+
Wolfgang Bosbach spricht über seine Prognosen zur Bundestagswahl 2017.

Bei Markus Lanz im ZDF

Debatte um Merkel-Zukunft: Bosbach kennt offenbar die Antwort

Hamburg - Ob Angela Merkel sich nochmal für das Bundeskanzleramt bewerben wird, ist bislang unklar. CDU-Politiker Wolfgang Bosbach glaubt, die Antwort zu kennen. Bei Markus Lanz spricht er darüber.

Deutschland rätselt, ob Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl 2017 wieder als Kanzlerkandidatin antreten wird. Einer, der die Antwort bereits zu wissen glaubt, ist der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, der sich nach 23 Jahren aus der Politik zurückzieht. Er habe „keinen Zweifel daran“, dass Merkel zur Bundestagswahl 2017 antreten wird und die Unterstützung der CSU haben wird, sagt der Politiker bei der Talkshow Markus Lanz im ZDF.

Unklare Töne lässt hingegen der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zum Thema Bundestagswahl 2017 verlauten. In einer Aufzeichnung der ZDF-Sendung "Was nun Herr Seehofer?", die während der Markus Lanz Sendung eingespielt wird, sagt er: „Wir machen das in der richtigen Reihenfolge. Wir haben immer gesagt, erst die Inhalte, dann die Personalie." Auch er selbst lässt die Pläne hinsichtlich seiner weiteren politischen Karriere offen. Seehofer wolle seine Partei nicht in den Bundestagswahlkampf 2017 führen - schließt das aber auch nicht völlig aus. Das Amt für die Spitzenkandidatur strebe er „persönlich nicht an“. 

Bosbach hat sich mit Merkel ausgesprochen

In der TV-Sendung spricht Bosbach auch über die Höhen und Tiefen seiner politischen Karriere. So hätte er sich vorstellen können, Minister des Inneren oder CDU-Fraktionsvorsitzender zu werden. "Leider hat beides nicht geklappt“, sagt Bosbach, weil Merkel die Personalfrage letztlich anders entschieden hat. Mit der Kanzlerin hat er sich jedoch ausgesprochen. Die Entscheidung seiner Parteivorsitzenden müsse er akzeptieren, sagt er. Die Huffington Post schreibt von Bosbachs größter politischen Niederlage. Heute ist er jedoch froh, dass er nicht Minister geworden ist, sagt er Markus Lanz. Er habe nicht das Talent, gegen seine Überzeugungen abzustimmen. Den Rettungspaketen für Griechenland hätte er zum Beispiel nicht befürwortet. 

Rohre verlegen bei Gazprom ist keine Option

Was Wolfgang Bosbach, der seit einigen Jahren unheilbar an Krebs erkrankt ist, nach seinem Abschied in der Politik vorhat, wollte er Markus Lanz nicht so recht verraten, als dieser ihn fragte, ober er bereits Angebote von der Privatwirtschaft habe und es wie die Politiker Ronald Pofalla und Gerhard Schröder handhaben möchte. "Zur Bahn oder zu Gazprom?“, fragte ihn Lanz ganz direkt. Auf Bosbachs Antwort „Ich sortiere noch“, hakte der Moderator gleich nach. „Edeka vielleicht?“Dieser Vorschlag kam nicht von ungefähr. 

Immerhin war Bosbach in den 1970er Jahren - vor seinem Jurastudium und seiner politischen Karriere -  tatsächlich Filialleiter von COOP West. Die Antwort, in welcher Branche der Bergisch-Gladbacher nach seiner politischen Karriere tätig sein wird, blieb er Markus Lanz und den Zuschauern schuldig, versprach aber: "Ich werde es Ihnen als Erstes sagen". Eines sei jedenfalls schon klar: "Wenn Sie mich beim Rohre Verlegen bei Gazprom vermuten, liegen Sie daneben."

maw

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wegen diesem Foto wirft Netflix Biene Maja aus dem Programm
Die Biene Maja kennt man seit den 70er-Jahren als Kinderserie im TV. Jetzt warf Netflix eine Folge der neuverfilmten Serie aus dem Programm. Der Grund dafür ist …
Wegen diesem Foto wirft Netflix Biene Maja aus dem Programm
Warnstreik beim WDR: Radiomoderatoren von „1Live“ bleiben stumm
Wegen eines Warnstreiks verzichtete der WDR-Sender 1Live in den frühen Morgenstunden eine Stunde lang auf jegliche Redebeiträge und sendete stattdessen nur Musik.  
Warnstreik beim WDR: Radiomoderatoren von „1Live“ bleiben stumm
Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm
Für manche Sender geht es am Wahlabend um kaum etwas anderes. ARD und ZDF berichten mehrere Stunden am Stück. Andere fassen sich kurz und sind so eine Alternative für …
Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm
Bayerischer Rundfunk übernimmt 2018 den ARD-Vorsitz
Der Senderverbund hat einstimmig beschlossen, dass der Bayerische Rundfunk im Jahr 2018 den Vorsitz der ARD übernehmen wird - zuletzt hatte der BR diesen 2005/2006 inne.
Bayerischer Rundfunk übernimmt 2018 den ARD-Vorsitz

Kommentare