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Sorgte vor einem Jahr bei der Gala zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises für einen Eklat: Marcel Reich-Ranicki.

Deutscher Fernsehpreis: Ein Eklat ist diesmal nicht zu erwarten

Köln - Ein Jahr nach Marcel Reich-Ranickis Wutrede feiert die Branche wieder die besten Schauspieler und Filme des Jahres.

War das ein Aufruhr vor einem Jahr! Als Marcel Reich-Ranicki bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises vom Rednerpult aus griesgrämig verkündete, er nehme den Preis nicht an, löste er ungläubiges Staunen beim Publikum im Kölner Colosseum aus. Der Ehrenpreis der Stifter fürs Lebenswerk wurde vom größten deutschen Literaturkritiker, der mit dem „Literarischen Quartett“ auch Fernsehgeschichte schrieb, verschmäht, weil ihm die Zeremonie und die Ehrungen zuvor – und überhaupt viele Sachen im TV – einfach nicht schmeckten.

Dieses Jahr dürfte alles etwas einfacher werden, hofft die sehr auf ihr Image bedachte Branche, die sich nicht wieder am Zeug flicken lassen will. Der Ehrenpreisträger, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird, heißt heuer Alfred Biolek , durchaus auch ein Mann kritischer Worte. Aber bislang hat der 75-jährige (Ex-)Talkmaster und (Ex-)Fernsehkoch noch jeden großen Preis angenommen. „Nach vielen, schönen Jahren Arbeit für das Fernsehen freue ich mich, jetzt dafür durch den Deutschen Fernsehpreis geehrt zu werden“, verkündete Biolek bereits bei der Bekanntgabe.

Jeder kann Zeuge der Zeremonie werden, denn Sat.1 wird das alljährliche Spektakel, das zum elften Mal stattfindet, an diesem Samstag zeitversetzt um 20.15 Uhr übertragen. Rund 1400 Ehrengäste, für die 60 Köche und 170 Kellner engagiert wurden, treten die Fahrt nach Köln an. Die Verleihung und die Party verschlingen nach Brancheninformationen rund vier Millionen Euro. ARD , ZDF , RTL und Sat.1 finanzieren den Fernsehpreis, der in diesem Jahr in 19 Kategorien verliehen wird, dazu kommen zwei mit jeweils 15 000 Euro dotierte Förderpreise und der Ehrenpreis.

Eine Chance auf die Trophäe, einen Obelisken aus Plexiglas, haben Produktionen, die zwischen September vergangenen und August dieses Jahres ausgestrahlt wurden. Das größte Interesse lösen die Auszeichnungen für die besten Schauspielerinnen und Schauspieler aus. Senta Berger , Anja Kling und Gisela Schneeberger sind genauso wie die Schauspieler Matthias Schweighöfer , Axel Milberg und Josef Hader nominiert.

Der Sat.1-Zweiteiler „Wir sind das Volk – Liebe kennt keine Grenze“ ist in sechs Sparten nominiert und damit einer der großen Favoriten. Mehrere Eisen im Feuer haben auch die Filme „Ein halbes Leben“ ( ZDF ) und „Mogadischu“ ( ARD ) mit jeweils vier sowie „Die Wölfe“ ( ZDF ) mit drei Nominierungen.

Auch Spaßmacher Hape Kerkeling darf sich Hoffnungen machen, denn er könnte für seine Figur Horst Schlämmer den Preis in der Kategorie Comedy bekommen. Im Sendervergleich führt die ARD mit 22 Nennungen, gefolgt von ZDF (15), RTL (6), Sat.1 (4), Pro Sieben (3), den Dritten Programmen (2) und 3sat (1).

Einen Schatten auf die Veranstaltung hat der Fall der vom Norddeutschen Rundfunk ( NDR ) gekündigten Fernsehspielchefin Doris J. Heinze geworfen, die selbst unter Pseudonym Drehbücher eingereicht und abkassiert hat. „Wir als Deutscher Fernsehpreis sind davon im Grunde genommen nicht berührt“, sagte die Juryvorsitzende Bettina Böttinger. Allerdings ist der ARD -Film „Die Freundin der Tochter“ aus der Feder Heinzes (die Produktion wurde erst am Mittwoch im Ersten wiederholt) in der Kategorie Beste Musik nominiert worden.

Die Jury, bestehend aus Produzenten, Journalisten, Schauspielern und Fernsehschaffenden, entscheidet unter Vorsitz von Böttinger erst am Samstagnachmittag der Verleihung über die Vergabe der Preise. Bastian Pastewka und Anke Engelke moderieren die Gala in ihren Rollen als Volksmusikstars Wolfgang und Anneliese. Sie hatten diese Figuren für die Sat.1-Showparodie „Fröhliche Weihnachten“ entwickelt, die im vergangenen Jahr mit dem Adolf-Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde.

Carsten Rave

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