"Denen tut das Gesicht weh vor Lachen"

München - Mit Späßen, die das Thema "Frauen können nicht einparken und Männer nicht zuhören" variieren, hat es Mario Barth an die Spitze der deutschen Comedyszene geschafft. Der 35-Jährige gewinnt reihenweise Preise und sorgt mit seinem Bühnenprogramm "Männer sind primitiv, aber glücklich!" für ausverkaufte Hallen und Stadien.

Nun soll der Berliner dem Privatsender RTL zu guten Einschaltquoten verhelfen. In der neuen Show "Mario Barth präsentiert" unterhält sich der Entertainer von heute an immer freitags (21.15 Uhr) mit Schauspielern und Komikern und verwickelt sie in "irrwitzige Spielsituationen".

Komiker Mario Barth über den Erfolg, sein Publikum und seine neue Show bei RTL

Sie schwimmen auf einer Welle des Erfolgs, Kritiker bemängeln allerdings, dass Ihre Witze alles andere als subtil sind . . .

Stimmt, kürzlich schrieb sogar jemand, ich hätte den Humor eines betrunkenen Soldaten. Aber was soll's. Gehen Sie mal zu einem Konzert von AC/DC und erwarten dort Jazz, das wird nicht funktionieren. Vielleicht passt der Inhalt meiner Bühnenshow dem einen oder anderen Kritiker nicht. Aber es sind pro Abend tausende Leute in meiner Show, und denen tut am Ende das Gesicht weh vor Lachen.

Aber ein bisschen chauvinistisch ist Ihr Humor doch schon, oder? Frauen kommen da nicht gut weg.

Es geht ja aber doch nicht nur um Frauen, ich erzähle auch ganz viel über das seltsame Verhalten der Männer, wenn sie frisch verliebt sind. Das Geheimnis des Erfolgs ist ja auch, dass ich das alles gar nicht negativ meine. Und offenbar trifft mein Humor das Spaßzentrum breiter Teile der Bevölkerung. Außerdem sind 70 Prozent der Zuschauer in den Hallen Frauen. Wollen Sie denen ernsthaft Masochismus unterstellen?

Geht es in Ihrer RTL-Show auch um Ihr Dauerthema Männer und Frauen?

Nicht mehr so sehr. Ich präsentiere in der Sendung bekannte Comedians, aber auch Newcomer, sowie jeweils einen Gast wie Til Schweiger, Uwe Ochsenknecht oder Ralf Möller, mit dem ich dann auf der Couch sitze und einen kleinen Talk und spontane Aktionen mache. Es soll eine Unterhaltungssendung werden, die sich mehrere Generationen anschauen können, die 14-jährige Tochter, die 40-jährige Mutter und die 70-jährige Oma.

Und mit diesem Konzept wollen Sie nun den bisweilen quotenschwachen RTL-Freitagabend aufpolieren.

Der ist doch gar nicht quotenschwach, wenn ich auf Sendung bin.

Stimmt, als der Sender kürzlich eine Aufzeichnung Ihres Bühnenprogramms ausstrahlte, lag der Marktanteil bei herausragenden 30 Prozent in der jungen Zielgruppe. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Ich glaube, es liegt einfach daran, dass ich authentisch bin. Ich gehe nicht von der Bühne runter, spreche plötzlich Hochdeutsch und fahre im Rolls-Royce rum. Wenn man mich privat im Supermarkt oder beim Bäcker trifft, bin ich derselbe Mario Barth wie auf der Bühne. Ich mag lieber Currywurst und Limonade als Kaviar und Champagner, ich wohne immer noch zur Miete und spreche Dialekt. Ich bin ganz volksnah, wie man so schön sagt.

Bedeutet Volksnähe auch, dass Sie den Leuten aufs Maul schauen und in der Schlange an der Supermarktkasse zum nächsten Gag inspiriert werden?

Es passiert schon, dass ich am Flughafen beim Einchecken beobachte, wie die Schlipsträger in die Business Class stürmen, als gäb's kein Morgen. Und dann der Kampf um die Mittelarmlehne. Das kriege ich mit, und das kommt dann vielleicht ins nächste Programm. Außerdem habe ich ja fünf Brüder, und wenn ständig so viele Leute um einen herum sind, die laut sind und was wollen, lernt man als Kind eine besondere Wahrnehmung. Während meine Freundin es zum Beispiel gar nicht mitkriegt, dass gerade irgendwo eine Kuh tot umfällt, sehe ich so was, auch wenn es 200 Meter hinter mir passiert.

Und wie sehr hat es Ihre Laufbahn geprägt, dass Sie in Ihrer Jugend Messdiener waren, genauso wie Harald Schmidt, Stefan Raab, Christoph Maria Herbst oder Jürgen von der Lippe?

Naja, wir haben bestimmt auch alle als Kinder Eissorten wie "Flutschfinger" oder "Brauner Bär" gegessen, ohne dass sich aus dieser Gemeinsamkeit etwas ableiten ließe. Aber es stimmt schon, ich wurde sehr katholisch erzogen und musste jeden Sonntag in die Kirche. Und wenn man als Kind so lange in einem Gottesdienst sitzt, ist einem schon sehr langweilig, und dabei kommt man auf lustige Gedanken. Und irgendwann führt das vielleicht so weit, dass man das als Erwachsener beruflich macht.

Kennen Sie überhaupt noch die Angst vorm Scheitern?

Ach, ich habe nicht überall Erfolg. Ich bin jetzt gerade ins Studio gefahren und hätte rechts abbiegen müssen, aber da war eine Baustelle, und ich musste komplett außen rumfahren. Ein Schlag ins Wasser.

Ihr nächstes Erfolgsprojekt soll ein großer Kinofilm sein . . .

Das Drehbuch ist so gut wie fertig, nächstes Jahr im Sommer wird gedreht. Es wird hoffentlich sehr lustig, allein schon beim Schreiben habe ich sehr viel gelacht. Die Hauptdarsteller darf ich leider noch nicht verraten, aber es werden bekannte deutsche Schauspieler und ein internationaler Star dabei sein.

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