Neue TV-Show

Deutschland sucht den Superkoch

Berlin - In einer neuen Castingshow auf Sat.1 treten ab heute jede Woche Köche zum Duell am Herd gegeneinander an und bekommen dabei Tipps von den Profis.

Models, Magier, Möchtegern-Superstars – das Fernsehen hat schon so ziemlich alles und jeden gecastet. Jetzt sind die Köche an der Reihe: In der neuen Show „The Taste“ sucht Sat. 1 von heute an immer mittwochs zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr den größten Könner am Herd, der Sieger gewinnt am Ende 100 000 Euro.

Ran an die Buletten heißt es für die Kandidaten, die in den sechs Folgen die Juroren mit ihren Speisen überzeugen müssen: Die vier bekannten Fernsehköche Tim Mälzer, Lea Linster, Frank Rosin und Alexander Herrmann verkosten in der ersten Runde in einer Blindverkostung die Leckereien der Profis und Amateure – sie wissen nicht, wer das Gericht gekocht hat, und stellen sich nur anhand der Geschmacksprobe ein Team aus vier Kandidaten zusammen, die sie in den weiteren Ausgaben von „The Taste“ zum Sieg führen wollen. Unverkennbar: Das aus den USA stammende Konzept ist an die Musikcastingshow „The Voice“ mit ihren „Blind Auditions“ angelehnt, auch hier wird der Wettbewerb zum Duell der Juroren.

Pro Folge müssen die Kandidaten, bei denen es sich sowohl um Küchenprofis als auch um Hobbyköche handeln kann, in der quietschbunten Showküche auf der Bühne drei Prüfungen bestehen, zum Beispiel mit besonders exotischen Zutaten kochen. Die Gerichte werden nicht auf einem Teller, sondern auf einem sogenannten Gourmetlöffel aus Porzellan angerichtet – hier ein Fitzelchen Steak, da ein Würfelchen Schafskäse, dort eine Minischeibe Toast. Einen Wermutstropfen hat das Konzept natürlich: Der Zuschauer vor dem Fernseher kann sich logischerweise nicht selbst davon überzeugen, wie die Gerichte schmecken, sondern muss sich auf die Optik der Speisen, auf das „Gut“ oder „Igitt“ der Juroren verlassen. Einspielfilme und rund 30 Kameras, die jede Emotion der Teilnehmer einfangen, sollen zwar für Stimmung sorgen. Aber ob das reicht, um den Geschmack des Publikums zu treffen? Immerhin: In den USA startete „The Taste“ Anfang des Jahres sehr erfolgreich, und obwohl von den knapp sechs Millionen Zuschauern zum Start am Ende nur noch gut drei Millionen dabei waren, wurde eine zweite Staffel bestellt. Das Konzept wurde inzwischen in viele Länder verkauft, unter anderem nach China. Im deutschen Fernsehen wird die Suche nach dem Superkoch von einem Kochgeschirr-Hersteller flankiert, der seinen Topfverkauf ankurbeln will und schon eine Sonderedition auf den Markt geworfen hat.

„The Taste“ ist aber keineswegs das einzige neue Kochformat, mit dem sich die Sender in diesem Programmherbst ein Stück vom Quotenkuchen sichern wollen. So hat Vox „Grill den Henssler“ und die Backshow „Tortenschlacht“ mit Sarah Wiener gestartet, der Kika ist mit der Reihe „Schmecksplosion“ dabei – das Fernsehen lässt nichts anbrennen. Das ZDF holte gerade die Show „Topfgeldjäger“ zurück, Sat. 1 startet im Dezember „Das große Backen“. Wer als Zuschauer also gehofft hat, dass der Kochshow-Boom auf dem Rückzug und die Ära der Fernsehköche vorbei ist, der muss jetzt eine ganz bittere Pille schlucken: Der Ofen ist beim Topf-und-Löffel-Genre offenbar noch lange nicht aus.

Cornelia Wystrichowski

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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