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Drei Monate nach dem Senderstart hat Zee.One nur wenige Zuschauer.

Drei Monate nach Start

Deutscher Bollywood-Sender kämpft um Publikum

München - Der Sender Zee.One war mit dem Ziel angetreten, Bollywood-Filme in Deutschland aus der Nische zu holen. Drei Monate nach dem Start klingen die Marktanteile aber noch ziemlich nach Nischensender.

Bollywood hat es schwer in Deutschland: Der neue Sender Zee.One mit Serien und Filmen aus der indischen Traumfabrik hat rund drei Monate nach seinem Start nur wenige Zuschauer. Im Oktober kam er im Monats-Durchschnitt nur auf einen Marktanteil von 0,1 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Bei der „Kernzielgruppe“ der 20- bis 59-jährigen Frauen waren es 0,2 Prozent, wie der Sender am Mittwoch in München mitteilte. Es ist das erste Mal, dass Zee.One überhaupt Zahlen veröffentlicht.

Der Sender betonte, dass es auch positive Ausreißer gebe. Die Serie „Jodha Akbar“ beispielsweise habe sich zu einem Publikumsliebling entwickelt - mit einem „Spitzenmarktanteil“ von 1,9 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen für die Episode am 5. Oktober. Bei Frauen zwischen 20 und 29 habe die Folge sogar „sensationelle 15,7 Prozent“ eingefahren.

Zee.One ist Ende Juli in den deutschen Markt eingetreten

Der stärkste Tag im vergangenen Monat war nach Senderangaben Samstag, der 8. Oktober, mit einem Tagesmarktanteil von 0,4 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. „Wir sind überzeugt, diesen Erfolg ausbauen zu können und noch viele Zuschauer für Zee.One zu begeistern“, sagte Senderchefin Friederike Behrends.

Zee.One war Ende Juli mit dem Ziel in den deutschen Markt eingetreten, „Bollywood aus der Nische zu holen“, wie Behrends damals sagte. Konkrete Zahlen nannte sie nicht, nur soviel: „Wir wollen schon eine große Masse erreichen. Es soll sich auch für das Unternehmen rechnen.“ Dafür war Indiens Mega-Star Shah Rukh Khan extra nach München eingeflogen worden.

Beim Start hakelte es allerdings. Zwar gab es auf Facebook auf viel Zustimmung, das in erster Linie weibliche Publikum beschwerte sich dort aber beispielsweise auch über zahlreiche Wiederholungen, schlechte Synchronisation und darüber, dass die für die bunten Bollywood-Filme charakteristischen Tanz- und Gesangsszenen in den Liebesfilmen gekürzt wurden. Zee.One reagierte darauf und strahlt inzwischen „verstärkt Langfassungen“ aus. Einige Interessenten beklagten auf Online-Plattformen auch, dass sie Zee.One beim Sendersuchlauf gar nicht finden.

„Es fließt sehr viel Geld hier nach Deutschland“

Der Mutterkonzern von Zee.One, Zee Entertainment Enterprises Limited (ZEEL), hat nach Senderangaben allein in Indien 33 Kanäle, 38 internationale TV-Kanäle sowie acht HD-Sender und ist in 171 Ländern vertreten. Eine Milliarde Menschen können das Programm von ZEEL empfangen. Ein großes Ziel des Unternehmens ist es, sich noch weiter zu internationalisieren.

Wie viel Geld das Unternehmen für den Senderstart in Deutschland in die Hand genommen hat, ist nicht bekannt „Es fließt sehr viel Geld hier nach Deutschland“, hatte Behrends vor drei Monaten gesagt. „Die Investitionen müssen sich irgendwann mal rechnen - hoffentlich in den nächsten drei Jahren.“

Sky Media ist als Vermarkter von Zee.One zumindest guter Hoffnung: Zielgruppensender würden immer relevanter, sagte Geschäftsführer Martin Michel. „Entsprechend positiv hat sich in den letzten Jahren die Sehbeteiligung dieser Sender entwickelt.“

dpa

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