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Landleben à la Berger: Helmut Berger erholt sich auf einem Hof in Niedersachsen an der frischen Luft. Zu sehen in der Doku: „Helmut Berger, meine Mutter und ich“.

Intime Einblicke 

Deutsche Hausfrau päppelte Helmut Berger bei sich auf - 3sat-Doku erzählt davon

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Helmut Berger begab sich in die Obhut einer Hausfrau - erholte sich auf deren Hof in Niedersachsen von seinen täglichen Exzessen. Ihre Tochter filmte das Zusammenleben mit der Filmlegende. Am Samstag ist die intime Doku auf 3sat zu sehen.

Nordsehl - Wie kommt eine resolute Hausfrau aus Niedersachsen zum schönsten Mann der Welt? Ganz einfach: Sie ruft ihn an. Weil sich Bettina Vorndamme ­Sorgen um den offensichtlich kranken Star macht, über den im Internet nicht nur schmeichelhafte Filmchen kursieren. Dieser Star ist Helmut Berger, europäische Schauspiel­ikone und österreichische Diva, zuletzt gesehen 2013 im Dschungelcamp von RTL. Kein schöner Anblick. 

TV-Doku anlässlich Helmut Bergers 75. Geburtstag 

„Das muss ­gerichtet werden“, beschließt Vorndamme mit norddeutschem Pragmatismus. Sie lädt Berger zu sich in ihr Heimatdorf ein, um mithilfe ihrer Tochter, der Filmemacherin Valesca Peters, den Glanz ­alter Tage wieder sichtbar zu machen. „Helmut Berger, ­meine Mutter und ich“ ist ein außergewöhnlicher Dokumentarfilm geworden. 3sat zeigt ihn an diesem Samstag um 20.15 Uhr anlässlich des 75. Geburtstags von Berger. Zu sehen ist ein fast poetisches Porträt, in dem sich Berger, der einstige Liebling der europäischen Society, durchaus inszenieren darf. Mit wehendem Schal, Zigarette und durchdringendem Blick. Rauchend auf einem Balkon in Paris, nachdenklich in seinem verschneiten Domizil in Salzburg, wo ihn die Ruhe zu er­drücken scheint. „Im Alter haben Erinnerungen denselben Stellenwert wie in der Jugend die Träume“, sinniert Berger melancholisch. 

Helmut Berger: Alkohol- und Drogen-Erfahrungen prägen seinen Weg

Seinen eigentlichen Reiz zieht der Film aber aus der Montage: Archivmaterial und kunstvolle Inszenierung gehen nahtlos über in die sehr liebenswerte reale Welt der Bettina Vorndamme, die den extrovertierten Schauspieler in ihr Reetdachhaus nach Nordsehl holt. Sie hält ihn so gut es geht vom Alkohol fern, was nicht gerade leicht ist, erträgt seine Allüren, schleppt ihn zu Physiotherapie und Fußpflege. Doch nicht nur die Nägel, auch das Image wird aufpoliert: mit einer eigenen Facebookseite, die schließlich auch den Regisseur Albert Serra aufmerksam macht. Er engagiert Berger für das Stück ­Liberté an der Berliner Volksbühne. Noch einmal „all lights on me“ (alle Lichter auf mich), kommentiert der Schauspieler, der wenige Alkohol- und Drogenexzesse ausgelassen hat, zufrieden im Film. 

Helmut Berger: starke, aber zerrissene Persönlichkeit

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten, wie Bettina Vorndamme feststellen muss. Berger kann launisch sein, gibt sich mal nahbar, mal distanziert. Wenn er getrunken hat, bekommt die brüchige Fassade schnell wieder Risse. Der Schmerz und die Einsamkeit, die ihn nach dem Tod seines Entdeckers und Liebhabers Luchino ­Visconti 1976 erfüllten, blitzen dann heute noch auf. Neu verliebt habe er sich nie mehr, gesteht Berger. „Er hat zwei Seiten, die man nur schwer zusammenbekommt“, sagt seine Förderin, die sich über Monate eine herzliche Freundschaft mit dem kapriziösen, klugen Berger erstritten hat. 

Helmut Berger ist mit Doku über sich zufrieden

Der Film zeigt ihn als Teil einer Familie, in der er bisweilen so deplatziert wirkt wie die feine Sammeltasse auf dem Klapptisch der Oma, die ein paar Häuser weiter wohnt. Im nächsten Moment aber, umgeben von Menschen, die ihm so viel Gutes wünschen, gibt sich Berger glücklich und ­gelöst. „Wir sind nicht nur Helmut nähergekommen, sondern auch als ganze Familie dichter zusammengerückt“, zieht Filmemacherin Valesca Peters im Gespräch mit unserer ­Zeitung ihr Resümee. „Wir haben mehrere Premieren unserer Doku gemeinsam gefeiert. Und ich bin froh, dass Helmut den Film mag.“ Denn darum ging es ja schließlich: Der ­Ikone ein Denkmal zu setzen – ein ebenso würdiges wie ­ehrliches.

Astrid Kistner

Nicht nur Helmut Berger ist tief gefallen - auch die einstige TV-Ikone I ngrid Steeger braucht Hilfe von Freunden, um im Leben klarzukommen. Hollywoodstar Charly Sheen vermisst sein Partyleben nicht mehr, wie er gestand und auch Ex-Radrennprofi Jan Ullrich hat erkannt, dass er ein Problem hat und macht einen Entzug in Miami.

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