+
Die ARD-Literaturverfilmung "Nackt unter Wölfen" wurde mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie "Bester TV-Film" ausgezeichnet.

Verleihung hinter verschlossenen Türen

Deutscher Fernsehpreis: KZ-Drama ist bester Film

Düsseldorf - Intim, kuschelig - aber nicht für die Öffentlichkeit. Der Deutsche Fernsehpreis feiert seine Neuauflage hinter verschlossenen Türen. Moderatorin Schöneberger hätte das gern anders.

Der rote Teppich war da, das gewohnte Blitzlichtgewitter auch, ansonsten war alles anders: Denn abgespeckt, mit weniger Pomp, deutlich weniger Aufwand und gar keinen TV-Zuschauern ist die Verleihung des Deutschen Fernsehpreises über die Bühne gegangen.

Gewinner des Abends: das vielfach ausgezeichnete ZDF, die ARD-Literaturverfilmung „Nackt unter Wölfen“ und die Vox-Serie „Der Club der roten Bänder“, die den Alltag mehrerer Jugendlicher in einem Krankenhaus darstellt. „Für uns ist heute Abend ein großer Traum wahr geworden“, sagte „Bänder“-Schauspieler Damian Hardung. Bester Schauspieler wurde Jonas Nay („Deutschland 83“, „Tannbach“), als beste Schauspielerin wurde Ina Weisse geehrt („Ich will Dich“) geehrt.

Der Deutsche Fernsehpreis 2016 wurde in 20 Werkskategorien verliehen. Hinzu kamen noch ein Förderpreis sowie die Ehrung fürs Lebenswerk. Und dies alles in neuem Format: Denn nach heftiger Kritik an der Vergabepraxis war der Fernsehpreis 2015 gar nicht erst verliehen worden.

„2015 war ein durchaus besonderes Fernsehjahr - mit einem Schwerpunkt auf den aktuellen politischen Ereignissen, Innovation in den Genres und Bewegung bei den Sendern“, sagte Lutz Carstens, der diesjährige Juryvorsitzender und Chefredakteur des Fernsehmagazins „TV Spielfilm“.

Aber auch deutsche TV-Comedy und Unterhaltung war preiswürdig: Jan Böhmermanns „Neo Magazin Royale“ (Beste Unterhaltung Late Night), „Die Anstalt“ (Beste Comedy/Kabarett) und „Joko und Klaas - Das Duell um die Welt“ (Beste Unterhaltung Primetime) sowie die Moderatorin des Abends, Barbara Schöneberger (Beste Moderation Unterhaltung), gingen mit Preisen nach Hause.

Enthüllungsjournalist Günter Wallraff (73), Ehrenpreisträger in diesem Jahr, zeigte sich zwiegespalten über die Auszeichnung für sein Lebenswerk: „Da erschrickt man erstmal. Ich hatte bislang gedacht, ich hätte mich nicht aufs Altenteil gesetzt.“ Eher enttäuschend dagegen das Abschneiden des historischen Sat.1-Krimis „Mordkommission Berlin 1“ mit Friedrich Mücke: nominiert in sechs Kategorien und ausgezeichnet für Ausstattung und Musik.

Stifter des Deutschen Fernsehpreises sind die Senderchefs der ARD, vom ZDF sowie von RTL und ProSiebenSat.1.

Bilder: Die Verleihung des Deutschen Fernsehpreis 2016

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wegen diesem Foto wirft Netflix Biene Maja aus dem Programm
Die Biene Maja kennt man seit den 70er-Jahren als Kinderserie im TV. Jetzt warf Netflix eine Folge der neuverfilmten Serie aus dem Programm. Der Grund dafür ist …
Wegen diesem Foto wirft Netflix Biene Maja aus dem Programm
Warnstreik beim WDR: Radiomoderatoren von „1Live“ bleiben stumm
Wegen eines Warnstreiks verzichtete der WDR-Sender 1Live in den frühen Morgenstunden eine Stunde lang auf jegliche Redebeiträge und sendete stattdessen nur Musik.  
Warnstreik beim WDR: Radiomoderatoren von „1Live“ bleiben stumm
Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm
Für manche Sender geht es am Wahlabend um kaum etwas anderes. ARD und ZDF berichten mehrere Stunden am Stück. Andere fassen sich kurz und sind so eine Alternative für …
Wahlabend im TV: Private fassen sich kürzer und bieten Alternativ-Programm
Bayerischer Rundfunk übernimmt 2018 den ARD-Vorsitz
Der Senderverbund hat einstimmig beschlossen, dass der Bayerische Rundfunk im Jahr 2018 den Vorsitz der ARD übernehmen wird - zuletzt hatte der BR diesen 2005/2006 inne.
Bayerischer Rundfunk übernimmt 2018 den ARD-Vorsitz

Kommentare