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"Der WDR verunglimpft Bayern"

München - Fünf Jahre hat Sandra Maischberger nun ihre Talkshow im Ersten, die Quote stimmt, und auch die Kritiker sind zumeist voll des Lobes. Einen Fan weniger dürfte die 42-jährige gebürtige Münchnerin allerdings seit Dienstagabend haben - wenn Georg Schmid denn je einer war.

Der Chef der CSU-Landtagsfraktion ist sauer auf Maischberger und auf den für die Reihe verantwortlichen Westdeutschen Rundfunk (WDR), weil er den Freistaat und seine Bürger durch die jüngste Ausgabe von "Menschen bei Maischberger" beleidigt sieht. Was der WDR über bayerisches Brauchtum und bayerische Lebensart an Verunglimpfung sende, "ist nicht mehr vom öffentlich-rechtlichen Auftrag gedeckt", schäumte Schmid gestern in einer Pressemitteilung.

Schon angesichts des Titels - "Lederhosen, Bier und CSU - wer braucht eigentlich noch Bayern?" - müsse man sich "schützend vor die Menschen in Bayern stellen", so Schmid, der für die CSU im Rundfunkrat des Bayerischen Rundfunks (BR) sitzt.

Schmid monierte die Zusammensetzung der Runde, der Sängerin Katja Ebstein, "Focus"-Chef Helmut Markwort, Liedermacher Konstantin Wecker, Schauspieler Fritz Wepper und Kabarettist Werner Schneyder angehörten. Einer der Gäste habe sich zur Linkspartei, zwei zur SPD und zwei eher zur FDP bekannt. Ein Anhänger der Union sei dagegen nicht vertreten gewesen. Auch die Moderatorin habe mit ihrer Frage, ob die CSU-Mehrheit ein "demokratischer Irrweg oder ein Erfolgsmodell" sei, "deutlich übers Ziel hinausgeschossen. Hält denn Frau Maischberger die Wählerinnen und Wähler für blöd?", so der 55-Jährige, der vor einem Jahr Joachim Herrmann im Amt des CSU-Fraktionschefs beerbte.

Axel Beyer, Unterhaltungschef des WDR, wies die Vorwürfe Schmids gestern zurück: "Offensichtlich haben Herr Schmid und ich ganz unterschiedliche Sendungen gesehen, denn ich habe erlebt, wie sich Konstantin Wecker als Bayern-Fan geoutet und Helmut Markwort das ,Hohe Lied des modernen Bayern gesungen hat", so Beyer gegenüber unserer Zeitung.

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