"Der Kaiser von Schexing": So reden wie zuhause

München - Franz Xaver Bogners Serie "Der Kaiser von Schexing" läuft immer freitags (21.35 Uhr) im Bayerischen Fernsehen. Wir stellen Ihnen die Schauspieler vor. Heute: Winfried Frey (39), der den Bau- und Ordnungsamtsleiter Eugen Gänselmayr verkörpert.

Undurchschaubar, dieser Eugen Gänselmayr. Schlau ist er jedenfalls, der amtliche Bau- und Ordnungshüter, und stur auch. Und eigentlich ist stets er derjenige, der in Schexing den Durchblick bewahrt. Nur macht er keine große Sache draus ­ ein feiner Raushälter! Zum Glück hat Gänselmayr als großen Fürsprecher den Mann, der ihm im "Kaiser von Schexing" sein Pokerface verleiht ­ Winfried Frey. "Der Gänselmayr", sagt der, "das ist einer, der sich noch entwickelt." Der sei nicht gern parteiisch, und wenn doch, dann in eigener Sache.

An sich findet der 39-jährige Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler jede Rolle interessant ­ ob Ausbrecherkönig Theo Berger, König Ludwig I. oder Abenteurer Bernardi. Ob mit seiner Kabaretttruppe "Boarisch Dynamit" oder bei der Starkbierprobe auf dem Nockherberg als Erwin Huber ­ "ein Mammutprojekt" in Sachen Mut zur Überzeichnung.

Am Gänselmayr gefällt ihm, "dass der eben nicht der absolute Gutmensch ist, sondern auch mal jemand in die Pfanne haut. So sind die Menschen in Wirklichkeit auch, und grad bei den Figuren, die der Bogner schreibt, da menschelt es sehr".

Mit Franz Xaver Bogner arbeitet Winfried Frey schon seit über zehn Jahren zusammen. Im Jahr 1995, Frey hatte gerade als Vergewaltiger Rick Brenner in Norbert Kückelmanns Film "Alle haben geschwiegen" für Furore gesorgt, erhielt er einen Anruf: "Das hast fei gut gemacht", lobte Bogner am Telefon und bat um ein Gespräch. Bei diesem Treffen kam das Angebot, bei "Café Meineid" mitzuspielen. "Das war natürlich gar keine Frage, klar!", erinnert sich Frey.

In "München 7" spielte er dann den etwas einfältigen Polizeihauptmeister Hans Kneidl, im "Der Kaiser von Schexing" ist er nun eine der rechten Hände des Bürgermeisters. Einmal Bogner, immer Bogner? "Ich hab zu ihm einen sehr starken Draht", erwidert Frey und erinnert sich an einen schwierigen Nachtdreh, unmittelbar vor der Beerdigung seiner Mutter: "Das sind so Erlebnisse, wenn man dann merkt, das haut so hundertprozentig hin. Das hat mir wirklich das Gefühl gegeben, ich bin da aufgehoben."

Dass man bei so viel Eingeschworenheit gern von der "Bogner-Familie" spricht, findet Winfried Frey sehr schön. "Das ist es eigentlich, was es auch ausmacht beim Franz Bogner ­ dass er auf ein altbewährtes, über Jahre hinweg gewachsenes Team setzt. Er probiert immer wieder neue Leute aus, aber er hat so eine Basis, auf die er sich zu hundert Prozent verlassen kann."

Eine kuriose Mannschaft, die sich da jeden Freitag um 21.35 Uhr im Schexinger Rathaus versammelt. Doch wie viel Wahrheit steckt eigentlich in Bogners Geschichten? "Sehr viel", glaubt Frey. "Franz hat diese Begabung und dieses feine Gespür dafür, dass man bestimmte Dinge mit der entsprechenden Auflösung oder mit einem Sätzchen mehr so überzeichnen kann, dass es furchtbar lustig wird. Das ist natürlich ganz schön, dass man nicht immer die großen Worte braucht, um Spannung zu erzeugen."

Eine wichtige Rolle spielt bei Bogner auch der Dialekt. "Aber das ist ja nix Neues", meint Winfried Frey und erinnert an die Slangs in amerikanischen Produktionen. "Bairisch ist natürlich mit Sicherheit einer der charmantesten Dialekte, die wir in Deutschland ham", lacht er. Aber auch viele andere kämen bei Bogner zum Zuge, der Schwabe genauso wie der "Fischkopf". Für sich als Schauspieler vergleicht Frey das Hochdeutsche mit einer Fremdsprache. "Meistens merkt man's am Gefühl. Das Gefühl ist dermaßen echt, wenn man so sprechen darf, wie man aufgewachsen ist."

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