoch jederzeit die Nähe des anderen suchen.

Krassnitzer: Wenn wir gemeinsam drehen, dann ist das kein Familienausflug. Wir sind zum Arbeiten da. Eigentlich haben wir trotz gemeinsamer Dreharbeiten noch weniger Zeit füreinander. Nach zwölf Stunden am Set verarbeitet jeder allein den Tag, bereitet sich für den nächsten vor und fällt todmüde ins Bett.

Frau Kramer, Sie haben lange in München gelebt. Sehnsucht nach Bayern?

Kramer: Ich bin sehr gern in München und bedauere es, hier in letzter Zeit nur selten gedreht zu haben. Ich habe 15 Jahre in München gelebt, ich kenne jede Ecke und bin sieben Mal umgezogen. Es war einfach eine Zeit, in der viel Wichtiges in meinem Leben passiert ist.

Fühlen Sie sich als Österreicher in Wuppertal wohl, Herr Krassnitzer?

Krassnitzer: Die Leute sind angenehm cool. Außerdem fühle ich mich wie ein Pendler, da ich ja immer wieder in Österreich drehe. Mit dem Flieger ist man ja in einer Stunde am Arbeitsplatz, andere brauchen da fast länger mit dem Auto.

Im Film sahnt eine der Hauptfiguren einen Lottogewinn ab. Spielen Sie privat Lotto?

Kramer: Ich habe mit meiner Freundin nach den Dreharbeiten von "Freundschaften" eine Lottogemeinschaft gegründet. Unseren ersten Gewinn hat Harald abgeholt - 20 Euro und zehn Cent!

Krassnitzer: Ich hab noch nie etwas gewonnen, aber ich möchte mein Glück auch nicht überstrapazieren. Ein Glückspilz bin ich auch so.

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